Die besten Unterwasseraufnahmen Foto-Rendezvous mit Mantarochen

Zehn Top-Fotografen, eine Aufgabe: Zeigen Sie uns das beste Bild, das Sie je gemacht haben. Für SPIEGEL ONLINE geben einige der besten Unterwasserkamera-Artisten der Welt einen Einblick in ihr Werk - und erzählen die packenden Geschichten hinter dem perfekten Foto.

Von Linus Geschke


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10  Bilder
Unterwasserfotografie: Meister der Blende

Norbert Probst hat Dinge gesehen, die nicht viele Menschen gesehen haben. Er weiß zum Beispiel, wie man sich fühlt, wenn man Auge in Auge einem Buckelwal gegenübersteht. "Wie eine Ameise vor einem Omnibus." Und er weiß, wie es sich anfühlt, wenn man alleine im großen Blau schwebt, während um einen herum 300 bis 400 Bogenstirn-Hammerhaie kreisen. "Erstaunlich gut. Hammerhaie sind nicht aggressiv, Menschen passen nicht in ihr Beuteschema - von ihnen umgeben zu sein, ist einfach nur ein erhabener Moment."

Für Probst, einen ehemaligen Polizisten, sind solche Momente der wahre Lohn für seine Arbeit. "Reich werden kann man mit der Unterwasserfotografie nicht", erzählt er. "Aber wenn man von Magazinen häufig angefragt wird, erhält man die Möglichkeit, die schönsten Plätze der Welt kennenzulernen." Und Probst ist gefragt: Der 59-Jährige zählt zur ersten Liga in seinem Metier. Bei ihm stapeln sich die Auszeichnungen und Preise. Bedeuten tun sie ihm wenig - die meisten davon liegen verstaubt im Keller. Nur zwei Pokale für den Sieg bei der "Kamera Louis Boutton" hat er neben den Kamin gestellt: "Die find ich einfach hübsch anzusehen."

Ein Großteil der Bildhonorare fließt unmittelbar in die Ausrüstung. "Alleine der Umstieg von Analog- auf Digitalfotografie hat mich damals rund 30.000 Euro gekostet", berichtet er. "Neue Kameras, neue Unterwassergehäuse, neue Objektive und Blitze: Das ist eine richtige Geldvernichtungsmaschine!" Gegenüber dem analogen Zeitalter ist die Zahl guter Tauchbilder allgemein deutlich angestiegen - eine Entwicklung, die Probst mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt.

"Durch den enormen Wettbewerb werden Bilder heute massiv ausgefleckt - also von allen störenden Schwebeteilchen befreit - und Farben bis hin zur Perfektion optimiert. Leider führt dies oftmals zu abstrusen Ergebnissen, die mit der Realität unter Wasser kaum noch etwas zu tun haben. Die Bildbearbeitung hat heute sicherlich 40 Prozent Anteil am Erfolg, wenn nicht mehr." Der wichtigste Punkt jedoch bleibt für den Profi das Gespür fürs Bildmotiv - "und das kann man zum Glück nicht am Computer erlernen."



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