Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Aktivurlaub in Pjöngjang: Nordkorea verblüfft mit Golfturnier für Touristen

Wer Golf spielt, gerne reist und im April noch nichts vorhat, für den hat Nordkorea nun ein ungewöhnliches Reiseangebot: Erstmals findet in der Nähe von Pjöngjang ein internationales Amateurturnier statt. Auf dem Platz soll Diktator Kim Jong Il ein einmaliger Rekord gelungen sein.

Nordkorea: Sozialistischer Staat als Reiseziel Fotos
DPA

Es gibt eine Sauna, und im nahegelegenen Taicheng-See können Touristen angeln und Boot fahren: Der einzige Golfplatz Nordkoreas, der etwa 20 Kilometer westlich von der Hauptstadt Pjöngjang liegt, veranstaltet im April erstmals ein internationales Turnier, wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet.

Ein britischer und ein chinesischer Reiseveranstalter bieten Fünftages-Trips mit der Teilnahme am Wettbewerb an. Voraussetzung ist, dass man ein Golf-Handicap vorweisen kann. Der 18-Loch-Golfplatz wurde nach Angaben der Internetseite des Wettbewerbs im Jahr 1991 eröffnet. Der Legende zufolge soll Staatschef Kim Jong Il bei der Eröffnung eine sensationelle Runde mit 38 unter Par gespielt haben. Elf Asse, also Treffer mit einem einzigen Schlag, sollen ihm dabei gelungen sein. Ganz glaubwürdig ist dieser Weltrekord allerdings nicht, da es Kims erster Versuch gewesen sein soll, Golf zu spielen.

Der chinesische Veranstalter Dandong CTS bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die nordkoreanische Regierung das Amateur-Sportereignis ausrichten will. Ein paar Absprachen müssten allerdings noch getroffen werden, sagte ein Sprecher. Europäischer Anbieter ist Lupine Travel aus England, ein Reiseunternehmen, das sich unter anderem auf Touren zum Tschernobyl-Reaktor und nach Nordkorea spezialisiert hat.

Reisen nach Nordkorea sind bislang nur in Begleitung von Staatsbeamten möglich. Man braucht eine offizielle Einladung aus dem Reiseland und muss vorab die geplanten Zielorte abstimmen. Touristen müssen Mobiltelefone bei der Ankunft abgeben, Journalisten dürfen in der Regel überhaupt nicht einreisen.

In den vergangenen Monaten hat sich der Konflikt zum südlichen Nachbarland wieder verschärft. Nordkorea hatte Ende November die südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Artilleriegeschossen angegriffen und dabei vier Südkoreaner getötet. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass das kommunistische Land eine neue weitläufige Anlage zur Urananreicherung betreibt. Das Verhältnis zwischen Seoul und Pjöngjang wurde ohnehin bereits durch einen Torpedoangriff im März auf ein südkoreanisches Marineschiff, bei dem 46 Menschen umkamen, belastet, der laut einer internationalen Untersuchung von Nordkorea verübt wurde.

sto/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ui!
fritze meier, 14.01.2011
Hübsch gemachter Hoax.
2. Situs villa tengis essa bernet
TeaRex 14.01.2011
38 unter Par! Klare Sache, und Mao Tse Tung schwimmt solange mal eben über 'n paar Flüsse.
3. Ironie an:
Sternencolonel 14.01.2011
Zitat von TeaRex38 unter Par! Klare Sache, und Mao Tse Tung schwimmt solange mal eben über 'n paar Flüsse.
Wieso sollte er schwimmen, er kann doch auch ganz gemütlich übers Wasser laufen ^^
4. Nicht zu fassen
Ylex 14.01.2011
Ausgerechnet Golf in Nordkorea, nicht zu fassen - wann landen Tiger Woods und Martin Kaymer mit ihren Trolleys in Pjöngjang?
5. Putten beim sozialistischen Brudervolk
Maynemeinung 14.01.2011
Wäre das nicht eine nette Geschenkidee für Gesine Lötzsch? Vielleicht findet Sie auf dem volkseigenen Green ja ihre Wege zum Kommunismus.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH