Jordaan: Uli Hoeneß sollte sich darauf konzentrieren, dass Bayern München erfolgreich spielt. Aber im Ernst: Das Problem an seiner Kritik ist, dass er noch nie in Südafrika war. Ich beobachte immer wieder, wie unterschiedlich die Meinungen über meine Heimat sind - abhängig davon, ob jemand schon mal dort war oder nicht.
SPIEGEL ONLINE: Dann sollten Sie Herrn Hoeneß nach Südafrika einladen - auch wenn er erklärt hat, nicht zur WM zu kommen.
Jordaan: Gute Idee, ich werde sie mit Franz Beckenbauer besprechen.
SPIEGEL ONLINE: So berechtigt Ihre Kritik an den Äußerungen von Hoeneß ist. Er hat doch nur ausgesprochen, was viele denken.
Jordaan: Mag sein, aber jeder, der nach Südafrika kommt, wird seine Meinung zum Positiven ändern. Um es mal plastisch zu machen: Wer in Johannesburg mit dem Flugzeug landet, muss sein Gepäck nicht in einem Zelt abholen, sondern in einem der modernsten Terminals weltweit.
SPIEGEL ONLINE: Sind die Arbeiten für die WM denn schon alle abgeschlossen?
Jordaan: Ja, von den Flughäfen über die Hotels bis hin zu den Stadien ist alles fertig. Wir müssen noch das ein oder andere testen, aber ich schlafe gut.
SPIEGEL ONLINE: Trotzdem reißen sich die Fans nicht gerade darum, bei der WM dabei zu sein. Von insgesamt 2,9 Millionen Tickets sind rund ein Drittel immer noch nicht verkauft.
Jordaan: Wir werden auch die verbliebenen 900.000 Karten ohne Probleme loswerden. Das Gerede von der WM ohne Fans ist absolut lächerlich.
SPIEGEL ONLINE: Aber es sieht so aus, als würde es zumindest eine WM ohne deutsche Fans.
Jordaan: Sie dürfen nicht nur auf die Tickets gucken, die über den DFB gekauft wurden. Immer mehr Leute besorgen sich ihre Karten übers Internet. Zählt man alle Vertriebskanäle zusammen, haben sich die deutschen Fans bereits mehr als 40.000 Tickets gesichert. Das ist vergleichbar mit der WM in Japan und Südkorea. Das Gerede über die Deutschen, die nicht nach Südafrika kommen wollen, geht vollkommen an der Realität vorbei.
SPIEGEL ONLINE: Viele machen sich Sorgen über die Sicherheitslage. Schließlich ist Südafrika eines der kriminellsten Länder der Welt.
Jordaan: Ich habe lange in Deutschland gelebt. Auch bei Ihnen gibt es Kriminelle, sonst gäbe es doch keine Gefängnisse. Und ich kann Ihnen von allen großen Städten auf der Welt die Viertel nennen, die nachts unsicher sind. Der Chef von South African Airways wurde in Berlin überfallen.
SPIEGEL ONLINE: Was aber nichts daran ändert, dass die Hemmschwelle für Gewalt in Südafrika viel niedriger ist als in Deutschland.
Jordaan: Allerdings nicht in den Innenstädten und den Stadien, wo die WM stattfindet. Wir werden dafür sorgen, dass alle unsere Gäste - egal ob Teams, Fans oder Medienvertreter - bei uns sicher sind. Die südafrikanische Regierung hat mehr als 100 Millionen Euro in Maßnahmen zur Sicherheit investiert.
SPIEGEL ONLINE: Können Sie garantieren, dass jeder Fan, der sich vornehmlich in Kapstadt oder Johannesburg aufhält, genauso sicher ist wie in Deutschland?
Jordaan: Mit Garantien ist das immer so eine Sache. Aber seit Mitte der neunziger Jahr gab es in Südafrika mehr als hundert große Events wie die Rugby-WM. Es ist nie etwas passiert. Deshalb sind wir aber trotzdem nicht dumm und denken, alles sei getan. Uns ist klar: Wenn wir die Gäste aus aller Welt nicht wieder sicher herausbekommen, haben wir ein echtes Problem.
SPIEGEL ONLINE: Weil dann weniger Touristen kommen?
Jordaan: Der Tourismus trägt entscheidend zum Bruttoinlandsprodukt und damit zur Entwicklung von Südafrika bei. Inzwischen kommen pro Jahr fast elf Millionen Menschen.
SPIEGEL ONLINE: Was erhoffen Sie sich denn noch für Ihre Heimat von der WM?
Jordaan: Es ist gerade einmal 20 Jahre her, dass Südafrika sich auf den Weg zurück in die internationale Völkergemeinschaft gemacht hat. Wir haben schon viel Positives erreicht, aber noch immer leben Millionen Menschen ohne Arbeit, ordentliche Wohnung und vernünftige Infrastruktur. Da ist durch die WM einiges in Bewegung geraten.
SPIEGEL ONLINE: Trotzdem hält sich beharrlich das Gerücht, Fifa-Chef Sepp Blatter habe die Order ausgegeben, die VIP-Gäste sollten bei Ihrem Aufenthalt in Südafrika keine Armut sehen.
Jordaan: Das stimmt nicht. Es ist nicht die Politik der Fifa, die Situation dadurch zu beschönigen, indem wir die armen Menschen verstecken. Sepp Blatter hat erst vor kurzem eines der größten Townships des Landes in Kapstadt besucht, er ist sich der Problematik voll bewusst.
SPIEGEL ONLINE: Die WM 2006 hat nicht nur das Eigenbild der Deutschen verändert, sondern auch den internationalen Ruf. Vorher galten wir oft als freudlose Arbeitsbienen, hinterher staunten alle: Die sind ja richtig freundlich und können verdammt gut feiern. Wie könnte sich die Wahrnehmung von Südafrika durch die WM ändern?
Jordaan: Wer immer nur von der Kriminalität bei uns hört und all den Schwierigkeiten, die Südafrika bewältigen muss, denkt schnell, bei uns liefen nur böse und unglückliche Menschen herum. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ich hoffe, dass sich auch Uli Hoeneß bald davon überzeugt.
Das Gespräch führte Sven Böll in Johannesburg.
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Südafrika ist selbstverständlich ein schönes Land, jedoch ist die labile Sicherheitslage in Südafrika ein riesen Problem. So ein großes Problem, dass immer mehr Bürger ihrer Heimat den Rücken zeigen. Dieses Phänomen bezeichnet man [...] mehr...
Sehe ich auch so. Da Problem sind die extrem hohen Kosten. für ein Paket mit einem Spiel soll man ja imho schon 3.000 Euro berappen. Das überlegen sich alle Fans 3 mal insbesondere vor dem hintergrund der Wirtschaftskrise. Auch [...] mehr...
Ooooooch ! Jo mei des ist ja jetzt echt schaaade dass Herr Hoeness nicht nach Südafrika kommen mag. So ein Pech aber auch, dabei haben wir 30 Millionen Südafrikaner uns schon so auf ihn gefreut. Na gut, zugegebener massen nur paar [...] mehr...
Genau. Stellen wir uns man vor, 2006 hätte ein südafrikanischer Funktionär erklärt, die WM nach Deutschland zu vergeben sei ein großer Fehler gewesen, weil in Nordirlanf eine Bombe hoch gegangen ist oder in Sizilien die Mafia [...] mehr...
Problem ist zum Beispiel für SA ein durch Tricks und Manipulationen ins Amt gekommener Präsident, der im Leopardenfelllendenschurz als Möchtegern-Shaka herumhüpft, die sechste Frau heiratet und verbreitet AIDS sei mit Duschen [...] mehr...
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