Moby Dick in echt: Die besten Reiseziele für Wal-Fans

Tieregucken weltweit: Spots für die Walbeobachtung Fotos
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Alaska oder Azoren, Norwegen oder Mexiko: Wer Wale in freier Wildbahn beobachten will, muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wenn Sie unseren Tipps folgen, sind Bekanntschaften mit den Meeressäugern garantiert.

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Wale lieben es mal warm, mal kalt. Einige der rund 80 Walarten bleiben das ganze Jahr über in ihren heimischen Gewässern, andere legen zwischen ihren Winter- und Sommerquartieren Tausende Kilometer zurück. Wir stellen die acht schönsten Plätze vor, an denen man die Meeressäuger beobachten kann.

Kanarische Inseln: Die Gewässer vor Teneriffa und La Gomera zählen zu den besten Spots der Walbeobachtung. 28 Wal- und Delfinarten sind dort heimisch, unter anderem Pilotwale, Grindwale, Pottwale und Schnabelwale. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich Wale zu sehen, liegt bei 80 bis 90 Prozent.

Anbieter von Bootstouren gibt es zuhauf. Sobald einer der Meeressäuger auftaucht, wird das Boot gestoppt. Bei der Auswahl des Anbieters sollte man allerdings darauf achten, dass ein Biologe oder ein Naturführer an Bord ist, denn dann erhält man die besten Einblicke in das Leben der Meeressäuger.

Walsaison: ganzjährig.

Azoren: Früher dienten die Vigias genannten Aussichtstürme auf den Azoren den Walfängern dazu, die Wale besser aufzuspüren. Heute, etliche Jahre nach dem Ende der traditionellen Waljagd, werden sie restauriert und von Walbeobachtern genutzt.

Vom Vigia da Queimada bei der Ortschaft Lajes do Pico zum Beispiel kann man an klaren Tagen Wale und Delfine in einer Entfernung von bis zu 30 Kilometern sehen. Wegen der zentralen Lage im Atlantik findet sich rund um die Azoren eine erstaunliche Vielfalt: Pott-, Blau- und Finnwale sowie die seltenen Entenwale und andere Schnabelwale. Neben der Beobachtung vom Land aus kann man natürlich auch mit dem Boot zum Whale Watching fahren.

Walsaison: Mai bis Oktober.

Island: In den Gewässern um den Inselstaat fühlen sich die Meeresriesen besonders wohl. Walbeobachtung ist hier an vielen Stellen möglich. Besonders häufig zu sehen sind Zwergwale und Delfine, aber auch Buckelwale, Finnwale und Blauwale kann man immer wieder beobachten.

Zur Ausrüstung gehören bei der Walbeobachtung neben einem Fernglas vor allem warme Klamotten, denn selbst bei bestem Wetter wird es durch den Wind an Bord der Beobachtungsschiffe oft recht frisch. Die Exkursionen dauern je nach Abfahrtsort zwischen drei und zehn Stunden. Zu empfehlen ist übrigens auch der Besuch des hervorragenden Húsavík-Walzentrums.

Walsaison: April bis Oktober.

Norwegen: Nahe dem Walforschungszentrum Andenes an der Nordspitze der Vesteralen-Inseln etwa 300 Kilometer nördlich des Polarkreises lassen sich im Zauberlicht der Mitternachtssonne unter anderem Pott-, Zwerg-, Buckel- und Finnwale beobachten.

Zu Orcas führen Touren in den Tysfjord. In diesem Revier, das rund 60 Kilometer südlich der 20.000-Einwohner-Stadt Narvik liegt, halten sich bis zu 800 dieser Säuger auf, die den laichenden Heringen folgen.

Walsaison: Juli/August vor den Vesteralen und Oktober bis Januar im Tysfjord.

Mexiko: Hunderte von Grauwalen versammeln sich jeden Winter aus der eisigen Beringsee kommend zur "Sommerfrische" vor der Baja California in Mexiko. Sie treffen sich in den warmen Gewässern rund um die Halbinsel zur Paarung. Dabei vollführen die bis zu 40 Tonnen schweren Tiere unter lautem Prusten akrobatische Luftsprünge.

Die besten Walbeobachtungsposten sind Bahía Magdalena, Laguna San Ignacio und Laguna Ojo de Liebre. Mit kleinen Booten nähert man sich dort den Tieren bis auf den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand.

Walsaison: von Januar bis März.

Dominikanische Republik: Hunderte Buckelwale ziehen aus ihrer arktischen Heimat zwischen Mitte Januar bis Mitte März in die warmen Gewässer der Bucht von Samaná im Osten der Dominikanischen Republik. Dort pflanzen sich die bis zu 45 Tonnen schweren Tiere fort, bringen ihren Nachwuchs zur Welt und ziehen ihn groß.

Die Walbeobachtungsschiffe der Gesellschaft Transporte Marítimo Minadiel sind mit einem Unterwassermikrofon ausgestattet, um die Gesänge der Walmännchen hörbar zu machen. Eine große Attraktion ist der Nationalpark Los Haitises am Ende der Bucht. Dort ragen Inseln aus Kalkstein wie Riesenpilze aus dem Wasser. Wer einen guten Tag erwischt, der bekommt hier Delfine, Pelikane, Fregattvögel und vielleicht sogar den ein oder anderen Papagei zu sehen.

Walsaison: von Mitte Januar bis Mitte März.

Alaska: Im Prince William Sound im Golf von Alaska kann man von Bord der Linienfähre von Valdez nach Whittier Wale beobachten. Die Orcas fühlen sich in der geschützten (und nach der Tankerkatastrophe der Exxon Valdez von 1989 wieder weitgehend regenerierten) Bucht pudelwohl und leben das ganze Jahr über dort. Außerdem gibt es auf der siebenstündigen Überfahrt auch noch Seelöwen, Delfine, Biber und Adler zu sehen.

Die Buckelwale kommen im Frühjahr aus Hawaii nach Alaska, um sich satt zu essen. Die Resurrection Bay auf der Kenai-Halbinsel ist der beste Spot. Auf den Schiffen der Gesellschaft Kenai Wildlife Cruises gibt es neben Walen übrigens auch noch Seelöwen, Delfine und riesige Vogelkolonien zu sehen.

Walsaison: von Juni bis September.

Hawaii: Den Buckelwalen ist es in Alaska zu kalt zum Spielen. Wenn sie sich im Nordmeer sattgefressen haben, treten sie deshalb die mehr als 5000 Kilometer lange Reise über den Pazifik nach Hawaii an, um sich in den badewannenwarmen Gewässern der Aloha-Inseln zu paaren und ihre Jungen aufzuziehen.

Am besten kann man die Meeresriesen vor der Südwestküste von Maui, der zweitgrößten Insel des Archipels, beobachten. Nicht nur von den Ausflugsbooten aus, sondern auch als Rahmenprogramm zum Sundowner von den Hotels des Makena Beach oder des Wailea Beach aus.

Walsaison: von Dezember bis Mai

Damit das Whale Watching nicht zur Belastung für die riesigen Säuger wird, sollten Walfans ein paar Regeln beachten, die vom WWF und anderen Tierschutzorganisationen empfohlen werden. Möglichst sollte vor einer Tour gecheckt werden, ob die Anbieter diese kennen und beachten:

  • laute Geräusche an Bord oder Klopfen an die Bordwand vermeiden
  • nicht füttern, nicht streicheln
  • keinen Müll ins Wasser werfen
  • Touren sollten ausschließlich von erfahrenen Kapitänen durchgeführt werden, um Kollisionen zu vermeiden.
  • Mindestabstand von 100 Meter zwischen Boot und den Tieren muss eingehalten werden, bei Walschulen oder Muttertieren mit Kälbern mehr. Kommen die Wale von sich aus näher, kann der Abstand auch unterschritten werden.
  • nur maximal drei Boote in der Nähe eines Tieres
  • Gruppen und Muttertiere von Kälbern dürfen auf keinen Fall durch die Boote voneinander abgeschnitten werden.
  • Die Tiere dürfen nicht gejagt oder durch mehrere Boote eingekreist werden.
  • Wenn sich die Tiere gestört fühlen, sollten sich die Boote langsam nach hinten entfernen.

Brigitte von Imhof/srt/sto

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Regeln
schmuellöffelholz 28.07.2013
Um diese Regeln als Tourist auch einhalten zu können, sollte man sich vor dem Urlaub ganz genau erkundigen wie diese Touren tatsächlich ablaufen. Vor Samaná kennen die Touranbieter keine dieser neun Regeln oder der Konkurrenzdruck ist so groß (Regel Nr. sechs), dass sie sich nicht darum scheren. Ich habe mich auch wegen meiner Deutschen Landsleute fremdschämen müssen, das dürfte auch mal in einem Absatz in solch einem Artikel Platz finden.
2. Australien vergessen
cbsabacus 28.07.2013
Vermisse die Erwähnung der Walesharks im Nordwesten Australiens mit denen man sogar schnorcheln kann. Ein ganz besonderes Erlebnis.
3.
aquarelle 28.07.2013
Zitat von cbsabacusVermisse die Erwähnung der Walesharks im Nordwesten Australiens mit denen man sogar schnorcheln kann. Ein ganz besonderes Erlebnis.
Das sind auch keine Cetaceen, um welche es im Artikel nun eimal ausdrücklich geht... Neuseeland hätte man noch erwähnen können. Nachhaltiger Waltourismus ist hier bereits sehr weit fortgeschritten, so dass man als Tourist kaum etwas falsch machen kann. Generell sollte man sich vorab allerdings erkundigen, wie die Fahrten aussehen. Wenn es vorher kein Briefing gibt bzw. keine Lehreinheit über Wale und deren Biologie, ist es recht wahrscheinlich dass man an einen Anbieter geraten ist, bei dem Profit groß geschrieben wird und alles andere eher unwichtig ist. Und, liebe Touristen: Denkt an die Tiere und nicht in erster Linie an euch selbst! Delphine sind nicht Flipper und finden es nicht toll, wenn man sie betatscht. Man kann auch mit den Augen sehen! Sollte jeder ab einem Alter von 2 Jahren verinnerlicht haben. Wir sind dort bloß Gäste und sollten uns dementsprechend verhalten. Es sind wilde Tiere und sollten als solche respektiert werden. Auch der eigenen Gesundheit wegen...
4. Newfoundland
fireman 28.07.2013
You forgot one of the most beautiful places for whale watching ,the coast of Newfoundland . Whales are actually beaching themselves to catch Caplin in the early July time. Just to wiggle slowly back in to the water. All within 5 meters from where you are standing . It is one of the greatest experience to look in to a whales eyes and he is looking at you.
5. ...
Beobachter123 28.07.2013
Canada wurde auch unterschlagen. Da kann man die Wale sogar im Fluß (St. Lorenz) beobachten.
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