Fliegenfischen in Kanada: Überlisten, Niederringen, Freilassen

Von Peter Haffner

4. Teil: Wie im Brad-Pitt-Film

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Es ist wie in Robert Redfords Film "Aus der Mitte entspringt ein Fluss"; die Szene, in der Brad Pitt der große Fang glückt, er bewundert wird von seinem Bruder und dem Vater, dem strengen Pastor. Die Söhne haben das Fliegenfischen von ihm gelernt, im Takt des Metronoms die Rute geschwungen, bis sie ein Teil ihres Armes wurde. So verschieden die drei sind, so unterschiedlich ihnen das Leben mitspielt, Fliegenfischen ist das, was sie eint, die Leidenschaft, die jeden Zwist besänftigt.

James verzieht das Gesicht bei der Erwähnung des Films. Er hat es zu oft gehört von Laien, sobald die Rede aufs Fliegenfischen kommt. Logan ist da großmütiger. "Der Film hat Frauen das Fliegenfischen nähergebracht", meint er. So hätten sie Verständnis für einen Sport gewonnen, der fast reine Männersache ist. Warum ist es so? Weil Männer, meint James, nach der Arbeit gerne allein sind und nicht gelöchert werden wollen, wie denn ihr Tag war. Kein Fisch fragt sie danach.

Dazu kommt, dass Männer Freude an der Technik haben, der Ausrüstung, die ein so großes Loch ins Portemonnaie fressen kann, dass die ganze Familie durchfällt. Ruten aus Kohlefasern oder Tonkinrohr, Rollen in Aluminiumguss mit Trommel- oder Scheibenbremse, Schnüre der verschiedensten Art und dies und das von der Wathose bis zum Bellyboat, mit dem man Stellen erreicht, die man vom Ufer aus nicht befischen kann.

Tat es früher ein Traktorschlauch, muss es heute ein Pontonboot sein, gebaut wie ein Katamaran, wo man so nahe bei den Fischen sitzt, dass man sie mit Handschlag grüßen kann. Ein Strömungssack verhindert, dass man vom Wind abgetrieben wird, eine Signalpistole zeigt der Rettungscrew, wo sie suchen muss, ist es doch passiert. Und die Schwimmweste mit Gaspatrone hält einen über Wasser, sollte der Köderhaken einmal in der Luftkammer des Bellyboat sitzen statt im Maul des Flossentiers.

Die Qual der Wahl: Fisch oder Frau

Und dann ist da das Geheimbündlerische, die Fachsprache, die nur Eingeweihte verstehen. WF-5-F? Die Bezeichnung für die Art der Flugschnur - Weight Forward (WF), das heißt mit schwerer Keule, die leicht schießt und weit geworfen werden kann; Schnurklasse fünf, das heißt, das Gewicht der ersten 9,14 Meter beträgt 9,1 Gramm; mit F (Floating) wird eine Schwimmschnur gekennzeichnet, im Gegensatz zur Sinkschnur, die den Buchstaben S trägt.

Fliegenfischen, sagen Spötter, sei die teuerste, schwierigste und sicherste Methode, keinen Fisch zu fangen. Das wirklich Teure ist jedoch nicht die Ausrüstung, sondern der Zugang zu den Fischgründen; es gibt Lachsflüsse in Europa, da kostet in der Hauptsaison die Tageskarte allein schon 1000 Euro.

Aber sollten Frauen nicht froh sein, wenn ihr Mann Fischen und nicht Frauen nachstellt? Dan ruckt mit dem Kopf in Richtung Wald, Revier der Grizzlys: "Und was ist mit all den Buschmädchen hier?"

Logan ist glücklich, dass er eine Freundin hat, eine Amerikanerin, die bereit wäre, mit ihm nach Alaska auszuwandern, der letzten richtigen Wildnis Nordamerikas. Viele seiner Freunde standen vor der Wahl, entweder das Fischen oder die Frau aufzugeben. "Die meisten gaben die Frau auf", sagt Logan. "Weshalb denn sollte man seine Leidenschaft aufgeben?"

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  • Datum: Freitag 27.11.2009 | 13:20 Uhr
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