Von Tim Maxeiner
Die Bewohner der kleinen Holzhäuser, die sich an die Hänge zwischen den Bäumen schmiegen, lieben dieses Fleckchen Erde und wollen es am liebsten für sich behalten. Viele von ihnen leben von illegalen Marihuana-Plantagen, die sich tief in den Wäldern verstecken. Entsprechend paranoid sind die Betreiber dieses Geschäfts.
Für Surfer ist diese Region ein Paradies. Irgendwo in diesem Labyrinth aus Schotterstraßen, Canyons, Flüssen und nordischem Regenwald, das immer ein bisschen unheimlich und bedrückend wirkt, spielt Kem Nunns berühmter Surf-Roman "Dogs of Winter". Der kalifornische Schriftsteller ist für die depressive, zynische und gewalttätige Seite der kalifornischen Subkultur zuständig. Nunn schildert nicht nur die Suche nach dem letzten secret spot, dem letzten Geheimnis der kalifornischen Küste, sondern auch wie die einsame, raue und oft dunkle Landschaft Schatten auf das Leben der Menschen wirft.
Wer an einem der ebenso abgelegenen wie wunderbaren Surf-Spots sein Brett auspackt, muss sich auf missbilligende Blicke einstellen. Und auf eigentümliche Begegnungen. "Ich bin Tom", stellt sich eine in Neopren gehüllte Gestalt vor, die kurz zuvor mit ihrem Brett aus den Fluten gestiegen ist. Der Mann steht da und zündet sich einen Joint an. Die glühende Spitze beleuchtet sein Gesicht mit einem roten Schimmer, seine Augen starren dem Rauschen des Meers entgegen. Mit ruhiger Stimme sagt er: "Das ist mein Leben: einsame Wellen, einsame Landschaft, einsame Menschen." Für die Gegend war das eine ziemlich lange Unterhaltung.
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