Australische Küste Marine versenkt Kriegsschiff als Tauchspot

Explosionen, dann Feuerbälle über der "HMAS Adelaide" - und nach 30 Sekunden war das Kriegsschiff im Ozean versunken: Die australische Marine hat eine ausgediente Fregatte vor der Küste von New South Wales versenkt. Zuvor hatten Umweltschützer und Delfine die Aktion verzögert.


Sydney - Als Attraktion für Taucher hat die australische Marine 100 Kilometer nördlich von Sydney eine 138 Meter lange Fregatte versenkt. Delfine verzögerten das Spektakel am Avoca Beach in New South Wales vor Tausenden Schaulustigen am Mittwoch allerdings: Die Tiere tummelten sich in der Nähe des ehemaligen Kriegsschiffs. Die Küstenwache brauchte fast eineinhalb Stunden, um sie aus der Gefahrenzone zu scheuchen.

Als der Sprengstoff im Rumpf der mehr als 30 Jahre alten "HMAS Adelaide" endlich gezündet wurde, dauerte ihr Untergang keine 60 Sekunden. Das 4000-Tonnen-Schiff liegt nun etwa 30 Meter unter der Wasseroberfläche. Die "HMAS Adelaide" war unter anderem im Golfkrieg 1990/91 gegen den Irak und nach 2001 für die Terrorabwehr im Persischen Golf im Einsatz.

Umweltschützer protestierten, in dem sie am Strand demonstrativ mit dem Rücken zum Meer standen. Sie hatten vergeblich verlangt, dass das Schiff zerlegt und das Altmetall weiterverwendet wird. Ursprünglich sollte die Fregatte schon Ende März versenkt werden, aufgrund der Proteste wurden aber noch Farbe und Drähte an dem Schiff entfernt.

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Versenkt: Vom Kriegsschiff zur Taucherattraktion

abl/dpa

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brux 13.04.2011
1. Versteht keiner
Die meisten Umweltschützer sind leider nur dabei, weil es die Psychotherapie ersetzt. Künstliche Riffe sind eine gute Idee und sicherlich besser als das Schiff in Indien verschrotten zu lassen. Eine Verschrottung in Australien kann man vergessen, weil es dafür gar keine Industrie gibt.
jimknopf107 13.04.2011
2. tja
Eigentlich eine gute Sache, künstliche Riffe zu bauen, um so der arg geschundenen Artenwelt unter Wasser etwas Rückhalt zu geben. Andererseits kann ich auch verstehen, dass die Unweltschützer wenig begeistert sind, da man jedes Gramm Stahl so extra wieder neu abbauen und energieintensiv verarbeiten muss, statt es einfach zu recylen.
superswissmiss 13.04.2011
3. Wozu künstliche Riffe?
Auch dort wo keine Riffe sind, finden sich Lebensräume - halt mit entsprechend angepassten Tieren. Klar mögen an Riffen mehr Fische vorkommen, aber auch in Gewässern ohne Riffe gibt es unzähliege, an eben diese Umgebung angepassten Lebewesen. Knallt man da ein künstliches Riff rein, verschwinden diese Lebewesen. Aber klar, irgendwelche Würmer im Meeresschlick sind halt weniger attraktiv als ein paar bunte Rifffischchen. Zählen denn nicht alle Lebewesen gleich viel und haben denn nicht alle eine Daseinsberechtigung? So ein Wrack zieht natürlich Tauchtouristen an, was wiederum viele Meereslebewesen stört. In Zeiten, in denen ruhige Ecken im Meer sowieso schon selten sind, ist jede weitere Störung umso fataler. Zudem ist zu befürchten, dass von diesem versenkten alten Schiff neue Gefahren ausgehen. Haben Sie eine Ahnung, wieviel Schmieröl nur alleine in den Angeln der Türen in so einem Schiff zu finden sind? Von den Lacken und Farben ganz zu schweigen, mit denen die Wände behandelt wurden, und die schleichend in die Umwelt gelangen? Aber nein, die Umweltschützer sind ja bloss weltfremde Spinner. Wir können sehr gerne diskutieren und Argumente austauschen, aber pauschalge Beschimpfungen sind einfach nur billig und erbärmlich.
erbseneintopf, 13.04.2011
4. verstehe Ihre aufregung nicht
Zitat von superswissmissAuch dort wo keine Riffe sind, finden sich Lebensräume - halt mit entsprechend angepassten Tieren. Klar mögen an Riffen mehr Fische vorkommen, aber auch in Gewässern ohne Riffe gibt es unzähliege, an eben diese Umgebung angepassten Lebewesen. Knallt man da ein künstliches Riff rein, verschwinden diese Lebewesen. Aber klar, irgendwelche Würmer im Meeresschlick sind halt weniger attraktiv als ein paar bunte Rifffischchen. Zählen denn nicht alle Lebewesen gleich viel und haben denn nicht alle eine Daseinsberechtigung? So ein Wrack zieht natürlich Tauchtouristen an, was wiederum viele Meereslebewesen stört. In Zeiten, in denen ruhige Ecken im Meer sowieso schon selten sind, ist jede weitere Störung umso fataler. Zudem ist zu befürchten, dass von diesem versenkten alten Schiff neue Gefahren ausgehen. Haben Sie eine Ahnung, wieviel Schmieröl nur alleine in den Angeln der Türen in so einem Schiff zu finden sind? Von den Lacken und Farben ganz zu schweigen, mit denen die Wände behandelt wurden, und die schleichend in die Umwelt gelangen? Aber nein, die Umweltschützer sind ja bloss weltfremde Spinner. Wir können sehr gerne diskutieren und Argumente austauschen, aber pauschalge Beschimpfungen sind einfach nur billig und erbärmlich.
In dem Artikel steht doch ganz klar, dass der Kahn als Tauchspot versenkt wurde....wieso denn nun schon wieder die Aufregung ?...wegen dem Schmierfett in den Türen oh mann oh mann (Türen ölt mann übrigens nicht .....aber egal hauptsache dagegen gelle) Bitte fangen Sie selbst mit Umweltschutz bei sich an und stellen Sie bei Regen ihr Fahrrad ins trockene...das Kettenöl (oder verwenden sie ranzige Butter) könnte das Grundwasser verseuchen ..
der matologe 13.04.2011
5. Kompensation usw...
Zitat von bruxDie meisten Umweltschützer sind leider nur dabei, weil es die Psychotherapie ersetzt. Künstliche Riffe sind eine gute Idee und sicherlich besser als das Schiff in Indien verschrotten zu lassen. Eine Verschrottung in Australien kann man vergessen, weil es dafür gar keine Industrie gibt.
Und was kompensieren sie mit ihrer Logorrhoe? Für wen? Billiger isses, sonst nix. Schon gar nicht eine "gute Idee". Die natürlichen Riffe lässt man immer weiter kaputtgehen, und dann verkauft man dem dummen Volk grossmassstäbliche Müllentsorgung als was gaaanz tolles. Ach nein? Wär´ doch mal eine Marktlücke. Kostet aber dann trotzdem Geld.
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