Farbwunder im Duell: Blaue Grotte gegen Blautopf

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Magisches Blau: Auf Capri und in Blaubeuren strahlen und funkeln mysteriöse Gewässer. In der italienischen Grotta azzurra gibt es zum Farbspektakel ein "O sole mio" des Bootsführers - am schwäbischen Blautopf soll eine lachende Fee leben.

DDP; Capri Tourist Board

Blaue Grotte Blautopf
Was?

Farbwunder unter Felsen und Sehnsuchtsziel deutscher Romantiker.
Was?

Farbenfroher Tümpel und Eingang zu gigantischen Höhlenwelten.
Wo?

Auf der Schickeria-Insel Capri in Italien.
Wo?

In Blaubeuren in Baden-Württemberg.
Zieht Touristen an, weil ...

... immer noch gilt, was der Schriftsteller August Kopisch im Jahr 1826 über dieses Naturwunder schrieb: "Man wird sich sonderbar überrascht finden, das Wasser blauem Feuer ähnlich die Grotte erfüllen zu sehen. Jede Welle scheint eine Flamme."
Zieht Touristen an, weil ...

... immer noch gilt, was der Dichter Eduard Mörike über dieses Naturwunder schrieb: "Dieser Teich ist einwärts wie ein Trichter, sein Wasser von Farbe ganz blau, sehr herrlich, mit Worten nicht wohl zu beschreiben."
Wen treffen Sie hier?

Jede Menge Bootsführer, die sich mit der Intonation italienischer Opernarien einen Wettstreit in den Disziplinen "Lautstärke" und "Echointensität" liefern.
Wen treffen Sie hier?

Jede Menge Geologen im Tauchanzug - sie erforschen die Blauhöhle in 21 Meter Wassertiefe, die sich kilometerweit unter der Erde erstreckt. Und geben den Räumen lustige Namen wie "Palast der Winde", "Wolkenschloss", "Walhalla" oder "Apokalypse".
Risiken und Nebenwirkungen?

Bei der Einfahrt in die Grotte per Ruderboot haben sich bei leichtem Wellengang schon viele den Kopf an der Felswand gestoßen.
Risiken und Nebenwirkungen?

Immer wieder starben bei der Erforschung der Höhlen Taucher, die ihre Fähigkeiten überschätzten.
Warum jetzt hinfahren?

Nun, besser wäre ein Besuch vor 100 Jahren gewesen - in der Hochsaison sind heutzutage Wartezeiten von einer Stunde vor der Grotta azzurra keine Seltenheit.
Warum jetzt hinfahren?

Weil im Sommer am Ufer eine Bühne errichtet wird für Jazzkonzerte und Theateraufführungen.
Bleiben Sie bloß zu Hause, wenn ...

... Sie August Kopisch weniger Glauben schenken als Bertolt Brecht - der fand Capri schon in den zwanziger Jahren zu touristisch und verwünschte die "verfluchte blaue Limonade".
Bleiben Sie bloß zu Hause, wenn ...

... Sie Angst vor Nixen haben: Frau Lau, Mörikes "Wasserfrau mit langen fließenden Haaren" und Schwimmhäuten zwischen den Fingern, soll hier bis heute vor sich hin spuken - das zumindest behauptet die Tourismusinformation der Stadt.

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Blaue Wunder im Vergleich: Capri gegen Blaubeuren