Sechs Richtige auf Hawaii Planschbecken für Hollywood

Auf sechs Inseln des hawaiianischen Archipels kann man Urlaub machen, doch welche ist die Richtige? Oahu mit seinen berühmten Monsterwellen, das grüne Kauai oder das Promiziel Maui mit seinen Traumstränden? Das Aloha-Land im schnellen Überblick!

Brigitte von Imhof

Zugegeben, der Weg zum abgelegensten Archipel der Welt ist weit und teuer. Doch wer auf Hawaii landet, merkt sofort: Das ist das Beste, was mir je passiert ist. Wir stellen sechs Inseln des Aloha-Landes vor.

Brigitte von Imhof


Oahu: Willkommen im Paradies

Bereits in den Zwanzigerjahren war der Waikiki-Strand ein Sehnsuchtsziel. Das rosafarbene Royal Hawaiian Hotel, in den feinen Sand gesetzt, wurde zur Top-Urlaubsadresse für Hollywood-Größen, gekrönte Häupter und Staatsmänner. Rockstars feierten wilde Partys, und Elvis Presley wohnte hier während des Drehs zu dem Schmachtfetzen "Blue Hawaii" von 1961.

Für die meisten Besucher ist die Hauptinsel mit der Metropole Honolulu erster Berührungspunkt mit Hawaii. Die vielen Wolkenkratzer und breiten Stadtautobahnen wirken hier nicht ernüchternd. Das Aloha-Gefühl, diese entspannte Lebenseinstellung auf Hawaii, mit seinen Palmen und exotischen Blumen greift um sich, sobald man das Flugzeug verlässt.

"Dank" des - durch elf Stunden Zeitunterschied unvermeidlichen - Jetlags ist der Neuankömmling schon vor Sonnenaufgang aus den Federn und mischt sich im Ala Moana Beach Park neben dem Jachthafen unter die Frühsportler, sofern er sich für eine Sportart entscheiden kann. Es gibt Jogger, Walker, Skater, Radfahrer, Ruderer, Tai-Chi-, Pilates-, Yoga- oder Zumba-Gruppen. Oder er sieht den Stand-up-Paddlern und den Surfern zu, die sich da draußen auf einem Fleck im Meer zusammenrotten und auf die Welle warten.

Wer die wahren Meister der Monsterwellen kennenlernen möchte, der fährt an die Nordküste, die sich gut in eine Inseltour mit dem Leihwagen einbinden lässt. Die Strände sind beste Logenplätze, um den Surfern auf ihren Ritten zuzusehen.
Tipp: Eine Fußwanderung zum Diamond Head, dem uralten Vulkankrater am südöstlichen Ende von Waikiki, mit herrlichem Blick über Strände und Hügel von Honolulu.

Corbis

Molokai & Lanai: Die ungleichen Schwestern

Kontrastprogramm gefällig? Dann ist man mit den beiden kleinen Inseln richtig bedient - die allerdings unterschiedlicher nicht sein könnten. Das ländliche Molokai gilt als die "hawaiianischste" aller Inseln. Der Großteil der Bevölkerung stammt von den Ureinwohnern ab, es gibt keine Wolkenkratzer und keine Ampeln.

Hier findet man den längsten Sandstrand, die höchsten Steilklippen und die einsamsten Wanderpfade des gesamten Archipels. An der Südküste sind noch viele Fischteiche zu sehen, die vor rund 800 Jahren aus Steinen und Korallen angelegt wurden. Ein Wanderweg führt durch das wunderschöne grüne Halawa Valley zu den 75 Meter hohen Moaula Falls. Angeblich wurde auf Molokai der Hulatanz geboren.

Lanai war einst die größte Ananasplantage der Welt und im Privatbesitz der Firma Dole. In den Achtzigerjahren wurde die Ananasproduktion nach Fernost verlagert und das nur 29 Kilometer lange Eiland wurde für den Luxustourismus umgerüstet, mit zwei Urlaubsresorts und zwei Golfplätzen für eine gut betuchte Klientel. Ein schöner Ausflug auf der kleinen Insel ist ein Besuch des Garden of the Gods bei Sonnenuntergang. Der Göttergarten außerhalb von Lanai City ist ein Labyrinth roter Lavafelsen und wundersam geformter Steine, die der Sage nach von Göttern verstreut wurden.

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Kauai: Es grünt so grün

Am Strand von Poipu liegt eine riesige Mönchsrobbe. Die ersten Befürchtungen zerschlagen sich schnell: Das moppelige Tier ist wohlauf, es hat sich für sein Mittagsschläfchen einen Platz in der Sonne gesucht und den besten gefunden. Denn der feinsandige Poipu Beach allein ist schon Grund genug für eine Reise um die halbe Welt. Ja, genau so sieht das Paradies aus.

Kauai ist die älteste und westlichste der Hawaii-Inseln, grüner als alle anderen, was ihr den Beinamen "Garteninsel" eingebracht hat. Doch ist Kauai über weite Teile wild und unzugänglich. Die zerklüftete, dramatische, 23 Kilometer lange Napali-Küste mit ihren grün bewachsenen Steilfelsen zählt zu den spektakulärsten ihrer Art. Schöne Ausblicke auf ihre smaragdgrünen Felsen hat man auch während einer Bootstour.

Lieblich gibt sich Kauai um den Urlaubsort Princeville mit seinen Golfplätzen und Traumbuchten. Die Hanalei Bay war schon oft Filmkulisse, etwa beim George-Clooney-Streifen "The Descendants".

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Big Island: Urlaub bei den Urgewalten

Was die landschaftliche Vielfalt und Urgewalt der Natur betrifft, kann keine Insel mit Big Island mithalten, der mit 10.000 Quadratkilometern größten Insel des Archipels. Karge, dunkle Kraterlandschaften prägen weite Teile der Insel, die aus dem Feuer von fünf riesigen Vulkanen entstanden ist. Vom Kilauea-Vulkan wälzt sich ein glühender Lavastrom, der mit Tosen, Rauchen und Zischen im Meer endet - und Big Island ständig wachsen lässt. Bei einem Helikopter-Rundflug über den Volcanoes Nationalpark kann man sich ein gutes Bild von den Feuerspeiern machen.

Darüber hinaus überrascht Big Island mit Wüste und Regenwald, grünen Tälern und vereinzelt mit weißen Sandstränden. Strände gibt es hier nicht so inflationär häufig wie auf den anderen Inseln. Die schönsten findet man an der Kona-Küste, wo sich auch die teuersten Hotels etabliert haben, zum Beispiel die beiden Moana Kea Resorts. Zahlreiche Rennradfahrer bevölkern die Straßen, von denen einige für den Iron Man, den berühmtesten Triathlon der Welt, trainieren. Vier Weltklasse-Golfplätze stehen zur Auswahl.

Brigitte von Imhof

Maui: Planschbecken der Hollywood-Beautys

Das Timing ist perfekt: Wir stehen am Strand des Makena Resorts, den Mai Tai in der Hand und den Blick an den Horizont geheftet, wo sich der rotglühende Feuerball anschickt, gleich wegzutauchen. Da schraubt sich ein riesiger Buckelwal aus der Wasseroberfläche empor und taucht nach einer halben Drehung wieder ein.

Maui hat sich vom Hippie-Aussteiger-Künstler-Refugium zum bevorzugten Tummelplatz des internationalen Jet-Sets entwickelt. Man braucht nur einmal die bunten Blätter aufzuschlagen: Die meisten Bikini-Fotos von Hollywood-Stars und Supermodels wurden an den vielen Traumstränden von Maui geschossen.

Wie anmutig die Insel ist, wird bei einer Inselrundfahrt klar. "The Road to Hana" heißt die berühmte Straße, die von Kahului entlang der Nordküste nach Hana führt. Die Straße mit unzähligen Haarnadelkurven führt über mehr als 50 Brücken durch eine verwunschene Dschungelwelt. Schön ist es, den Sonnenaufgang auf dem 3055 Meter hohen Gipfel des Haleakala-Vulkans zu erleben. Hier oben leuchtet die Erde.

Brigitte von Imhof/ srt



insgesamt 26 Beiträge
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tutnet 18.01.2015
1. Aus einem Reiseführer zusammengesucht
Ich war gut 10 Mal auf Hawaii, meist auf Maui und Big Island. Dort gibt es viel mehr, als hier geschrieben steht, auch noch menschenleere Strände und unberührte Natur. Oahu mit Honululu kann man abhaken, das ist Urlaub in einer Großstadt mit 375.000 Einwohnern und sechsspurigen Straßen.
baba01 18.01.2015
2. Danke, danke
für diesen Beitrag. Jetzt weiß ich endlich wo ich demnächst Urlaub mache. Genau auf diesen Beitrag habe ich gewartet. Danke Blome
didaskalos 18.01.2015
3. Bin überrascht ...
Man kann es tatsächlich ohne "t" schreiben, das Plantschbecken ... ;-).
730andmore 18.01.2015
4. Gutes Gefühl
Hawaii enttäuscht auch hohe Erwartungen nicht. Ein besonderes Gefühl, wenn man so weit vom Festland ist, wie nirgends auf der Welt sonst und sich vorstellt, dass man auf der Spitze eines Riesenberges sich tummelt, der grösstenteils im Meer liegt! Den Helikopterflug auf Maui kann ich nur bedingt empfehlen, ich jedenfalls war wohl den ganzen Flug nicht angegurtet… wen's interessiert… http://730andmore.blogspot.ch/2011/10/alpha-auf-maui-hawaii.html
RacingGreen 18.01.2015
5. Sicherlich toll
Aber was kostet so ein Urlaub?
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