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23.12.2009
 

Tourismus in Ägypten

"Westliche Reiseveranstalter vertrauen uns"

Ägyptischer Tourismusminister Zuheir Garana: "Es geht wieder nach oben"Zur Großansicht
AFP

Ägyptischer Tourismusminister Zuheir Garana: "Es geht wieder nach oben"

Neue Hotels, Yachthäfen, ausländische Investoren: Ägyptens Tourismusminister Zuheir Garana schwärmt im Interview mit SPIEGEL ONLINE vom unerwarteten Aufschwung des Fremdenverkehrs. Von einem Friedensvertrag zwischen Israelis und Palästinensern würde sein Land besonders profitieren.

SPIEGEL ONLINE: Die Weltwirtschaftskrise drückt die Besucherzahlen in vielen Ländern in den Keller...

Zuheir Garana: ... erfreulicherweise haben sich die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten bei uns weit weniger dramatisch niedergeschlagen. Ich gebe zu, in den ersten acht Monaten dieses Jahres gingen die Besucherzahlen um knapp neun Prozent zurück - immer noch weit weniger als die Kassandra-Rufe internationaler Branchenkenner vermuten ließen. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass es schlimmer kommen könnte. Doch seit November zeichnet sich ein deutlicher Knick im Abwärtstrend ab. Es geht wieder nach oben.

SPIEGEL ONLINE: Sie rechnen wieder mit Milliardeneinnahmen?

Garana: Ja, denn bis zum Jahresende werden wir wahrscheinlich wieder zwölf Millionen Besucher verzeichnen können. Ägypten bleibt eben ein bevorzugtes internationales Reiseziel, vor allem für Deutsche, Russen und Italiener.

SPIEGEL ONLINE: Das bedeutet zwar nur noch einen Verlust von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, doch woher nehmen Sie den Optimismus, dass bei anhaltender Wirtschaftskrise und den zu erwartenden Langzeitfolgen ausgerechnet Ägypten quasi ungeschoren davonkommen wird?

Garana: Es gibt Länder, in denen politische Unabwägbarkeiten und gravierende Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt gerade jetzt spürbar zum Tragen kommen. Das ist bei uns anders. Ägypten verzeichnet nach wie vor Wachstum im Bruttosozialprodukt und politische Stabilität.

SPIEGEL ONLINE: Wie sicher sind Sie, dass das Reiseland Ägypten langfristig von den Problemen profitiert, die in anderen tourismuserfahrenen Mittelmeerländern die Besucherzahlen negativ beeinflussen ?

Garana: Ich wünsche all unseren Mittelmeernachbarn und anderswo florierende Geschäfte und nicht nachlassende Besucherströme. Aber wie auch immer: Wir planen solide, haben von den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt und wissen jetzt besser mit Einbrüchen in der für Ägypten überlebenswichtigen Tourismusbranche umzugehen. Wenn dem nicht so wäre, würde der Run ägyptischer und ausländischer Investoren auf den ägyptischen Markt nachlassen oder gar ganz versiegen. Allein an der Rotmeerküste und in unseren klassischen kulturellen Hochburgen Luxor und Aswan - von Kairo und Alexandrien ganz zu schweigen - entstehen neue Hotels, Yachthäfen...

SPIEGEL ONLINE: ... und Siedlungen für europäische Rentner.

Garana: Auch auf diesem Sektor bleiben die Deutschen Weltmeister.

SPIEGEL ONLINE: Selbst wenn die innenpolitische Lage in Ihrer Heimat auf absehbare Zeit von keinen gravierenden Erschütterungen beeinträchtigt werden sollte, so hat es auch in Ägypten immer wieder Terroranschläge auf Hotels und Touristen gegeben...

Garana: Die Lage haben wir relativ rasch in den Griff bekommen. Wenn nicht, wäre das Vertrauen der westlichen Reiseveranstalter in uns geschwunden.

SPIEGEL ONLINE: Aber jenseits der Grenzen Ägyptens rumort es. In Gaza und den besetzten Palästinensergebieten heizt sich die Situation auf. Politische Beobachter sprechen sogar wieder von einer neuen Intifada oder - noch schlimmer - von einem neuen Nahost-Krieg.

Garana: Dunkle Wolken am politischen Horizont sollten den Sachverstand nicht überschatten. Zwar bin ich kein Außenpolitiker und auch nicht mit Details über die Wiederbelebung des nahöstlichen Friedensprozesses vertraut, doch glauben Sie mir, dass wir entgegen den Erwartungen von Zeitungsredakteuren und auf sensationslüsterne Schlagzeilen erpichten Politikern schon relativ bald einen politischen Durchbruch erleben werden, der das Palästina-Problem ein für allemal lösen wird.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt nach Wunschdenken.

Garana: An der Verwirklichung dieses auf beiden Seiten weitverbreiteten Friedenswunsches wird gegenwärtig mit voller Kraft gearbeitet, auch wenn das nicht gleich an die große Glocke gehängt wird. Niemand der Entscheidungsträger in Israel oder in der arabischen Welt befasst sich noch mit dem Gedanken eines neuen Kriegs. Das ist völlig absurd. Der Frieden zwischen Arabern und Israelis ist unausweichlich. Und sobald das Friedenswerk unter Dach und Fach ist, wird Ägypten, worauf ich mich jetzt schon freue, in kurzer Zeit auf über 20 Millionen Besucher pro Jahr nach oben schnellen. Ich weiß, wovon ich spreche.

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24.12.2009 von poiuyt: jetzt lassens mal die kirche im dorf

wenn ein rentner das nasskalte mitteleuropa satt hat ist eine erste wahl z.B. thailand http://thailandmagic.com/Retire-in-Thailand.html da können sie agypten, mallorca usw. total vergessen. grüsse aus thailand, bei mir [...] mehr...

23.12.2009 von glücklicher südtiroler: Schöne Zukunft...,

...die der ägyptische Tourismusminister und Sie zeichnen. Daß die Lebenshaltungskosten in Ägypten viel niedriger sind als bsw. in Spanien, D oder I verwundert mich nicht, zumal die genannten Länder allesamt €-Mitglieder sind. [...] mehr...

23.12.2009 von dinapasch: es wird so kommen

da brauch man kein Backschis zu zahlen, es wird so kommen. Ich fliege schon seit Jahren nach Ägypten zum Tauchen. Die Wohnungen und Hotels wachsen wie Pilze aus dem Boden und viele Deutsche und Engländer kaufen Wohnungen und [...] mehr...

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Zur Person

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Zuheir Garana, 51, ist seit 2006 ägyptischer Tourismusminister. Er war zuvor Unternehmer.






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