Die Höhle ist etwa 300 Meter lang und zehn Meter hoch, ihre Wände sind komplett aus Eis. Nicht unbedingt der Ort, an dem man normalerweise auf die Idee kommt, einen Gleitschirm als Fortbewegungsmittel zu nutzen. Doch genau das taten die Extremsportler der Ataraxia-Expedition in der Valdez-Schneehöhle in Alaska. Mit Skiern und Schirm - Speedflying nennt sich diese Disziplin - rasten sie durch die Engstelle. Die Fotos, die dabei entstanden, sind spektakulär.
Ungefährlich war dieser Stunt in der unterirdischen Enge nicht. "Ich habe den Fotografen umgeflogen und an der Schulter erwischt", berichtet der Münchner Philip Kuchelmeister, einer der sieben Teilnehmer der Expedition. Zum Glück konnte der Fotograf weitermachen: Insgesamt 25.000 Bilder entstanden auf der zweieinhalb Monate dauernden Tour mit Teilnehmern aus Deutschland und den USA, die von Anchorage aus in die eisige Wildnis führte.
Die Idee war, verschiedene Disziplinen des modernen Outdoor-Sports zu kombinieren: Snowkiten, Speedflying, Paragliding, Skitour und Gletscherüberquerung. Höhepunkt sollte im Mai eine Besteigung des Mount Marcus Baker (4016 Meter) werden. Auf Skiern wollte die Gruppe sich von Snowkites bis zum Gipfel ziehen lassen und den Rückweg ebenfalls mit Kites in großem Tempo schaffen.
Das allerdings stellte sich als enorm schwierig heraus. "Bergsteiger brauchen nur gutes Wetter, mit den Kites brauchten wir zusätzlich noch guten Wind - und der kam meistens leider aus der falschen Richtung", berichtet Kuchelmeister, der schon als Kind seine Liebe zum Skifahren entdeckte. Selbst sein Mitstreiter Sebastian Bubmann, ehemaliger Junior-Weltmeister im Snowkiten, musste bei diesen Bedingungen passen. Immer wieder harrten die Extremsportler tagelang in ihren Zelten aus, weil die Sicht draußen quasi bei Null war und heftige Stürme und Schneefälle einen Aufstiegsversuch unmöglich machten.
Schließlich gab die Gruppe das Vorhaben auf. Einige bestiegen den Gipfel schließlich auf dem konventionellen Weg mit Tourenskiern und Eiskletterausrüstung. Der Plan vom Kiten zum Viertausendergipfel besteht jedoch weiterhin. "Wir gehen dahin zurück", verspricht Kuchelmeister.
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