Schiffsprozession in Bangkok Gold im Fluss

2000 Ruderer auf dem Chao Phraya: Nach fünfjähriger Pause hat in Bangkok wieder die königliche Schiffsprozession stattgefunden. Dutzende Barkassen schipperten vorbei an buddhistischen Tempeln und hohen Betonklötzen. Die Reisebilder der Woche bei SPIEGEL ONLINE.

DPA

Bangkok - Er heißt "Fluss der Könige" und am Freitag setzten sie ihm viele goldene Kronen auf: 52 reich verzierte Barkassen sind bei einer Prozession über den sich durch Bangkok windenden Chao Phraya gefahren. Das Ritual basiert auf einer 700 Jahre alten Tradition, die jedoch nicht jedes Jahr gefeiert wird.

1960 hat König Bhumibol Adulyadej die Schiffsprozession nach einer langen Pause wieder eingeführt, zuletzt waren die Barkassen 2007 anlässlich seines 80. Geburtstags über den Fluss geschippert. 2011 wurde die Veranstaltung wegen der schweren Flutkatastrophe in Thailand abgesagt.

Doch dieses Jahr konnten sich die Menschen in Bangkok wieder über die aufwendig gestalteten Schiffe freuen. "Tränen rollen über meine Wangen, wenn ich diese Prozession sehe", sagte Kanjana Kamsongsee, ein 59-jähriger Zuschauer. "Ob Sonne oder Regen", sagte Besucherin Supanee Chankhun, "ich komme jedes Mal zur Prozession."

Das Element Wasser habe traditionell eine große Bedeutung für die Thai, betonte Kronprinz Maha Vajiralongkorn, der über die königliche Parade waltet. Das zeigt sich auch in dem sprachlichen Ausdruck "nam jai". Die Worte bedeuten übersetzt "Wasser des Herzens", stehen aber auch einfach für Freundlichkeit oder Güte.

2000 Ruderer sorgten mit ihrer Muskelkraft dafür, dass die prunkvoll dekorierten Kähne ihren Weg durch Bangkok machten, vorbei an goldenen Tempeln und hohen Betonklötzen. Ihre Ruderschläge wurden begleitet von Gesängen. Die Barkassen, angeführt von Seemonstern und Drachen als Bugfiguren, waren mit Ornamenten verziert. Die Männer, allesamt Seeleute der thailändischen Marine, trugen traditionelle Uniformen in Violett, Rot oder Schwarz.

Die Prozession beendet die sogenannte Regenzeitklausur, die immer von Juli bis Oktober dauert. In dieser Zeit bleiben die buddhistischen Mönche aus religiösen Gründen in ihren Tempeln. Nun, da diese Periode vorbei ist, kriegen sie vom Königshaus Geschenke überreicht: rote Roben als Anerkennung für ihre Verdienste.

jus/Reuters



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insgesamt 3 Beiträge
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Montanabear 09.11.2012
1. Barkassen ?
So wuerde ich diese Drachenschiffe vielleicht nicht benennen. Doch : ein schoener Artikel zum Fruehstueck. Auch gut zu hoeren, dass Vajiralongkorn dabei war. Ich hatte lange nichts von ihm gehoert. Ja, es ist ein berauschender Anblick, vor allem vor der Kulisse. Man fuehltsich in eine andere Zeit versetzt. Danke !
rohanseat 09.11.2012
2. Barkassen?
Nach meinemwissen haben barkassen einen motor.Ganz bestimmt sind sie aber auch nicht so hübsch wie diese drachen boote.--Wo ist der geist Hamburgs in der redaktion des Spon??
SpieFo 09.11.2012
3. "Links zwo, rechts zwo", "Tamtam":
Zitat von sysopDPA2000 Ruderer auf dem Chao Phraya: Nach fünfjähriger Pause hat in Bangkok wieder die königliche Schiffsprozession stattgefunden. Dutzende Barkassen schipperten vorbei an buddhistischen Tempeln und hohen Betonklötzen. Die Reisebilder der Woche bei SPIEGEL ONLINE. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/gueldene-barkassen-schippern-bei-einer-prozession-durch-bangkok-a-866333.html
Meine Sie nicht, daß das ein wenig despektierlich und unangemessen ist? Hat der Autor die Prozession schon mal erlebt? Ich war bei der 200-Jahr-Feier dabei, als die Barken nach langem Eingemottet-Dasein in frischem Glanz und mit dem Hofstaat vorbeiglitten. Die Ruderer machen nicht einfach "Links zwo, rechts zwo", sondern folgen mit ihren Bewegungen und ihrem Rhythmus einem, ja, Zeremoniell: Man beobachte die Bewegungen der Ruderer im großen Boot: procession of the royal barks - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=lfupYp0MIrQ)
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