Geschenktipp Asien-Kochbücher: Nichts wie Wok

Bildband mit Rezepten oder Kochbuch mit Tagebuchcharakter? Drei opulent gestaltete Bücher entführen ihre Leser nach Vietnam, China und Korea - ihre Fotos, Texte und Rezepte machen die asiatischen Länder sinnlich erlebbar. Der Weihnachtstipp der Reise-Redaktion.

Kochbuch-Tipps: Asiatische Spezialitäten hausgemacht Fotos
ViEATnam/ Collection Rolf Heyne

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Fernweh, das durch den Magen geht: Kochreisefotobücher können mehr als die Rezepte auflisten, sie machen mit Bildern und Essays Appetit auf die Fremde. Einige der schönsten Rezeptbildbänden, die zurzeit in den Buchhandlungen zu finden sind, haben asiatische Länder zum Thema.

Wir stellen drei davon vor - zum Teil sind sie schon vor einiger Zeit erschienen, doch ihre Fotos und Konzepte machten sie zu unseren Lieblingsbüchern.

"ViEATnam" - Reise zur den (Lotus-)Wurzeln

Nudelsuppe ist nicht gleich Nudelsuppe - auch innerhalb Vietnams nicht. Wird sie in der Hauptstadt Hanoi aus Ochsenschwanz gekocht, besteht sie im Küstenort Nha Trang aus Thunmakrele, Schweinerippe und Hühnerbrühe. So unterschiedlich die Landschaften und Vegetationen des südostasiatischen Landes, so verschieden sind auch die Küchen der Regionen - und Luke Nguyen, ein australischer Koch mit vietnamesischen Wurzeln, stellt sie in seinem im November im Rolf-Heyne-Verlag neuaufgelegten Buch "VieEATnam" vor.

Das aufwendig gestaltete Kochbuch ist zugleich Kulinarikführer und Reisetagebuch, Länderguide und Familiengeschichte - was beim Blättern und Lesen Vietnam-Fans wieder in die heißfeuchte Luft mit Koriander- und Krabbenduft zurückversetzt und Neulinge neugierig auf das Land mit der bewegten Vergangenheit macht.

Nguyen, der in Sydney das Restaurant "Red Lantern" führt, reist darin in zehn Kapiteln vom Nordwesten bis Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon). Mal als Backpacker unterwegs, mal als Besucher bei "Tante # 8" oder "Schwester # 4", schafft es der Koch überall an den Herd und die Töpfe seiner Gastgeber und in die Küchen von Straßenverkäuferinnen.

So lernt er im frühen Morgengrauen im Hochland von Sa Pa, wie Seidentofu hergestellt wird; in Hanoi verkostet er Hundefleisch und in Hoi An im Zentrum des Landes "Fröhliche Pfannkuchen". In Quy Nhon kocht er mit und für blinde und taube Schüler, in Phan Thiet testet er sich in einer Destillerie durch verschiedene Jahrgänge von Fischsauce. Und überall lässt er sich die regionaltypischen Rezepte in sein Notizbuch diktieren.

Der heute 33-jährige Nguyen bereiste für sein Buch ein Land, in dem er nicht aufgewachsen ist - er ist vielmehr ein Kind vietnamesischer Boat People, die 1975 nach Ende des Krieges vor den Kommunisten aus dem Land flohen. Seine Eltern gelangten aus Saigon über Thailand, wo Nguyen geboren wurde, nach Sydney, in die größte vietnamesische Community Australiens. Über ihre Flucht berichteten sie - wie der Leser erfährt - ihrem Sohn erst während ihrer gemeinsamen Zeit in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Und so fügen sich Geschichten von Straßenkindern, Suppenverkäuferinnen, sogenannten viet kius (heimgekehrten ehemaligen Flüchtlingen), von Nguyens Eltern, Großmüttern und Tanten zu einem Bild, das den Lesern einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart Vietnams erlaubt. Unterstützt von den farben- und detailverliebten Reisefotos von Suzanna Boyd und den atmosphärischen Food-Bildern von Alan Benson.

Und wer von Vietnams Esskultur nicht genug bekommen kann, für den liegt ab Februar Band zwei bereit. Dort widmet sich Luke Nguyen den Einflüssen, die die französischen Besatzer in ihrer Kolonie hinterlassen haben.

Antje Blinda

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  • Dienstag, 13.12.2011 – 12:10 Uhr
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