Alltag in Grönland In eisigen Fjorden

Gewaltige Eisberge, Dörfer im Nirgendwo und traditionelle Jagdmethoden: Mit ihrer Fotoserie "Stories from the Sea" gibt Camille Michel einen Einblick in das Leben auf der eisbedeckten Insel Grönland.

Camille Michel / hans Lucas

Von


An Bord eines Expeditionsschiffes fuhr die französische Fotografin Camille Michel von Québec über Neufundland nach Grönland - und lebte dort vier Monate. In ihrer Fotoserie "Stories from the Sea" zeigt sie nun Bilder des zweiten Teils ihrer Reise - wunderschöne Aufnahmen der eisbedeckten Insel.

Grönland ist die größte Insel der Erde, mit einer Fläche von knapp 2,2 Millionen Quadratkilometern ist sie circa sechsmal so groß wie Deutschland - etwa 85 Prozent davon sind allerdings mit jahrtausendaltem Eis bedeckt.

Michel ist von abgelegenen Orten wie Grönland fasziniert, mit ihren Fotos versucht sie, die besondere Atmosphäre einzufangen: "Die Landschaft dort ist atemberaubend, das Licht der Arktis sehr ungewöhnlich, und der Himmel durchläuft alle möglichen Farbnuancen. Alles ist magisch, mystisch und fruchtbar für die Phantasie."

Die Fotografin zeigt Eisberge, die in Fjorden treiben; kleine, bunte Häuser, die sich an der Küste aneinander reihen; Fischer beim Krabben- und Heilbuttfang; kleine Siedlungen, die inmitten der beeindruckenden grönländischen Landschaft stehen.

Michel verbrachte immer längere Zeit an einem Ort, versuchte Einheimische kennenzulernen: "Die Leute sind alle sehr nett und akzeptierten mich schnell. Sie brachten mir sogar Hundeschlittenfahren bei."

Fotostrecke

15  Bilder
Rentiere, Eisberge und Fischfang: Leben im Eis

Oft ging sie stundenlang alleine spazieren, wurde dann von einem Gesicht oder einer Szene angesprochen: "Ich will nicht den ganzen Ort zeigen, nicht alles einfangen. Meine Bilder erzählen von meiner eigenen Erfahrung dort."

Der Kontrast zwischen Modernität und Traditionen ist laut Michel in Grönland besonders augenscheinlich. Flughäfen, geschäftige Häfen und große Hochhäuser existieren neben einem traditionellen Lebensstil und einer großen Naturverbundenheit der Menschen: "Fischer kleiden sich noch in Robbenfell, aber alle haben ein Smartphone."

Innerhalb der Insel beständen große Unterschiede: Während im Süden die Menschen ein Großstadtleben führten, gebe es in den abgelegenen Dörfern im Norden nur eine Schule, keine Cafés, Kinos und Supermärkte. Traditionelle Jagd und Fischerei seien hier besonders wichtig. Doch Grönland verändere sich sehr schnell, und die Modernisierung erfasse die ganze Insel.

Bereits seit einigen Jahren ist Michel im hohen Norden unterwegs, ging nach Lappland, um die samische Kultur zu entdecken, und lebte auch schon vor dieser Reise mehrere Monate in der grönländischen Siedlung Uummannaq - mit nur 1200 Einwohnern.

Mehr zum Thema
Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern


zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.