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21. Februar 2013, 06:56 Uhr

Architektur in der Einöde

Wurst mit Gipfelblick

Von Maren Hoffmann

Wer träumt nicht von einem Rückzugsort, an dem die Probleme schrumpfen und die Freiheit groß ist? Architekten in aller Welt haben solche Orte gebaut, Baumhäuser, Hütten, Wohn-Wolken. Ein Bildband zeigt Ferien-Unterkünfte, die den Luxus des Verzichts bieten.

Hamburg - Das Leben ist kompliziert. Im Büro Intrigen und IT-Probleme, zu Hause drohen Steuererklärung, Großeinkauf und Kellerentrümpelung. Wer träumt nicht von einem unkomplizierten Rückzugsort, an dem die Probleme klein sind und die Freiheit groß ist? Ein lauschiger Platz zum Schlafen, Lesen und Nichtstun, ein verträumter Blick über Baumwipfel oder einen Bergsee, Geborgenheit ohne Gerümpel?

Das scheint ein universaler Wunsch zu sein. Aber die Art seiner Erfüllung kann sehr viele, sehr unterschiedliche Formen annehmen. Der neue (englischsprachiger) Bildband "Rock the Shack" des Gestalten Verlags stellt beispielhafte Projekte in aller Welt vor - vom Teepavillon über das Baumhaushotel bis zu Strandhütten und prächtig aufgeputzten Scheunen.

Auch den Luxus des Verzichts muss man sich natürlich erst einmal leisten können. Hinter den meisten Entwürfen sitzen renommierte Architektenbüros, die teils minimalistisch ausgestatten Übernachtungsmöglichkeiten im Wald verlangen Preise, die sich nur wohlhabende Urlauber leisten können.

Alternativen zum Konsumwahn

Aber manche der Projekte sind auch Low-Budget-Bauten, die eher von einem glücklichen Händchen ihres Gestalters und einer klugen Einbettung in eine sichtlich respektierte Natur zeugen. Und manche sind gar keine Fluchthütten für überdrüssige Workaholics, sondern tatsächlich Alternativen zum uferlos konsumgetriebenen Immermehr - oder gemeinschaftlich genutzte Orte des Naturerlebens, des konzentrierten Arbeitens oder des künstlerischen Schaffens.

In den USA gibt es schon länger das Tiny House Movement: Die Bewohner der winzigen Häuser verstehen sich zumeist als Minimalisten, die es zum einen als Befreiung empfinden, sich nicht um weitläufige Wohnräume und jede Menge Zeug kümmern zu müssen, zum anderen als kreative Umsetzung der Idee eines möglichst umweltfreundlichen und nachhaltigen Lebensstils.

Der wird natürlich eher konterkariert, wenn man sich als Ausgleich für den 400-Quadratmeter-Loft noch zusätzlich einen Hüttenpalast irgendwo in die Wildnis setzt. Aber ein Wochenende in gepflegter Einöde kann ja auch Anlass sein, die eigene Lebensweise mal grundsätzlich zu überdenken.

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