Reisetipps für Obama Kuba drückt aufs Tempo

Was sieht Barack Obama bei seinem Kuba-Besuch? Ein Land, das immer mehr Touristen anlockt - und sich wohl schon bald massiv verändern wird.

REUTERS

Es wird wohl noch eine Menge Wasser gegen die Malecón-Strandpromenadenmauer in Havanna schwappen, bis sich die Beziehungen zwischen Kuba und den USA gänzlich normalisieren. Doch die ersten Schritte sind gemacht, und der erste Besuch eines US-Präsidenten seit vielen Jahrzehnten hat eine nicht zu unterschätzende Symbolkraft.

Kuba steht vor großen Veränderungen: Die diplomatischen Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind verbessern sich, dem wachsenden Tourismus begegnet man mit zunehmendem Kapitalismus, und die alte Führung aus Revolutionszeiten wird nicht ewig an der Macht bleiben, da Staatschef Raúl Castro schon ungefähr so lange lebt, wie der letzte Besuch eines US-Präsidenten her ist (mehr als 80 Jahre).

Seit Jahren schon sagen sich viele Reisende, man müsse unbedingt sehr bald nach Kuba, um noch den sozialistischen Geist des Inselstaats zu erleben, bevor bald an jeder Ecke McDonald's und Starbucks traditionelle Bars verdrängen.

Hier finden Sie eine Sammlung lesenswerter Texte und sehenswerter Fotostrecken zum Thema:

Zunächst eine Serie von Luftaufnahmen, wie sie jahrzehntelang nicht möglich waren. Der litauische Fotograf Marius Jovaisa musste jahrelang verhandeln und viel Geduld und Geld investieren, bis er endlich mit seinem Projekt beginnen konnte - herausgekommen sind einmalige Bilder:

Erste Luftaufnahmen
Schnell hin, bevor die Amis kommen - um den touristischen Kuba-Boom und die Eile, schnell noch einmal hinzureisen, bevor es "zu spät" ist, geht es in diesem Text:

Öffnung in Kuba
Speziell in Havanna sieht man immer häufiger Anzeichen dafür, dass die Menschen den USA freundlicher gesinnt sind als noch vor einigen Jahren. Stars & Stripes sind in Mode, wie diese Fotostrecke zeigt:

Ob als Beinkleid...

...oder als Kopfbedeckung: Stars and Stripes sind seit der diplomatischen Annäherung der USA an Kuba salonfähig geworden.

Fahrradrikscha in Havana: An einem ganz entscheidenden Ort weht die Flagge allerdings bislang noch nicht - die einstige amerikanische Botschaft, die 1961 geschlossen wurde, ist nicht wieder in Betrieb.

Am vergangenen Wochenende kam es zu einem historischen Moment, als sich US-Präsident Barack Obama und Kubas Präsident Raúl Castro die Hand reichten.

Laut einem Artikel in der "New York Times" hat die Zahl amerikanischer Devotionalien in den vergangenen Monaten erkennbar zugenommen.

Im Dezember hatten die beiden Staaten vereinbart, wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen - nach mehr als 50 Jahren.

Die Handelsbeschränkungen haben Kuba schwer zugesetzt. Viele Einheimische interessieren sich trotzdem sehr für US-Popkultur und Hollywoodfilme.

Juan Luis Aldein (im Bild mit Frau und Tochter)ist derzeit arbeitslos - er hofft, dass sich sein Leben durch die neuen diplomatischen Entwicklungen verbessern wird.

Hotel einer US-Delegation, die im Januar Havana besuchte: Es wehen wieder amerikanische Flaggen in Kuba.

Wer nicht in einem der (übrigens oft unerwartet teuren) Hotels wohnen will, sollte in Kuba eines der unzähligen Casas Particulares buchen. Dort kommt man gut mit Einheimischen in Kontakt, kann sich klassisch-kubanisch bekochen lassen und hilft dabei mit seinen wertvollen "Pesos Convertibles" den Gastgebern. Auch bei Airbnb findet man immer mehr Angebote, und über die Webseite Couchsurfing.org kommen immer mehr Besucher bei Privatleuten unter - allerdings nicht kostenlos, wie es sonst dort üblich ist, sondern gegen Bezahlung.

Couchsurfing-Gastgeber in Kuba
Viele Kuba-Besucher wollen unbedingt live erleben, wie es um die lokale Musikszene steht. Seit dem Wim-Wenders-Film "Buena Vista Social Club" von 1997 weiß jeder, wie traditionelle kubanische Musik klingt. Unser Reisetipp für Musikfans: Santa Clara.

Santa Clara in Kuba
Die jüngeren Kubaner haben mit den Sounds allerdings weniger am Hut, sie interessieren sich meist mehr für Salsa oder Reguetón.

Havannas musikalische Seele
An dieser Stelle ein persönlicher Reisetipp: In Havanna hat vor Kurzem eines der besten Kulturzentren Lateinamerikas eröffnet. An einem ganz normalen Abend in der Fábrica de Arte Cubano im Vedado-Viertel, kurz FAC, erlebt man einen Kulturmix vom Allerfeinsten: Es gibt erstklassige Livekonzerte von Singer-Songwritern über Rock bis Jazz, mehrere Bars (eine davon unter freiem Himmel), dazu Kunst-, Design- und Fotoausstellungen. Mehr Informationen unter: www.fac.cu

Zuletzt noch ein paar tolle Bilder von charmant verfallenden Gebäuden in Havanna, die den Zauber des alten Kuba einfangen. Der Fotograf Werner Pawlok hat nach Motiven gesucht, die möglicherweise schon bald immer schwerer zu finden sein werden.

Nostalgie pur

sto

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
ambulans 21.03.2016
1. sportsfreund,
"'neues' kultur-zentrum in (havannas altstadt) vedado"? ein bisschen arg viel zweckorientierte US-begeisterung ist hier zu hören, und - mal schauen, wer denn so der nächste POTUS wird ...
ambulans 21.03.2016
2. sportsfreund,
"'neues' kultur-zentrum in (havannas altstadt) vedado"? ein bisschen arg viel zweckorientierte US-begeisterung ist hier zu hören, und - mal schauen, wer denn so der nächste POTUS wird ...
asirion 21.03.2016
3. sozialismus
Ich hoffe, die Kubaner erhalten ihren Sozialismus während sie sich dem "Westen" annähern
merkur08 21.03.2016
4. Charmant verfallene Gebäude......
Jetzt werden eine Menge linke Romantiker schnell noch nach Kuba jetten, um noch einmal den morbiden Hauch des Sozialismus zu spüren, abends noch in Wehmut ein paar Cuba Libre schlürfen und dann anschließend im 4 oder 5 Sterne Hotel schnell noch in das vollklimatisierte Zimmer gehen, die mitgebrachte Bordsteinschwalbe (wenn es noch klappt) zu vög.........aber auf jeden Fall ihre großen Augen bewundern, wenn man mit den Dollarbündeln wedelt. Und sich morgens ärgern, wenn die Gute mit dem Geld und allen Wertsachen abgehauen ist und das natürlich auf den Kapitalismus schieben, der die Menschen verdirbt. Sich anschließend auf dem Konsulat Ersatzpapiere und Geld besorgen und dann wieder in seinen öffentlichen Dienst oder Verwaltungsjob nach Deutschland zu fliegen. Denn merke. Jeder Linke träumt vom Sozialismus, Aber da drin leben will er nicht. Da bevorzugt er doch den pösen, pösen Kapitalismus. Vor allen Dingen wenn er einen völlig unnötigen, aber sicheren und gutdotierten Arbeitsplatz in irgend einer Verwaltung oder noch besser öffentlichen Dienst hat. Man sollte sich mit solchen Reisen nach Kuba beeilen. Das wird jetzt sehr schnell gehen. Spätestens, wenn beide Castros tot sind wird der Damm brechen. Hoffen wir das beste für das gebeutelte Land. Und auch, wenn das viele nicht gerne hören. Dass die katholische Kirche sich den Wildwüchsen der Übernahme entgegengestellt. Es hat sich ja in den postkommunistischen Gesellschaften wie Russland und China (ja, auch China) gezeigt, dass ehemalige oder Noch Kommunisten die schlimmsten Kapitalisten sind. Weil ihnen ein Menschenleben nichts bedeutet. Und die einzige Kraft, die das verhindern oder mindern kann, ist die katholische Kirche. Papst Franziskus als Südamerikaner dürfte es ein Grundbedürfnis sein. Auch wenn da natürlich auch nicht alles zum Guten steht. Geld verführt eben. Auch wenn Habgier eine Todsünde ist. Daher alles Gute für das kubanische Volk. P.S. Verfallene Gebäude habe ich nach der Wende in der DDR und anders im Ostblock zuhauf gesehen. Charmant war da nix. Nur dreckig und gestunken. Dass die Leute da die Linkspartei wählen, hat wohl mit Trotz zu tun. Na, ja. Jetzt haben sie den rechten Bruder. Die beiden Parteien sind sich sehr ähnlich.
www.yzx.de 21.03.2016
5. Mir ist in den letzten ~ 15 Jahren ...
... vor Ort in Kuba nur wenig Veränderung aufgefallen. Am meisten habe ich darüber gelesen, vor allem in der deutschen Presse. Mehr darüber gerne auf unzensierten Plattformen. Hier verschwinden mir zu viele Beiträge, um mehr Zeit auf die (durchaus interessanten) Details zu verwenden. KollegInnen, die mich auf die Veränderungsmeldungen ansprechen, sage ich immer, dass der Veränderungsprozess sehr sehr langsam verläuft und dazu schleichend und nicht unbedingt positiv ist. Und dass sie sich das Land angucken sollen, solange es noch so ist wie es ist. Nach der "Dominikanisierung" braucht man da nicht mehr hin, jdf. als Tourist.
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