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31. Mai 2012, 12:20 Uhr

Helikopterflug über die USA

Acht Staaten in fünf Minuten

Sümpfe, Städte, Wald und Wüste: Zwischen Florida und Kalifornien zeigt die Natur ihre vielen Gesichter. Ein US-amerikanischer Pilot flog mit einem Helikopter von der Südost- bis zur Westküste und machte spektakuläre Aufnahmen von acht Staaten. 4000 Kilometer im Zeitraffer.

Acht US-Staaten in vier Tagen? Das klingt nach ziemlichen Reisestrapazen - zumindest, wenn man dieses Programm mit Verkehrsmitteln wie Bahn oder Auto bestreiten will. Vom Helikopter aus betrachtet, sieht das Ganze schon ein bisschen anders aus. In 21 Flugstunden hat der Pilot Mark Skinner die USA überflogen - und seine Eindrücke auf 20.000 Fotos festgehalten, die er später zu einem schwindelerregenden Zeitrafferfilm zusammengefügt hat.

Darin startet Skinner an einem sonnigen Tag im April in Jacksonville, Florida, und beendet seine Fotoreise knapp fünf Minuten später in Kalifornien. Die ersten Einstellungen zeigen den St. Johns River und ein paar eher trostlose Häuseransammlungen in Florida. Doch spätestens bei Sekunde 40, als die Sonne den Atlantik in einem glitzernden Spiegel verwandelt, wird der Betrachter vom Fernweh gepackt.

Skinner nimmt ihn mit auf eine Reise durch Florida, Alabama, Mississippi, Louisiana, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien. Über Wälder, Wüsten, Flussläufe und Buchten. Mal fliegt er querfeldein, mal scheint er die Highways auf dem Boden zu seinen eigenen zu machen und hält sich strikt über den breiten Straßen, die Städte und Dörfer verbinden.

Der Film läuft so rasant ab, dass man sich beim Zuschauen beeilen muss, die Biegungen des Mississippi vor New Orleans zu erkennen. Oder zu welcher Stadt die Wolkenkratzer gehören, an denen Skinner in Texas vorbeisteuert. Fast eineinhalb Minuten lang zeigt er den zweitgrößten Staat der USA - und dabei präsentiert Skinner nicht nur die gigantischen Ausmaße von Texas. Er macht mit seinen Bildern auch deutlich, wie vielfältig die Landschaft hier ist. Mal ist die Natur von Seen, Flüssen und Sümpfen durchzogen, dann wirkt sie satt und grün, weiter im Westen wird sie trocken und geht bei New Mexico in Steppe und Wüste über.

Während der Beginn der Reise noch mit szenischen Aufnahmen vom Flughafen dokumentiert wurde - die Schatten der Rotorblätter flitzen kurz vorm Abheben über den Asphalt des Flugplatzes - endet der Flug eher abrupt. Weil Skinners Kamera auf den letzten Meter den Geist aufgab, gibt es vom großen Finale am Pazifik keine Bilder. Skinner selbst wird den Flug dennoch in guter Erinnerung behalten. "Es war ein unglaubliches Abenteuer", sagt der Pilot.

jus/jhä

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