Als Graham Hughes im vergangenen November die Grenze zum Südsudan überquerte, war sein Reiseprojekt beendet. Dachte er zumindest. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte er alle 201 von der Uno anerkannten Staaten der Erde besucht.
Doch nun will das Guinness-Buch der Rekorde seine Leistung vorläufig nicht anerkennen. Denn als er von Estland nach Russland fuhr, besaß er keine Einreisegenehmigung und wurde deshalb sogar festgenommen. "Das Visum sollte etwa 150 Pfund kosten und ich war mit einem kleinen Budget unterwegs", sagte Hughes gegenüber der Zeitung "Telegraph".
Die Entscheidung der Rekord-Juroren sei völlig verständlich, "weil die ja nicht Menschen dazu ermuntern wollen, gegen Gesetze zu verstoßen". Seinen ersten Guinness-Rekord feierte er übrigens bereits 2009: Noch niemand hatte vor ihm ohne Flugzeug 133 Länder innerhalb eines Jahres besucht.
Nun hat er sich ein Busticket nach Danzig gekauft, von dort will er noch diese Woche nach Kaliningrad weiterreisen, diesmal mit einem gültigen Visum. Den zusätzlichen Aufwand nimmt er gelassen hin. "Ich bin froh, dass es nicht Bangladesch ist, sondern ein Land, das per Bus in 24 Stunden erreichbar ist", sagte Hughes. Auf seiner Webseite bewies er Humor, indem er den Text im Titelbanner korrigierte und aus dem Satz "I did it" ein "I didn't do it" machte und den Hinweis "Gib mir noch eine Woche" einfügte.
Es wird bestimmt nicht die letzte Reise für ihn sein. Denn auch künftig will Hughes jedes Land, das als unabhängig anerkannt wird, auf dem Landweg besuchen.
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