Russland Das sind die Spielorte der Fußball-WM

Von Kaliningrad bis Jekaterinburg: Wir stellen die elf Austragungsorte der Fußball-WM in Russland vor - und warum eine Reise dorthin lohnt.

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Schaut man sich ganz Russland an, machen die Schauplätze der Fußball-WM nur einen ganz kleinen Teil des riesigen Landes aus. Dennoch bekommt man beim Besuch der elf Spielorte einen Eindruck von Kultur und Geschichte des Gastgeberlandes. Mit ihren zwei WM-Stadien ist der wichtigste Schauplatz die Hauptstadt Moskau.

Ein Überblick der WM-Städte:

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Moskau: Russlands Machtzentrale

Mit mehr als zwölf Millionen Einwohnern ist Moskau eine der größten Metropolen Europas. Im Herzen der Stadt liegt der Kreml, Wahrzeichen und Machtzentrale Russlands. Von hier aus regiert Präsident Wladimir Putin das Land.

Der Rote Platz mit dem Lenin-Mausoleum und der bunten Basilius-Kathedrale gehören zu den wichtigsten und meistfotografierten Sehenswürdigkeiten. Wer einen entspannten Tag in der Sonne verbringen und dabei das lässig-urbane Moskauer Leben kennenlernen will, sollte den Gorki Park besuchen. Im vergangenen Jahr eröffnete der Sarjadje-Park gleich neben dem Kreml - eine ebenso schöne wie umstrittene Anlage.

Moskau hat zwei WM-Stadien: die Arena des Traditionsklubs Spartak sowie das renovierte Luschniki-Stadion, wo Eröffnungsspiel und Finale stattfinden.

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Sankt Petersburg: Venedig des Nordens

Im sogenannten "Fenster nach Europa" ergriffen die Kommunisten 1917 die Macht. Zu Sowjetzeiten hieß die Stadt am Fluss Newa Leningrad. Heute ist die Metropole die zweitgrößte Stadt Russlands und zählt laut Unesco zu den zehn sehenswertesten Städten der Welt. Der Fotograf Daniel Biskup hat sie porträtiert - seine Bilder sehen Sie hier:

Das weitläufige historische Zentrum ist Unesco-Welterbe und wird wegen seiner malerischen Flüsse und Kanäle auch als "Venedig des Nordens" bezeichnet. Vor den Toren von Sankt Petersburg bieten die Zarenschlösser Peterhof (bekannt für seine Springbrunnen) und Zarskoje Selo (bekannt für das Bernsteinzimmer) einen Einblick in das Leben bei Hof. In der Stadt gibt es Museen von internationalem Rang wie die Eremitage. Aber auch an hippen Bars und Restaurants mangelt es nicht.

Kasan: Moscheen neben Kirchen

Die Hauptstadt der ölreichen Teilrepublik Tatarstan gilt als Beispiel für ein Miteinander der Kulturen in Russland.

Hier stehen muslimische Moscheen neben orthodoxen Kirchen. Der Kasaner Kreml im Stadtzentrum ist die Hauptattraktion. Sportliches Aushängeschild der Stadt an der Wolga ist der Erstligist Rubin Kasan.

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Sotschi: Chillen am Schwarzen Meer

Seit den Olympischen Winterspielen 2014 unter Palmen ist der beliebte Badeort mit dem subtropischem Klima weltbekannt. Zudem hat Sotschi eine Formel-1-Rennstrecke.

Die russische Elite schätzt den Ort am Schwarzen Meer als Feriendomizil. Im Sommer sind es die Strände an der "Russischen Riviera", die die Urlauber attraktiv finden, im Winter die Skigebiete in den nahe gelegenen Bergen. Auch Präsident Putin hat ein Landhaus bei Sotschi, wo er immer wieder Staatsgäste empfängt.

Jekaterinburg: Gesprengtes Wahrzeichen

Die nach Zarin Katharina I. benannte Stadt am Uralgebirge gilt als Russlands Tor nach Sibirien. In der Region sind Schwerindustrie und Waffenschmieden angesiedelt. Als prominentester Sohn der Stadt gilt Ex-Präsident Boris Jelzin. Jekaterinburg ist der östlichste Spielort bei der WM und die viertgrößte Stadt Russlands. Es sind zwei Stunden Zeitverschiebung zu Moskau.

Als Sehenswürdigkeiten gelten die Kathedrale auf dem Blut sowie ein Zirkusgebäude aus den Achtzigerjahren und die Oper vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Wahrzeichen der Stadt gibt es nicht mehr: Im März wurde der nie vollendete, 220 Meter hohe Fernsehturm gesprengt - eigentlich sollte er 361 Meter hoch werden. Er war eine der weltweit höchsten Investitionsruinen.

AFP

Kaliningrad: Enklave zwischen Polen und Litauen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Stadt Königsberg der Sowjetunion zugesprochen. Heute grenzt das westlichste Gebiet Russlands nur an die EU-Staaten Polen und Litauen und ist daher eine russische Exklave.

Vom historischen Stadtzentrum blieb nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht viel übrig. Wiederaufgebaut wurde die Neue Börse im Neorenaissancestil und der Dom. Dort, auf einer Insel im Fluss Pregel, ist das Grab von Immanuel Kant zu finden, der Philosoph (1724 bis 1804) gilt als die bekannteste Persönlichkeit der Stadt. Das Fischerdorf mit dem schwarz-weißen Leuchtturm wurde im deutschen Stil saniert. Die Ostseeregion ist bekannt für ihren Bernstein.

Nischni Nowgorod: Kreml mit 13 Wehrtürmen

Die Stadt an der Mündung der Oka in die Wolga war im 19. Jahrhundert ein Konkurrent für Moskau als Handelsdrehscheibe. Ein Sprichwort sagt noch heute: "Moskau ist das Herz Russlands, St. Petersburg der Kopf und Nischni Nowgorod seine Tasche."

Das Zentrum der Stadt bildet der Kreml, eine ehemalige Zitadelle, die im 16. und 17. Jahrhundert errichtet wurde. Die 13 mehrstöckigen Türme und die Mauern sind zum großen Teil erhalten. Die russisch-orthodoxe Mariä-Geburt-Kathedrale hat fünf bunte und reich verzierte Kuppeln und ist nur eine der vielen prächtigen Kirchen und Klöster in der Altstadt.

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Rostow am Don: Kosakenhochburg am Kaukasus

Der wichtige Handelsort vor der Mündung des Dons in das Asowsche Meer gilt als Tor zum Kaukasus.

Rostow am Don ist eine traditionelle Kosakenhochburg. Die wehrhaften Reiterbauern dienten einst dem Zaren. Auch bei der WM sollen sie wieder Sicherheitsaufgaben wahrnehmen. Immer schon unterhielt die Stadt auch enge Beziehungen zum nahegelegenen Kohlerevier Donbass in der Ukraine.

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Samara: Kilometerlange Wolga-Promenade

Die als Zaren-Festung gegründete Stadt zieht sich 50 Kilometer an der Wolga entlang und ist für ihre Strandpromenade mit Aussicht auf die Schiguli-Berge bekannt.

Zu Sowjetzeiten errichtete Plattenbauviertel prägen bis heute Teile der Industriestadt. Samara ist ein Zentrum des sowjetischen und heute russischen Raketenbaus. Im benachbarten Toljatti werden die bekannten Lada-Autos gebaut.

Saransk: Kleinste WM-Stadt

Die Einwohner der Stadt mit dem finnougrischen Ursprung sind stolz auf ihre mordwinische Sprache und ihr Kunsthandwerk.

Saransk ist die kleinste WM-Stadt. Der französische Schauspieler und Wahl-Russe Gérard Depardieu besitzt seit 2013 einen russischen Pass und hat eine Wohnung in Saransk.

dpa-tmn

Wolgograd: Imposante Mutter Heimat

Mehr als 70 Kilometer zieht sich der Verkehrsknotenpunkt am Unterlauf der Wolga entlang. Im Zweiten Weltkrieg ist Stalingrad, wie die Stadt bis 1961 hieß, völlig zerstört worden.

Das riesige Denkmal der Mutter Heimat auf dem Mamajew-Hügel erinnert an die Kesselschlacht zwischen Roter Armee und Wehrmacht, die 1942/43 im Krieg die Wende brachte. Als berühmteste Bürgerin gilt Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa.

kry/abl/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
heinrich.busch 31.05.2018
1. Bach lesen des Artikels bin ich zu dem
Schluss gekommen, dass es in Russland ein gutes Weiternutzen, also eine Nachhaltigkeit, der WM Stadien gibt. Das ist doch etwas sehr Positives im Gegensatz zu Brasilien oder später (ganz sicher) in Katar. Ob so eine positive Betrachtungng von Russland eine Chance hat bei SPON?
theunissen 31.05.2018
2. Warum genau?
Zitat von heinrich.buschSchluss gekommen, dass es in Russland ein gutes Weiternutzen, also eine Nachhaltigkeit, der WM Stadien gibt. Das ist doch etwas sehr Positives im Gegensatz zu Brasilien oder später (ganz sicher) in Katar. Ob so eine positive Betrachtungng von Russland eine Chance hat bei SPON?
Warum genau kommen Sie zu diesem Schluss? Im Artikel steht recht wenig über die geplante Weiternutzung der Stadien. Abgesehen von Zenit St. Petersburg und Spartak Moskau benötigt jedenfalls keine russische Mannschaft so große Stadien.
Peter M. Lublewski 01.06.2018
3. Bereits wegen der Anrede
"Bot" empfehle ich für dich eine psychiatrische Untersuchung - Verdacht auf Paranoia.
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