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Freizeitaktivität der Deutschen: Wandern ist die Nummer eins

Wandern ist die Freizeitbeschäftigung der Deutschen schlechthin. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger nutze diese einfache Möglichkeit, um etwas für den Körper zu tun und dabei die Natur zu erleben. Das dürfte nicht nur Krankenkassen freuen, sondern vor allem die Wirtschaft.

Wandern: Beliebte Wege in Europa Fotos
Roman Büttner

Berlin/Bonn - Nicht Fußballspielen, Joggen oder Kegeln sind die beliebteste Freizeitaktivität der Deutschen. Wandern ist nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Wanderverbandes, Hans-Ulrich Rauchfuß, die Freizeitbeschäftigung der Deutschen schlechthin. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger nutze diese einfache Möglichkeit, "um sich etwas Gutes zu tun und dabei die Natur zu erleben", sagte Rauchfuß in Kassel. Zum Wandern bräuchten die Menschen weder eine spezielle Technik noch eine aufwendige Ausrüstung.

Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigt seine Angaben. Die Behörde hat herausgefunden, dass 56 Prozent der Deutschen wandern, 30 Prozent sogar mindestens einmal im Monat. Vor allem der gesundheitliche Aspekt rücke immer stärker in den Vordergrund, sagte Verbandschef Rauchfuß. Zwar sei der Großteil der Wanderer derzeit 65 Jahre oder älter. Aufgrund des immer stärker werdenden Bewusstseins für die positiven Auswirkungen auf Körper und Psyche werde sich der Schwerpunkt in den kommenden Jahren auf die noch Berufstätigen verschieben.

Besonders beliebt sind Rauchfuß zufolge nach wie vor die klassischen Wanderungen. Besonders für jüngere Menschen dürfte Geocachen interessant sein. Diese Art Schatzsuche mit einem GPS-Gerät habe sich in den vergangenen Jahren als Sonderform des Wanderns stark entwickelt. Darüber hinaus habe das Wandern den Vorteil, dass man es das ganze Jahr über machen könne. Selbst im wanderschwächsten Monat Januar seien noch 20 Prozent aktiv, sagte der Verbandspräsident.

Wanderer sollten die Gefahren berücksichtigen

Auf dem Höhepunkt der Saison zwischen Mai und September steige die Zahl der "Laufenden" auf mehr als 60 Prozent. Laut Rauchfuß wandern die meisten Menschen statistisch gesehen in Bayern (46 Prozent) und Baden-Württemberg (17 Prozent). Attraktive Wandergebiete finde man aber überall in Deutschland, fügte er hinzu.

Allerdings sollte man die Aktivität vor allem im alpinen Gelände nicht unterschätzen. Denn nicht die extremeren Formen wie Bergsteigen und Mountainbikefahren sind besonders unfallanfällig, sondern das Wandern. Eine Untersuchung des Deutschen Alpenvereins (DAV) ergab, dass 27,4 Prozent aller bei Bergsportdisziplinen gemeldeten 1469 Unfälle beim vermeintlich entspannten Spazieren geschehen seien. Nur beim Skifahren sind es mit 31,4 Prozent noch mehr. Der Untersuchungszeitraum umfasst 2008 und 2009.

Um eine Bergtour zu genießen, sollte man sich gut vorbereiten. Eine entsprechende Grundkondition ist ebenso unerlässlich wie eine gute Routenplanung und das Einholen eines aktuellen Wetter- oder Lawinenlageberichtes.

Dann freuen sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Regionen und die Wirtschaft. So geben Wanderer in Deutschland der Untersuchung zufolge deutschlandweit elf Milliarden Euro im Jahr aus.

rom/dapd

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1. ...
Atheist_Crusader 01.05.2011
Das kann man drehen und wenden wie man will, aber für mich klingt es irgendwie trotzdem primär wie ein Symptom für die Überalterung der Gesellschaft...
2. .
hazadeur 01.05.2011
Zitat von sysopWandern ist die Freizeitbeschäftigung der Deutschen schlechthin. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger nutze diese einfache Möglichkeit, um etwas*für den Körper*zu tun und dabei die Natur zu erleben. Das dürfte nicht nur Krankenkassen freuen, sondern vor allem der Wirtschaft. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,759979,00.html
Klar ist Wandern die Nummer 1 der Freizeitbeschäftigungen. Schließlich kann man Wandern mit vielen anderen Tätigkeiten kombinieren. So wandert man ja gerne zwischen Sofa und Kühlschrank zwecks Bierversorgung in den TV-Werbepausen. Gerne wandert man auch Sonntagsmorgen zum Bäcker oder zwischendurch zum Zigarettenautomat. Gruppenwandern ist mittags angesagt, wenn die Abteilung in die Kantine wandert. Auch wandern viele Büroangestellte zwischen PC und zentrralem Fax hin und her. Müllwandern ist auch sehr beliebt, irgedwie müssen die Tüten ja weg. Extremwanderer haben sogar Wandergeräte wie den Typen "Waldi" - den niedlichen Dackelrüden. Jaha, die Deutschen sind keine Denker und Dichter sondern ein Volk von Wanderern!
3. Kann ich so gar nicht...
sappelkopp 01.05.2011
Zitat von Atheist_CrusaderDas kann man drehen und wenden wie man will, aber für mich klingt es irgendwie trotzdem primär wie ein Symptom für die Überalterung der Gesellschaft...
...nachvollziehen, dieses Satz. Unbestritten ist der demografische Wandel, es gibt immer mehr ältere. Aber das an dieser Tatsache festzumachen... Gehen ist nun mal die älteste Fortbewegungsart der Menschen. Und selbst junge Menschen können es, auch wenn man es nicht glauben mag... ;-)
4. ...
Atheist_Crusader 01.05.2011
Zitat von sappelkopp...nachvollziehen, dieses Satz. Unbestritten ist der demografische Wandel, es gibt immer mehr ältere. Aber das an dieser Tatsache festzumachen... Gehen ist nun mal die älteste Fortbewegungsart der Menschen. Und selbst junge Menschen können es, auch wenn man es nicht glauben mag... ;-)
Vielleicht hätte ich doch einen Smiley dranhängen sollen. Mir ist schon klar, dass der Artikel keine Basis für ernsthafte Schlussfolgerungen ist. Den Inhalt halte ich nämlich irgendwie für fragwürdig. Das geht schon mit der Einleitung los... ...und endet schließlich mit der Frage, wie "wandern" hier eigentlich definiert wird. 20-30 Kilometer am Wochenende, oder doch nur eine Viertelstunde im Park? Denn die im Artikel genannten Zahlen kann ich in keinster Weise für meinen Bekanntenkreis bestätigen (ja, auch unter Einbeziehung der Alterskategorien). Meiner persönlichen Wahrnehmung ist Wandern fast ausschlielich eine Beschäftigung für Rentner, aber das ist (in diesem Forum betone ich das lieber nochmals) nur ein persönlicher Erfahrungswert.
5. :)
Evoken 01.05.2011
Es ist ein weit verbreitetes Gerücht, das Wandern nur etwas für Alte sei oder damit grundlegend zusammenhänge. Ich selbst, Mitte 20, fliege morgen für 2 Wochen nach Irland. Zum Wandern. Neudeutsch auch Trekking genannt. So hat sich das bei mir eingebürgert. Einmal im Jahr wird ein Wanderurlaub gemacht, möglichst ohne Urlaub. Während die letzten Jahre primär Tschechien im Vordergrund stand, das Isargebirge und Riesengebirge am Stück durchwandert wurde, steht nun Irland und der Dingleway an. Wandern ist toll und kann auch sehr anstrengend werden - besonders bei einem 35km Marathon mit 18KG Gepäck auf dem Rücken. Aber das schwere Gepäck und der 70+ L Rucksack auf dem Rücken gehören dazu. Kein Gepäcktransport, er muss mit. Mittlerweile finde ich nur noch so wirkliche Entspannung und kann meine Grenzen kennenlernen. Nach einer geschafften Etappe, ist man nur noch glücklich und die Erinnerungen halten enorm lange an. Ich kann nur noch schwärmen und mein erster Wanderurlaub, der eine Rundreise auf Madeira darstellte, uns einen Tag einsam auf gute 1500 Höhenmeter brachte, es an beiden Seiten steil herab ging und wir oben angekommen uns nur mit einem losen Tarp bedeckten, es in Strömen goss, war die beste Entscheidung meines Lebens. Wandern ist ein Intensiverlebnis. :)
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