Günstig Flüge buchen: Die Last-Minute-Legende

Von Denis Krick

2. Teil: Wie entstehen die Flugpreise?

Günstige Flugtickets: Frühbucher sind klar im Vorteil Fotos
Lufthansa

Doch wer berechnet eigentlich die Kosten für das Ticket? Bei fast allen Fluggesellschaften übernehmen diese Aufgabe komplexe Computerprogramme. Bei der Lufthansa zum Beispiel ist eine selbstentwickelte Prognosesoftware im Einsatz. Bereits ein Jahr vor Abflug der jeweiligen Verbindung werden hier die Preise anhand des derzeitigen Passagieraufkommens kalkuliert.

Das System unterteilt First, Business und Economy in weitere Buchungsklassen, für die es verschiedene Preise gibt und für die unterschiedliche Buchungs- und Tarifbedingungen gelten. Danach reagiert das Programm dynamisch auf die Nachfrage, erhöht den Preis automatisch und passt die Buchungsklassen dementsprechend an.

Ähnlich läuft das System bei Billig-Fluggesellschaften ab, ist dabei aber meist weniger komplex. So arbeitet zum Beispiel Easyjet auch mit verschiedenen Buchungsklassen innerhalb des Fliegers. Für den werbewirksamen "Ab"-Preis, also das günstigste Ticket, stehen laut einer Sprecherin der Airline immer zehn Prozent der Sitzplätze zur Verfügung.

Tickets werden nicht verramscht

Unternehmen wie Lufthansa überlassen aber nicht alles dem Rechner. Ferien, Messen und Großveranstaltungen, die die Nachfrage nach Verbindungen steigern können, werden manuell nachgepflegt.

Grundsätzlich werden alle Maschinen überbucht. Eine sogenannte No-Show-Rate - also eine Anzahl von Passagieren, die nicht den Flug antreten - ist fest eingeplant. Auch diese wird vom Computer berechnet, denn auch hier gibt es Unterschiede. So ist die No-Show-Rate laut eines Lufthansa-Sprechers zum Beispiel bei Flügen nach Asien weitaus geringer als in die USA.

Sollte eine Maschine wider Erwarten zu einem großen Teil nicht ausgelastet sein, werden die verbliebenen Tickets laut Lufthansa nicht verramscht. Vielmehr setzt die Fluglinie ein kleineres Flugzeug ein. Auch gibt es keine Last-Minute-Tickets, wenn nur wenige Plätze bis kurz vor Abflug frei sind - auch wenn die Fluggesellschaft so manche Werbekampagne als "Last Minute"-Aktion tituliert. So beworbene Tickets werden meistens vier bis acht Wochen vor Abflug verkauft. Eigentlich setzt die Lufthansa aber darauf, dass sich schon ein Fluggast finden wird, der den vollen Ticketpreis zahlt und honoriert, dass man für ihn noch einen Platz gefunden hat.

Manchmal geht jedoch die Kalkulation der Computer nicht auf und die errechnete No-Show-Rate stimmt nicht. Wenn tatsächlich zu wenige Plätze frei sind, wird am Gate nach Fluggästen gesucht, die bereit sind, eine spätere Maschine zu nehmen. Sie erhalten dafür eine finanzielle Entschädigung. Auch eine Möglichkeit, beim Fliegen Geld zu sparen.

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insgesamt 45 Beiträge
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1. Stark wechselnde Preise auch beim Frühbuchen
BBTurpin 01.06.2012
Man sollte die Flugpresie auch bei sehr früher Buchung mindestens eine Woche lang beobachten. Es gibt da gewaltige Schwankungen. Ein bisschen erinnert es fast an die Preisgestaltung an Tankstellen ...
2. Obst ist gesund!
Teoem 01.06.2012
Zitat von sysopLufthansaWie lange muss ich im Voraus buchen? Welcher Abflugtag ist am günstigsten? Und wie kommen die Ticketpreise eigentlich zustande? Die besten Tipps, wie Sie bei der Buchung Ihres Fluges Geld sparen können. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,836235,00.html
ein guter tip ist auch, meide die Lufthansa. auf kurzstrecken bis zu 3 mal teurer als andere.
3. Früh ist nicht immer billig
fahrgast07 01.06.2012
Mit der Regel "je früher desto billiger" wäre ich vorsichtig. Nicht selten kommen erst 8 Wochen vor Abflug die Sparangebote überhaupt zum Verkauf, so erlebt bei Emirates. Und bei Aerlingus bekommt man die billigsten Tickets auch mal drei Tage vor Abflug; der Preis kann dann sogar noch sinken. Eigentlich gibt es nur zwei Tricks: Die Ticketpreise im Auge behalten, z.B. über die üblichen Buchungsseiten. Und flexibel sein, also auch mal Sonntag 6 Uhr am Gate sein.
4.
Robert_Rostock 01.06.2012
Zitat von sysopLufthansaWie lange muss ich im Voraus buchen? Welcher Abflugtag ist am günstigsten? Und wie kommen die Ticketpreise eigentlich zustande? Die besten Tipps, wie Sie bei der Buchung Ihres Fluges Geld sparen können. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,836235,00.html
...und der Bahn wird immer vorgeworfen, bei ihr herrsche ein undurchschaubares Preis-Chaos...
5.
muellerthomas 01.06.2012
Zitat von fahrgast07Mit der Regel "je früher desto billiger" wäre ich vorsichtig. Nicht selten kommen erst 8 Wochen vor Abflug die Sparangebote überhaupt zum Verkauf, so erlebt bei Emirates. Und bei Aerlingus bekommt man die billigsten Tickets auch mal drei Tage vor Abflug; der Preis kann dann sogar noch sinken. Eigentlich gibt es nur zwei Tricks: Die Ticketpreise im Auge behalten, z.B. über die üblichen Buchungsseiten. Und flexibel sein, also auch mal Sonntag 6 Uhr am Gate sein.
Steht im Artikel ja auch nicht, dass dies nie so ist, sondern nur, dass es normalerweise teurer ist. Und das deckt sich mit meiner Erfahrung, wer wenige Tage vorher bucht, bekommt selten ein Schnäppchen, muss aber oftmals viel bezahlen. Wurde im Artikel ja im Grunde so empfohlen. Nur was nützt es z.B. erst spät abends zu fliegen, wenn man dann zwar wenig fürs Ticket bezahlt, aber einmal mehr übernachten muss?
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