328-Meter-Hochhaus: China eröffnet höchstes Dorfhotel der Welt

Ein 74 Stockwerke hoher Wolkenkratzer überragt das reichste Dorf Chinas: In Huaxi wurde jetzt ein riesiges Hotel eröffnet. Viele Besucher kommen hierher, um sich inspirieren zu lassen - denn der kleine Ort, der von Industriegebieten umgeben ist, hat eine einmalige Erfolgsgeschichte hinter sich.

Huaxi in China: Dorf der Reichen eröffnet Riesenhotel Fotos
AFP

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Eine gigantische goldene Kugel prangt auf dem Dach, die Aussichtsplattform wird von einem Bullen aus Massivgold bewacht: Das höchste Gebäude des Dorfes Huaxi soll vom ersten Tag an mit prunkvollem Glanz beeindrucken. Mit einer großen Feier wurde jetzt der 74-stöckige Wolkenkratzer eingeweiht, der das Longxi International Hotel beherbergt.

Das edle Äußere passt gut zu dem Ort in der Jiangsu-Provinz im Osten Chinas. Denn Huaxi gilt mit seinen knapp 2000 Einwohnern als das reichste Dorf Chinas: Jeder Bürger hier verfügt über mehr als 100.000 Euro Vermögen, ein Haus und ein Auto. Sie alle sind Teilhaber der Kommune und werden an ihren Gewinnen beteiligt, müssen einen Teil der Einnahmen allerdings für das Allgemeinwohl investieren - Huaxi gilt als kommunistisches Vorzeigeörtchen.

Vor 40 Jahren kam der Bürgermeister und Bauer Wu Renbao auf die Idee, statt auf Landwirtschaft künftig auf Metall- und Textil-Industrie zu setzen und die Bürger an den Einnahmen zu beteiligen. Heute ist Huaxi von großen Fabriken umgeben. Dort sind auch Zehntausende Arbeiter tätig sind, die anders als die Dorfbewohner nicht an den Gewinnen beteiligt werden. Bürger der Kommune zu werden ist inzwischen schwierig: Dafür müssen Anwärter zunächst selbst große Beträge in die lokale Infrastruktur investieren.

Nachbildungen berühmter Bauwerke

Aus dem ganzen Land reisen laut Medienberichten Ökonomen und Wissenschaftler an, um sich von der Erfolgsgeschichte des Dorfs inspirieren zu lassen. Ab jetzt können die Besucher in einem der 826 Zimmer des 328 Meter hohen Gebäudes unterkommen. Zur Ausstattung gehören außerdem ein langsam rotierendes Restaurant, ein Swimming Pool auf dem Dach sowie eine Halle für Ausstellungen. Außer den Hotelzimmern sind in dem Gebäude auch zahlreiche Apartments untergebracht.

Das Vergnügungsangebot für Besucher außerhalb des Hotels ist allerdings bisher begrenzt: Bars und Restaurants im Dorf schließen um 22 Uhr, um die Menschen nicht vom Schlaf abzuhalten, schließlich müssen sie enorm viel schuften. Arbeitsfreie Wochenenden sind hier auch selten - laut einem Bericht des australischen Fernsehsenders ABC haben die Einwohner nur zwei freie Tage pro Monat. Auf den Straßen sind immerhin einige Nachbildungen berühmter Bauwerke zu sehen - vom Opernhaus Sydney bis zum Pekinger Platz des Himmlischen Friedens.

Zur Eröffnung des Hotels, dessen Gebäude zu den 50 höchsten weltweit zählt, traten Trommler und Tänzer auf. Gleichzeitig wurde dabei das 50-jährige Bestehen von Huaxi begangen.

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Viel interessanter
richsorge 12.10.2011
Zitat von sysopEin 74 Stockwerke hoher Wolkenkratzer überragt das reichste Dorf Chinas: In Huaxi wurde jetzt ein riesiges Hotel eröffnet. Viele Besucher kommen hierher, um sich inspirieren zu lassen - denn der kleine Ort, der von*Industriegebieten umgeben ist, hat*eine einmalige Erfolgsgeschichte hinter sich. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,791239,00.html
wäre ein Artikel über die Möglichkeiten einer Kommune in dem ach so diktatorischen System ihr eigenes Ding zu machen. Das ist ja zwischen den Zeilen herauszulesen: Das klingt doch sehr nach einer Art demokratischer Struktur. Das stützt die These, daß es wenig Sinn macht Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben, sondern etwas diffenzierter die Dinge in der VR auszuleuchten. Aber das bringt wohl nicht so viel Quote (was ich - bei allem Respekt - bezweifle).
2. ....
Steeevyo 14.10.2011
Zitat von richsorgewäre ein Artikel über die Möglichkeiten einer Kommune in dem ach so diktatorischen System ihr eigenes Ding zu machen. Das ist ja zwischen den Zeilen herauszulesen: Das klingt doch sehr nach einer Art demokratischer Struktur. Das stützt die These, daß es wenig Sinn macht Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben, sondern etwas diffenzierter die Dinge in der VR auszuleuchten. Aber das bringt wohl nicht so viel Quote (was ich - bei allem Respekt - bezweifle).
Jeder der sich hier ein bisschen laenger aufhaelt weiss das alles. Jeder der nur auf Spiegel Welt Faz etc. Artikel zugreifen kann wird eher ein verzerrtes Bild praesentiert bekommen. Mein Lieblingsartikel in dieser China Bashing Kategorie war immer noch der als Herr Lorenz den nach Hong Kong wahrscheinlich grosszuegigsten und effizientesten Flughafen der Welt in Peking als 'Nadelehr mit Nervgarantie' beschrieben hat. Selten gab es in den Kommentaren unglaeubigeres Kopfschuetteln unter denen, die den Flughafen regelmaessig benutzen. China ist schon lange kein diktatorisches System mehr. Autoritaer ja. Diktatorisch nein. Einparteiensystem ja. Eine Stimme innerhalb dieser Partei? Mitnichten. Ich wuerde sagen vergleichbar unseren autoritaeren Freunden in Suedkorea bevor die Demokratisierung dort Einzug hielt, die ebenfalls nichts mit unseren westlichen Standards zu tun hat (ebenso wie diese in Japan). Und uebrigens: Wer bei einem 1.3 Milliarden Volk nicht differenzieren kann, dem ist sowie nicht zu helfen.
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