Auf Dschingis Khans Spuren Australier reitet 10.000 Kilometer weit

10.000 Kilometer in drei Jahren und drei Monaten: Der Australier Tim Cope hat seine Reise zu Pferd von der Mongolei bis Ungarn beendet. 13 Pferde und ein Kamel benötigte er für seinen Marathonritt auf den Spuren des Mongolenfürsten Dschingis Khan.


Budapest - Er hat Wölfe mit Feuerwerkskörpern verscheucht und seinen Hund mit rohen Eiern und Wodka wiederbelebt. Das sind nur zwei von vielen Episoden, die der 28-jährige Australier Tim Cope auf seiner 10.000 Kilometer langen Reise von der Mongolei nach Ungarn erlebt hat. Drei Jahre und drei Monate wandelte der Abenteurer zu Pferd auf den Spuren des legendären mongolischen Eroberers Dschingis Khan. Am Samstag traf er am Ziel in der Stadt Opusztaszer in der ungarischen Puszta ein, zusammen mit drei Pferden und einem Hund.

"Ich bin überglücklich, hier angekommen zu sein", sagte Cope erleichtert. "Manchmal habe ich gedacht, ich schaffe es nicht." Seine Reise hatte er nach eigenem Bekunden den Nomaden gewidmet, die sich in den vergangenen Jahrhunderten auf den beschwerlichen Weg westwärts von Mittelasien nach Europa begeben hatten.

Der Mann aus der südostaustralischen Region Gippsland war im Juni 2004 in der Mongolei zu seinem Abenteuer aufgebrochen. Sein Weg führte ihn weiter durch Kasachstan, den Süden Russlands, die Ukraine und in den letzten zwei Wochen seiner Reise durch Ungarn. Dabei reiste er immer mit drei Pferden gleichzeitig, eines trug ihn, die anderen beiden waren mit Lebensmitteln, Futter und sonstigem Gepäck beladen. Insgesamt benötigte er 13 Pferde und kurzzeitig in Kasachstan sogar ein Kamel. Mit dabei war Tigon, ein weiß-schwarzer Jagdhund, den er in Kasachstan geschenkt bekommen hatte.

Die Tiere und die zahlreichen Menschen, die ihn in ihren Häusern willkommen geheißen haben, seien die wahren Helden, sagte Cope in Opusztaszer. Die Pferde, Tigon und er mussten harte Zeiten durchstehen. In den Steppen von Asien und Europa erlebten sie Frost bis minus 52 Grad Celsius und Hitze bis 54 Grad Celsius. Zweimal wurden Cope die Pferde gestohlen und einmal auch Tigon, den er fast erfroren in einem Minenschacht wieder fand.

Mit 18 Monaten hatte er zunächst gerechnet, tatsächlich brauchte er mehr als doppelt so lange. Ende 2006 hatte Cope seine Reise für wenige Monate unterbrochen, weil sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Er kehrte deshalb kurzzeitig zu seiner Familie nach Australien zurück und setzte anschließend seine Reise in der Ukraine wieder fort.

abl/Pablo Gorondi, AP

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