Besucherboom aus Fernost: Chinesische Touristen entdecken Dubai

Von Denis Krick

Lust auf Luxus: Touristen aus Fernost erobern Dubai und bringen frisches Geld ins Emirat. Ein Viertel aller Übernachtungen im teuersten Hotel der Stadt buchen inzwischen chinesische Urlauber. Die Betreiber passen ihre Angebote der neuen Klientel an.

Dubai: Die Chinesen kommen! Fotos
Burj Al Arab

Aufschwung dank Fernost: Chinesische Touristen haben Dubai als Urlaubsziel entdeckt. Die neue Kundschaft ist solvent und liebt den Luxus. Davon profitieren unter anderem Hotels wie das Burj al-Arab, eine der teuersten Herbergen der Welt. "26 Prozent unserer Gäste kommen inzwischen aus China", sagt Piers Schreiber von der Jumeirah Group, die das Hotel betreibt. "Zum chinesischen Neujahrsfest, am 23. Januar, werden es sogar 80 Prozent sein." Insgesamt verzeichnete die Hotelkette in ihren vier Häusern in Dubai innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von 66 Prozent an Gästen aus dem Reich der Mitte.

Auf die Eigenheiten der Chinesen hat man in Dubai schnell reagiert. Die Asiaten sind dafür bekannt, dass sie im Urlaubsland Service in ihrer Muttersprache und heimische Speisen erwarten. "Aus diesem Grund arbeiten rund 300 Chinesen in unseren Hotels in Dubai", sagt Schreiber. Weiterhin verfügen die einzelnen Häuser über eigene asiatische Restaurants.

Nicht überall in Dubai hat die chinesische Tourismus-Revolution begonnen. Im edlen Wüstenresort Al Maha ist noch kein großer Zuwachs erkennbar. "Wir hatten in 2011 nur ein paar Paare aus China", sagt Arne Silvis, General Manager des Luxushotels. "Nicht mehr als in den Jahren zuvor". Chinesische Kellner beschäftigt Silvis aber inzwischen auch.

Die Airlines haben sich auf den Ansturm der Chinesen eingestellt. Emirates fliegt vier Ziele im Reich der Mitte an: Peking, Shanghai, Hongkong und Guangzhou. China ist ein wichtiger Markt für die arabische Fluggesellschaft. Peking und Hongkong werden derzeit täglich mit dem Airbus A380 angeflogen. Zwischen Shanghai und Dubai verkehrt der Superjumbo dreimal die Woche.

Gutes Essen statt wilder Partys

Mark Sutch, der bei der Fluggesellschaft Cathay Pacific als Manager für den Mittleren Osten zuständig ist, bestätigt den Trend. "Wir erkennen in diesem Jahr ganz klar einen Zuwachs beim Passagieraufkommen vom chinesischen Festland nach Dubai", erklärt Sutch. "Insbesondere während der Ferien und der Feiertage." Auch aus Richtung Hongkong steige die Anzahl der Buchungen stetig an.

In Dubai freut man sich über diese Zukunftsaussichten, auch wenn eine Angewohnheit der neuen Gäste nicht besonders gut ankommt. "Chinesen geben traditionell kein Trinkgeld", sagt Steve Cromie. Der Australier hat jahrelang in Hongkong gearbeitet und kennt sich mit der fernöstlichen Kultur gut aus. Inzwischen leitet er das "Atmosphere", die höchste Bar der Welt im 122. Stock des Mega-Wolkenkratzers Burj Khalifa. Die "neuen Russen" seien die Chinesen in keinem Fall. "Die gehen sorgfältiger mit ihrem Geld um", erzählt Cromie. Wilde Partys seien selten Teil des Urlauberprogramms. "Statt reichlich Alkohol gönnen sich die Chinesen lieber ein gutes Essen."

Zum Glück sorgen die chinesischen Touristen anderweitig für gute Umsätze. Die Gäste aus Fernost sind verrückt nach Andenken. "Sie fragen häufig nach Souvenirs für die Familie daheim", sagt Cromie. "Auch eine nette Tradition."

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Schwer genervt
Hoffentlich_ausgeglichen 09.01.2012
Zitat von sysopLust auf Luxus: Touristen aus Fernost erobern Dubai und*bringen frisches Geld ins Emirat. Ein Viertel aller Übernachtungen im teuersten Hotel*der Stadt*buchen inzwischen chinesische Urlauber. Die*Betreiber passen ihre Angebote der neuen Klientel an. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,807912,00.html
Dieser Ausdruck "frisches Geld" ist seit der Finanzkrise in Mode gekommen und wird seither vollkommen inflationär verwendet. Diese Verwendung ist nicht gerade sonderlich geistreich, sorry. Da sind Touristen, die ihr Geld in einem anderen Land ausgeben. Fertig. Was soll dieser Ausdruck in dem Zusammenhang, ich verstehe es nicht.
2.
Kamillo 09.01.2012
Zitat von Hoffentlich_ausgeglichenDieser Ausdruck "frisches Geld" ist seit der Finanzkrise in Mode gekommen und wird seither vollkommen inflationär verwendet. Diese Verwendung ist nicht gerade sonderlich geistreich, sorry. Da sind Touristen, die ihr Geld in einem anderen Land ausgeben. Fertig. Was soll dieser Ausdruck in dem Zusammenhang, ich verstehe es nicht.
Das ist eh nur Geld, was die Chinesen dem Rest der Welt mit billigen Waren abgeluchst haben. Und ich gehe das nächste Mal inShanghai auch nur noch in deutsche Restaurants. Die Chinesen sind Kulturbanausen.
3. .
markus_wienken 10.01.2012
Zitat von KamilloDas ist eh nur Geld, was die Chinesen dem Rest der Welt mit billigen Waren abgeluchst haben. Und ich gehe das nächste Mal inShanghai auch nur noch in deutsche Restaurants. Die Chinesen sind Kulturbanausen.
Nun ja, es wurder ja niemand gezwungen die billigen Waren zu kaufen, insofern ist Ihre Kritik nur....billig. Würde ich so nur aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten nicht stehen lassen wollen. Abgesehen davon reisen sie schon viel herum und schauen sich vieles an. Denke ich an die vielen Ballermantouristen, die essen auch nur Schnitzel und schauen sich außer dem Alkohol und Mädels so ziemlich gar nichts an... Und wie war das mit dem Foristen der in Shanghai nur noch in deutschen Restaurants essen möchte...?
4. Wer auf chinesische
xiezeren 10.01.2012
Küche verzichten will, soll das gerne tun. Den Chinesen wird das absolut egal sein, und für mich ist der/die Betrffende ein Kulturbanause. Warum wird in dem Artikel nicht erwähnt, daß es sich bei den Köchen um bestens ausgebildete Köche handelt, die man z.B. in deutschen China-Lestolangs garantiert NICHT antreffen kann. Also, wer in D auf den Besuch von China-Restaurants verzichtet, mit dem bin ich völlig d'accord. Die paar wenigen Ausnahmen (vielleicht 10) kann man normalerweise wirklich nicht ausfindig machen.
5. Warum wurde mein Beitrag nicht veröffentlicht?
Josarian 10.01.2012
Ich hatte die Frage gestellt, wie sich Politik und Wirtschaft dazu verhalten, dass in einem Staat mit einer nichtdemokratischen Einparteienkultur innerhalb von 15 Jahren Personen zu Millionären und Milliardären entwickeln konnten, denn nur diesen wird diese Luxusteilnahme in Dubai wie auch auf der Münchener Maximilianstraße ermöglicht? Auf der anderen Seite leben in China geschätzte 850 Mio Menschen unter katastrophalen Bedingungen und wissen nicht einmal, dass es Dubai gibt. Wer auch immer solche Ausprägungen eines Kapitalismus gut heißt und damit Geld verdient, sollte keine Öffentlichkeit bekommen.
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