Monstren, Mumien, Mutationen: Wo Freddy Krueger zur Schule ging

Von Denis Krick

Wo lernte Michael Myers das Messerstechen? In welchem Tümpel schwimmt der Schrecken vom Amazonas? Und wo wohnt Dr. Phibes? SPIEGEL ONLINE gibt Horrorfans pünktlich zu Halloween unheimliche Reisetipps - und gleichzeitig ein paar weise Ratschläge, die das Leben verlängern können.

Drehorte von Horrorfilmen: Hausbesuch bei Dr. Phibes Fotos
ddp images

Für manch einen beginnt zu Halloween der Schrecken schon vor der eigenen Haustür, wenn Banden von verkleideten Kindern Sturm klingeln und nach Süßem schreien. Andere brauchen wesentlich mehr, um sich stilvoll zu gruseln. Zum Beispiel eine Reise zu den Original-Drehorten echter Horrorklassiker. SPIEGEL ONLINE stellt die unheimlichsten Urlaubsorte vor. Natürlich gelten auch für diese furchteinflößenden Trips die üblichen Überlebensregeln:

  • Gehen Sie nicht mitten in der Nacht hilfesuchend zum nächstbesten verlassenen Haus, wenn der Benzintank ihres Mietwagens plötzlich leer ist.
  • Halten Sie keinen Smalltalk mit maskierten Menschen, die eine Kettensäge, ein Messer oder ein Hackebeil in den Händen halten.
  • Trennen Sie sich nicht einfach von Ihren Freunden oder gehen alleine in den Keller/Wald/Badesee!
  • Sollten Sie unterwegs von einem Zombie gebissen werden, dann verheimlichen Sie diesen Umstand nicht vor Ihren Mitmenschen. Das macht es nur noch schlimmer.
  • Bleiben Sie keusch und nüchtern. Lüsterne Teenager mit zu viel Alkohol im Blut erwischt es meist als Erstes.
  • Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie den Bösewicht getötet haben, dann gehen Sie nicht zu ihm hin, um das zu überprüfen.
  • Öffnen Sie keine Türen, die direkt zur Hölle führen sollen!

Nun aber zu unseren Reisetipps an die dunkelsten Orte der Filmgeschichte:

"Halloween - Die Nacht des Grauens" (1978)
John Carpenters Horror-Meilenstein soll eigentlich in dem kleinen Kaff Haddonfield im US-Bundesstaat Illinois spielen - gedreht wurde allerdings im sonnigen Kalifornien. Zahlreiche Gebäude aus dem Film finden sich im überschaubaren South Pasadena. Zwar ist der kleine Laden, in dem Serienkiller Michael Myers nur ein wenig Seil, ein Messer und eine Halloween-Maske klaut, inzwischen eine Pizzeria (966 Mission Street), aber dafür kann man noch das Geburtshaus des schweigsamen Mörders (1000 Mission Street) und die Heimat der weiblichen Heldin Laurie (Jamie Lee Curtis) an der Ecke Oxley Street/Fairway Avenue besichtigen.

"Freitag, der 13." (1980)
In einem Feriencamp am malerischen Crystal Lake geht zunächst eine wahnsinnige Mutter auf Teenager-Jagd - und in späteren Fortsetzungen ihr von den Toten auferstandener Sohn und Hockeymaskenträger Jason. Das Blockhüttendorf gibt es wirklich: Camp NoBeBoSco (11 Sand Pond Road) in Hardwick, New Jersey. Der Ort unzähliger Gemetzel ist allerdings nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern für US-amerikanische Pfadfinder gedacht. Wer aber kurz außerhalb der Feriensaison vorbeischauen möchte, kann beim Camp-Manager um Erlaubnis fragen und einen Besuch wagen. Weitere Drehorte des Horrorfilms finden sich überall in dem kleinen Ort Blairstown, der ebenfalls in New Jersey liegt.

"Nightmare - Mörderische Träume" (1984)
"Eins, zwei, Freddy kommt vorbei" - und zwar im ersten Teil der Horrorfilm-Serie von Regisseur Wes Craven in der näheren Umgebung von Los Angeles. Die Schule, in der Freddy Krueger erst als Hausmeister und später als Alptraumgestalt sein Unwesen trieb, ist die John Marshall High School (2929 Tracy Street) in Silverlake. Das Haus seiner weiblichen Gegenspielerin Nancy Thompson findet sich in der 1428 North Genessee Avenue und liegt quasi direkt gegenüber dem Gebäude, in dem einst Johnny Depp von seinem Bett verschluckt und als Blutfontäne wieder ausgespuckt wurde.

"Beim Sterben ist jeder der Erste" (1972)
Der Film von John Boorman kommt ganz ohne übernatürliche Monster oder Massenmörder aus - und sorgt trotzdem für blankes Entsetzen. Es reicht aus, ein paar Städter in die Wälder des US-Bundesstaates Georgia zu schicken und sie Bekanntschaft mit der brutalen Landbevölkerung machen zu lassen. Auf dem Chattooga River wollen sie eigentlich nur eine Bootstour unternehmen, doch schnell werden sie zu Gejagten. 40 Jahre nach dem Filmdreh ist Rafting hier eine der touristischen Attraktionen. Die Einheimischen sollen sehr freundlich mit den Besuchern umgehen.

"The Texas Chainsaw Massacre - Blutgericht in Texas" (1974)
Wollten Sie schon immer das Eigenheim einer durchgedrehten Kannibalenfamilie besichtigen? Kein Problem, das Haus des Kettensägen schwingenden Leatherface und seiner debilen Sippe steht im malerischen Kingsland in Texas, USA. Praktischerweise liegt direkt auf der anderen Straßenseite das Hotel The Antlers (1001 King Street). Welche Fleischspezialitäten im dazugehörigen Restaurant serviert werden, ist nicht bekannt.

"Der Schrecken vom Amazonas" (1954)
Auch damals gab es schon 3-D: Regisseur Jack Arnold ließ am Amazonas einen prähistorischen Kiemenmenschen auf eine Gruppe Wissenschaftler los. Unvergessen die Szene, in der die weibliche Heldin ein erfrischendes Bad in der dunklen Lagune unternimmt und dabei verliebt vom untergetauchten Monster beobachtet wird. Gedreht wurde sie jedoch nicht in Südamerika, sondern in Florida. Wakulla Springs heißt die Süßwasserquelle, die Teil des Edward Ball Wakulla Springs Nationalpark ist. Sie liegt in direkter Nähe an der Kreuzung der State Road 61 und der State Road 267.

"Die Nacht der lebenden Toten" (1968)
Der Schwarzweißfilm von George Romero war die Initialzündung für das heutige Zombie-Genre. Damals handelte es sich jedoch für den Regisseur eher um ein Freizeitprojekt. Dementsprechend billig war der Film produziert, das Budget lag knapp über 100.000 US-Dollar. Gedreht wurde in der Nähe von Pittsburgh. Wallfahrtsort der Fans ist der Friedhof aus der Eröffnungsszene. Dieser befindet sich an der Franklin Road in Evans City.

"Scream - Schrei!" (1996)
Wes Cravens Wiederbelebung des Slasher-Genres wurde größtenteils in der Nähe von San Francisco produziert. Die Kleinstadt Woodsboro heißt in Wirklichkeit Healdsburg und liegt nördlich von Santa Rosa. Auf dem kleinen Platz in der Ortsmitte trafen sich die Teenager in "Scream", um über die schlimmen Morde zu rätseln - und wenig später selbst zum Opfer zu werden. Als Schule der Opferlämmer musste das Sonoma Community Center (276 East Napa Street) in Sonoma herhalten - die Highschool von Healdsburg verweigerte nämlich die Filmgenehmigung, nachdem die Verantwortlichen das Drehbuch gelesen hatten.

"Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" (1971)
Vincent Price in seiner hässlichsten Rolle. Als nach Rache sinnender Dr. Phibes tötet er die vermeintlichen Mörder seiner Ehefrau auf möglichst fantasievolle Art und Weise. Der Horrorklassiker entstand größtenteils in der englischen Hauptstadt. Das herrschaftliche Domizil des Doktors, der dem Eid des Hippokrates abgeschworen hat, steht in Hertfordshire (87-91 Elstree Road). Die Friedhofszenen wurden auf dem Highgate Cemetery an der Swain's Lane in London gedreht. Wir wünschen angenehme Ruhe.

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insgesamt 1 Beitrag
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1. Schade
Sleeper_in_Metropolis 31.10.2012
Ich hätte bei den Bildern doch gerne ein paar der realen Schauplätze gesehen, und nicht nur Szenenfotos aus den Filmen.
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