Fotoreise Die Welt in Gesichtern

Seit neun Jahren bereist Alexander Khimushin auch entlegene Gebiete der Welt. Mit seinen Fotos will er zeigen, wie unterschiedlich die Menschen sind - und was sie vereint.

Alexander Khimushin

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Zur Person
  • Alexander Khimushin
    Alexander Khimushin wuchs im eisigen Jakutien auf, vor 15 Jahren zog er nach Australien. Doch mittlerweile verbringt er nur noch wenig Zeit in seiner Wahlheimat: Für sein Fotoprojekt "The World in Faces" will er alle Länder der Welt bereisen und die Vielfalt der Menschen zeigen.

Alexander Khimushin reist seit neun Jahren allein über den Globus und sucht nach abgelegenen Orten: von der Wildnis Sibiriens bis zu kleinen Dörfern in Äthiopien - 84 Länder hat er bereits besucht.

Was vor vielen Jahren als Abenteuerreise begann, hat sich seit 2014 zu einem großen Fotoprojekt gewandelt. Seit seinem ersten Reisetag war die Kamera Khimushins ständiger Begleiter, beim Durchsehen seines Archivs fand er viele tolle Porträts von Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Er erkannte, dass der interessanteste Teil seines Trips nicht die Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen sind, sondern die Leute, denen er begegnet. Diese zeigt er nun in seiner Serie "The World in Faces".

Alte und Junge verschiedener Kontinenten der Erde blicken mal lächelnd mal ernst in die Kamera. Die Männer, Frauen und Kinder tragen Federschmuck, Perlenketten, Hüte, dicke Felljacken oder bunte Gewänder. Die Fotos erzählen nicht nur etwas über die Persönlichkeiten, sondern auch über Kleider und Traditionen der Menschen der jeweiligen Kulturen.

Anfangs machte Khimushin Schnappschüsse, heute nimmt er sich viel Zeit für jede einzelne Person: "Ich muss sehr geduldig sein, stundenlang Tee trinken und reden." Erst dann würden die Menschen anfangen, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Diese verrät Khimushin allerdings nicht, auf der Website seines Projekts erfährt der Betrachter nur den jeweiligen Ort der Aufnahme.

Obwohl Khimushin auch bekannte Orte aufsucht, interessieren ihn vor allem abgelegene Regionen der Welt, in denen traditionelle Lebensweisen, Kleidung und Bräuche noch bewahrt werden.

Viele indigene Völker seien sehr stolz auf ihre Kultur, die oft wenig bekannt ist. "Sie sind dankbar, dass jemand Tausende von Kilometern zurückgelegt hat, um zu ihnen zu gelangen, und bereit ist, der Welt von ihnen zu erzählen", sagt Khimushin. Diese Menschen seien auch besonders aufgeschlossen gegenüber Fremden: "Die meisten laden mich in ihr Haus ein, interessieren sich dafür, wer ich bin und woher ich komme."

Mit seinen Fotos hofft Khimushin, das Interesse für den Erhalt dieser Ethnien zu erhöhen und ein Bewusstsein für ihre Probleme zu schaffen - viele von ihnen stehen vor dem Verschwinden.

Khimushins will mit seinem Projekt auch die Vielfalt der Menschen feiern: "Anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen und zu hassen, sollten wir unsere Unterschiede bewundern und alle Menschen respektieren, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder Kultur." Trotz aller Verschiedenheit würden alle die gleichen menschlichen Werte verbinden: "Diejenigen auf der anderen Seite der Welt sind im Grunde genau so wie die Menschen, die nebenan wohnen."

Zurzeit fotografiert Khimushin Rentierzüchter auf der sibirischen Taymyr-Halbinsel, die man nur mit einem Hubschrauber erreichen kann. Doch auch danach ist seine Reise noch längst nicht zu Ende: "Es gibt mehr als 10.000 verschiedene ethnische Gruppen auf diesem Planeten. Das Leben reicht nicht aus, um sie alle zu besuchen, aber ich werde mein Bestes geben."

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