Von Tim Maxeiner
Wie ein überdimensionaler Stalagmit ragt "The Rock", wie ihn die Einheimischen nennen, aus der zerklüfteten Küstenlinie heraus. Der 177 Meter hohe "Morro Rock" ist ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt und das Wahrzeichen des kleinen Städtchens Morro Bay an der Küste Kaliforniens. Morro Bay gilt zwar schon lange als angesagtes Surfer-Reiseziel, hat sich aber den verschlafenen Charme früherer Zeiten erhalten. Die Bewohner der kleinen Küstengemeinde, die etwa 300 Kilometer nördlich von Los Angeles liegt, lassen es eher ruhig und entspannt angehen.
Es gibt hier alles, was der Surfer neben seinem Brett so braucht: einen Supermarkt, ein mexikanisches Restaurant, ein Kino, einen Surfshop und die "Top Dog Coffee Bar". Wer diese mit nassen Haaren betritt, wird mit einem ganz selbstverständlichen "Wie waren die Wellen?" begrüßt. Am Morgen trifft sich die Surfgemeinde auf dem Parkplatz neben dem "Rock". Von hier haben Surfer die weitläufige "Morro Bay" im Blick - und können so ihre Ausritte planen, denn fast immer bricht eine surfbare Welle.
Jedes Jahr im Februar versammelt sich die Szene zum "Big, Bad and Ugly Surf Contest". Der Name ist Programm: Gesurft wird bei absolut jeder Wetter- und Wellenqualität. Die Bedingungen scheinen die Teilnehmer in der Regel nicht besonders zu verwöhnen. Jedenfalls hat sich für die Veranstaltung über die Jahre der Spitzname "The Ugly" durchgesetzt.
Ziemlich hässlich benahm sich auch die Riesenwelle, die im vergangenen Winter ein Schiff der Küstenwache bei der Einfahrt in den Hafen von Morro Bay kurzerhand umwarf. Die Hafeneinfahrt liegt gleich neben "The Rock". Des einen Leid, des anderen Freud. Denn was der Wasserwacht den Kiel nach oben dreht, entzückt waghalsige Surfer. Erfahrene Zeitgenossen verschwinden am liebsten an solchen Tagen hinter der Mole aufs offene Meer.
Fernab vom Gedränge, das am Morro-Felsen herrscht, brechen dort phantastische Wellen. Wer es noch einsamer mag, ist etwas weiter entfernt in "Big Sur" richtig. Der nördlich von "Morro Bay" gelegene Küstenstreifen zählt zu den schönsten der kalifornischen Küste. Hier sollte man allerdings nicht nur surfen, sondern auch kraxeln mögen. Oft verlangt der Weg zu den Wellen einen ausgedehnten Fußmarsch über die Klippen.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Reise | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fernweh | RSS |
| alles zum Thema USA-Reisen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH