Griechische Inseln Von Insel zu Insel durch die Farbwelt der Sporaden

Weiß und Blau sind die Farben Griechenlands: Weiß sind die Häuser und Kieselstrände, blau die Fensterläden und das Meer. Auf den Nördlichen Sporaden aber haben Griechenlands Götter tiefer in den Farbtopf gegriffen: Hier leuchten ziegelrote Dächer, goldgelbe Sandstrände und grüne Bergwälder in der Sonne.


Skiathos: 66 Strände zur freien Auswahl
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Skiathos: 66 Strände zur freien Auswahl

Skiathos-Stadt - Wer nur die karge Schönheit der Kykladen kennt, der erlebt etwa auf Skiathos sein "grünes Wunder": Es grünt und blüht überall. Kiefernwälder überziehen Berge, Küstenwälder schmiegen sich an Dünen. Skiathos ist eine der grünsten Inseln Griechenlands und auf Grund ihres Flughafens ein beliebtes Pauschalreiseziel. Überfüllte Strände gibt es trotzdem nicht: Die Götter haben es mit Skiathos gut gemeint und die Insel mit vielen Stränden gesegnet: Genau 66 stehen zur Auswahl - da findet jeder einen Sonnenplatz nach seinem Geschmack.

So können sich Reisende am mondsichelförmigen Koukounaries-Strand sonnen oder durch einen Pinienwald zum Mandraki-Beach wandern. Man kann aber auch in Skiathos-Stadt einfach in den Bus steigen und sich von Bucht zu Bucht fahren lassen. 14 Kilometer Küstenstraße werden absolviert, und ab Haltestelle Nummer Fünf liegt bei jedem Stopp ein anderer Strand zu Füßen. Meist sind sie nach Gewächsen vor Ort benannt: zum Beispiel "Platanias" (Platanen) oder "Koukounaries" (Schirmpinien). Nur der Name des letzten Strandes - Banana Beach - führt in die Irre: An dem Strand, der von der Endhaltestelle eine Viertelstunde Fußmarsch entfernt liegt, stehen keine Bananen-Palmen. Stattdessen sind hier die Anhänger der Freikörperkultur versammelt.

Im vollen Bus ins Nachtleben

Skiathos-Stadt: Traditionell trotz Touristenrummel
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Skiathos-Stadt: Traditionell trotz Touristenrummel

Abends füllt sich der Bus auf dem Weg in die entgegengesetzte Richtung: Jetzt wollen alle nach Skiathos-Stadt. Der Busfahrer ist Herr der Lage: Gut gelaunt und griechische Evergreens singend hält er die Fahrgäste bei Laune. Und das ist auch nötig, denn bis zur Endhaltestelle wird es proppenvoll. Da wird gedrückt und geschoben wie beim Schlussverkauf. Erholung lockt schließlich am Hafen von Skiathos-Stadt, der mit seinen Pubs die Amüsiermeile der Insel ist. Direkt nebenan, in den engen Gassen der Altstadt, findet sich aber auch ein Stück beschauliches Griechenland: Hier sitzen die älteren Inselbewohner schwatzend vor ihren Häusern, getafelt wird an kleinen Tischen unter dem funkelnden Sternenhimmel.

Vom Hafen aus starten mehrmals am Tag Fähren zur Nachbarinsel Skopelos. Wer lieber nicht mit ihnen übersetzt, nimmt den "Flying Dolphin", ein Tragflächenboot, das doppelt so schnell ist und die beiden Inselhäfen von Skopelos anläuft: Loutráki im Nordwesten und Skopelos-Stadt im Osten. Skopelos ist doppelt so groß wie Skiathos und ein bevorzugtes Ziel für Wanderer. Die hügelige Insel ist zu 80 Prozent bewaldet und mit Kirchen und Kapellen übersät.

Kirchen wie Sand am Meer

Skopelos: Grün dominiert das Bild der Insel
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Skopelos: Grün dominiert das Bild der Insel

Rund 360 Gotteshäuser befinden sich auf dem Eiland, viele von ihnen sind heute verschlossen. Wer jedoch die Anwohner freundlich fragt, dem werden die Portale gern geöffnet - und meist gibt es eine Führung gleich dazu. Doch wozu brauchen die nur rund 6000 Einwohner von Skopelos so viele Gotteshäuser? Der Legende nach hat jeder Gläubige, der eine Prüfung überstanden hat, zum Dank eine Kirche errichtet.

Nur zwei Kilometer östlich von Skopelos liegt Alonissos, eine Insel ohne Luxushotels und touristischen Rummel. Im Gegensatz zu Skiathos und Skopelos ist Alonissos aber auch weniger grün und kann auch mit deren Stränden nicht konkurrieren. Ihr Reiz liegt in der Ruhe und Ursprünglichkeit, die sich die Insel bewahrt hat. Hier sieht man sie noch: die Hirten, Bauern und Fischer - und mit etwas Glück sogar die selten gewordene Mönchsrobbe.

Früher tummelte sich die Robbe im ganzen Mittelmeer. Heute taucht sie nur vereinzelt vor der griechischen Küste auf - vor Alonissos. Zu ihrem Schutz wurde 1992 der erste griechische Meeres-Nationalpark gegründet. Nur unter strengen Auflagen dürfen Ausflugsboote in die geschützten Gewässer fahren.

Von Claudia Röttger-Scholz, gms



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