Hundeschlittenwettlauf in Alaska Ein Rennen gegen den Sturm

Klirrende Kälte, eisige Böen und raues Gelände: Das Schlittenhunderennen von Iditarod gilt als eines der härtesten der Welt. In diesem Jahr fuhr der US-Amerikaner Dallas Seavey als Erster durchs Ziel - es ist sein zweiter Sieg in drei Jahren.

AP

Anchorage - Es war ein knapper Sieg, aber es hat gereicht: Nur knapp zwei Minuten vor seiner schnellsten Verfolgerin erreichte Dallas Seavey am Dienstag das Ziel in Nome, dem Ort, an dem das Iditarod-Hundeschlittenrennen traditionell endet.

Acht Tage, 13 Stunden und vier Minuten hatte der 26-Jährige für die mehr als 1600 Kilometer lange Strecke durch die Wildnis von Alaska gebraucht - die beste Zeit bislang. Zuletzt hatte der Rekord bei acht Tagen, 18 Stunden und 46 Minuten gelegen. Hinter Seavey fuhr die 44 Jahre alte Aliy Zirkle mit ihren zehn Hunden ins Ziel. Nur einmal, 1978, war ein Wettkampf in der 42-jährigen Geschichte des Rennens knapper ausgegangen.

Der aus Alaska stammende Seavey war sich bis zuletzt seines Sieges nicht sicher, wie er der "Anchorage Daily News" verriet: Noch am Ende dachte er, seine Verfolger würden ihn einholen - darunter auch sein Vater, Mitch Seavey. Wie Seavey der Jüngere ist auch er kein Unbekannter bei dem Hundeschlittenrennen, das als eines der härtesten der Welt gilt.

Eisiger Sturm, schlechte Sicht

Vor zwei Jahren war Dallas Seavey als jüngster Iditarod-Gewinner aller Zeiten gefeiert worden. Im Jahr 2004 und 2013 hatte sein Vater das mit 50.000 Dollar (etwa 36.000 Euro) dotierte Rennen gewonnen. In diesem Jahr musste der 54-Jährige sich mit dem dritten Platz begnügen.

Die rauen Bedingungen hatten den ursprünglich rund 70 Teams die Fahrt erschwert, 19 der "Musher" genannten Teilnehmer mussten aufgeben. Zuletzt zwangen laut "Anchorage Daily News" ein Sturm und die schlechte Sicht Jeff King in die Knie, der zuvor an der Spitze gewesen war.

Dutzende Mitstreiter waren Stunden nach Seaveys Zieleinlauf noch unterwegs. Der in Alaska lebende gebürtige Schweizer Martin Buser, Sieger von 2002, kam als Sechster durchs Ziel. Es nahmen auch Musher aus Norwegen, Schweden, Neuseeland, Australien und Jamaika teil.

Für Tierschützer ist das Rennen einen unnötige Quälerei der Schlittenhunde. Bereits 2012 hieß es in einer Stellungnahme der Tierschutzorganisation Peta, zum Teil stürben bei der Veranstaltung mehr als ein Dutzend Tiere "an durch Stress verursachter Lungenentzündung, Magengeschwüren oder dem 'plötzlichen Tod-Syndrom' - weil sie sich buchstäblich zu Tode rennen". Unzählige weitere Hunde würden verletzt. Ob beim diesjährigen Iditarod Tiere zu Schaden kamen, ist nicht bekannt.

Das Rennen zwischen den Ortschaften Willow nördlich von Anchorage und Nome an der Beringsee findet in Erinnerung an eine Hundeschlitten-Expedition im Jahr 1925 statt. Damals war Impfstoff zur Bekämpfung eines Diphtherie-Ausbruchs nach Nome gebracht worden. Den Namen Iditarod verdankt der Wettbewerb einem alten Pfad in Alaska, der Goldgräber- und Hafenorte verband.

emt/rls/dpa



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
noalk 12.03.2014
1. Der Name
"Den Namen Iditarod verdankt der Wettbewerb einem alten Pfad, der Goldgräber- und Hafenorte im Norden Alaskas verband." --- Iditarod ist der Name eines Ortes, der dem Iditarod-Trail den Namen gegeben hat. Dieser Trail "verbindet" Anchorage und Nome, liegt also im Südwesten Alaskas, nicht im Norden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.