Australien und seine "Big Things" Größenwahnsinnigschön

Wer auf Australiens Straßen fährt, dem begegnet schon mal ein sechs Meter hohes Krokodil oder eine 13 Meter lange Banane: Das Land liebt seine "Big Things" - als Ablenkung auf Roadtrips und Ausdruck der Volksseele.

Getty Images

Von , Sydney


Zuletzt war es Riese Larry, der international für Schlagzeilen sorgte. Larry ist ein rund 17 Meter hoher Hummer aus Stahl und Fiberglas, eine Statue in der australischen Stadt Kingston Southeast - und eines der beliebtesten "Big Things" im Land. So nennen Australier ihre "Riesendinge", ihre überdimensionierten Statuen, die überall im Land stehen. Es gibt schätzungsweise zwischen 100 und 350 von ihnen.

Einige sind eher belanglose Attraktionen für einzelne Städte und Regionen. Viele andere jedoch haben längst Kultstatus im Land. Sie spiegeln wider, was eine Stadt oder eine Region ausmacht ("The Big Banana", "The Big Merino") - und manchmal auch, was Australiern ganz besonders am Herzen liegt ("The Big Beer Can", "The Big Golden Guitar").

Einer der beliebtesten Riesen im Land ist Larry alias "The Big Lobster": Wie viele andere der Statuen wurde das Meeresgetier in den Achtzigerjahren errichtet. Ein Künstler namens Paul Kelly schnappte sich damals im Auftrag eines Restaurantbesitzers einen echten Hummer, präparierte und vermaß ihn und nutzte das Tier als Modell für sein Werk. Etwa sechs Monate brauchte er für die Arbeiten, Ende 1979 war er fertig.

Und zu Beginn tat Larry, was er tun sollte: Er zog massenweise Touristen an, die im Restaurant Meeresfrüchte essen gingen. Doch das ist lange her. Larry wechselte im Laufe der Jahre den Besitzer, sein Äußeres litt, das Restaurant in der 1400-Einwohner-Stadt Kingston Southeast im Bundesstaat South Australia schloss vor rund zwei Jahren.

Ende August sorgte Larry dann für aufgeregte Schlagzeilen - es wurden Befürchtungen laut, der berühmte Hummer könne verkauft und in einen anderen Bundesstaat verfrachtet werden. "Ein Kingston ohne Larry ist unvorstellbar", schrieb die "New York Times" damals. Die Zeitung zitierte einen lokalen Künstler mit den Worten: "Ohne den Hummer stirbt Kingston."

So weit kam es zum Glück nicht. Eine Familie aus der Gegend übernahm das Grundstück, das Restaurant und Larry - und Kingston Southeast behält damit seinen berühmtesten Vertreter.

Es war nicht das erste Mal, dass eine der Riesenstatuen öffentliches Interesse erregte. Mehr zum Verschwinden der Sieben-Tonnen-Mango, zum Streit um Volksheld/Verbrecher Ned Kelly und zur Rettung der Riesengarnele ohne Schwanz erfahren Sie in folgender Fotostrecke:

Fotostrecke

10  Bilder
Fotostrecke: Die "Big Things" von Australien

Mehr Reisetipps rund um Australien können Sie hier nachlesen. Und wenn Sie Ihr Wissen über die "bloody Insel " testen wollen, gelangen Sie hier zum Quiz:



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hansfohlmeister 10.12.2018
1. kein Hummer
Wenn man das Bild betrachtet sieht man eigentlich sofort, dass es sich nicht um einen Hummer handeln kann, denn er hat keine Zangen. Es gibt in Australien auch keine Meereshummer, aber eine grosse Langusten-Fang-Industrie in Sued-Australien und West-Australien. Sie werden hier "rock-lobster" oder "crayfish" genannt. In Amerika sind lobster allerdings Hummer, daher wohl der Uebersetzungsfehler.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.