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Insel-Ranger in Australien: Brite sichert sich "besten Job der Welt"

Seine Hobbys sind Bungee-Springen und Tauchen: Im Finale des weltweiten Castings für einen Insel-Ranger in Australien konnte sich der Engländer Ben Southall durchsetzen - mehr als 34.000 Inselfans hatten sich für den Job beworben.

Sydney - Ein britischer Sozialarbeiter hat den Zuschlag zum "besten Job der Welt" bekommen. Der 34-jährige Ben Southall setzte sich gegen mehr als 34.000 Mitbewerber aus aller Welt durch und wird nun ein halbes Jahr lang auf einer australischen Trauminsel leben.

Er wird in einer Villa auf Hamilton Island wohnen, zu seinem Arbeitsauftrag gehören Tätigkeiten wie am Strand spazieren gehen, schnorcheln und in der Sonne liegen. Als Gegenleistung muss er einen Werbe-Blog über die Insel schreiben und ab und zu mal den Swimmingpool schrubben. Dafür wird er 150.000 australische Dollar (80.000 Euro) Honorar erhalten.

Southall zählt Bungee-Springen und Sporttauchen zu seinen Hobbys, hat früher in Afrika als Touristenführer und zuletzt in einer wohltätigen Organisation gearbeitet. In seinem Bewerbungsvideo sind Bilder zu sehen, auf denen er eine Giraffe küsst, auf einem Strauß reitet und an einem Marathon teilnimmt. Jetzt überstand er auch die letzte Runde mit 16 Finalteilnehmern, die sich vor Ort prüfen lassen durften. Seine Arbeitsstelle tritt er am 1. Juli an.

"Ich hoffe, ich kann die hohen Erwartungen erfüllen", sagte Southall nach seinem Sieg. "Meine Schwimmfähigkeiten sind hoffentlich gut genug, und ich freue mich auf die Aufgaben und die Verantwortung, die der Job mit sich bringt." Er kündigte an, dass er zusammen mit seiner kanadischen Freundin in die Luxusvilla auf Hamilton Island einziehen werde.

"Ben hat im Auswahlverfahren wahre Leidenschaft für Queensland bewiesen", sagte Tourismusminister Peter Lawlor. Seine Ideen für den Ranger-Job und seine Fähigkeit, sich Herausforderungen zu stellen, hätten die Jury beeindruckt und ihm den Sieg gesichert.

AP; Australian Tourist Commission; DPA
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Der Online-Wettdienst PinnacleSports hatte zuletzt die Dolmetscherin Clare Wang aus Taiwan als Favoritin geführt. Sie war nicht von den Veranstaltern aus dem Pool von 34.684 Bewerbern ausgesucht worden, sondern von Internetnutzern, die ihre Video-Kurzvorstellung am besten fanden. Auch die beiden australischen Wettbewerber standen bei den Buchmachern hoch im Kurs.

Die besten 16 Bewerber durften in einem mehrtägigen Camp die Inseln vor Queensland kennenlernen. Dort mussten sie sich in Schwimmwettbewerben und beim Schnorcheln beweisen und täglich in eigenen Blogs über ihre Erfahrungen berichten. Auch ihre Souveränität im Umgang mit den zahlreichen Medienvertretern vor Ort wurde von der Jury genau beobachtet.

Als deutsche Kandidatin war bis zuletzt Mirjam Novak aus Erlangen im Rennen. Unter ihren Konkurrenten waren unter anderem eine niederländische Fotografin, eine japanische Rezeptionistin und ein indischer Radio-DJ.

Hoffnung auf mehr Buchungen

Die Tourismusbehörde hatte sich die Aktion als Werbefeldzug ausgedacht. Die Resonanz übertraf alle ihre Erwartungen. "Jeden Abend sind wir für zwei Minuten in den Nachrichten, zwei Minuten gute Nachrichten", sagte Tourismusdirektor Anthony Hayes. "Wir gehen fest davon aus, dass wir nach dieser Kampagne in den nächsten zwölf Monaten mehr Buchungen bekommen." Er könne sich nun gut vorstellen, aus dem Ranger-Casting "ein jährliches Event zu machen".

Die erfolgreiche Kampagne hat bereits Nachahmer auf den Plan gerufen. So hatte auch Taiwan angekündigt, demnächst ein ähnliches Auswahlverfahren zu starten, um das Land als Touristenziel bekannter zu machen.

Dabei hatte es im Lauf der australischen Ausschreibung zahlreiche Pannen gegeben. Zunächst brach die Internetseite für mehrere Tage zusammen, weil der Ansturm zu groß war, was viele potentielle Bewerber frustrierte. Dann mussten die Ausrichter zugeben, dass sie sich das populäre Video einer Frau, die sich ein Great-Barrier-Reef-Tattoo stechen lässt, selbst ausgedacht hatten.

Für Wirbel sorgte eine russische Teilnehmerin, die vorher in illegalen Pornos mitgespielt hatte und deshalb disqualifiziert wurde. Und auf YouTube verkleidete sich ein Witzbold als Osama bin Laden und stellte sich als perfekten Bewerber für den Inseljob dar.

sto/dpa/AFP/AP

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