Nationalparks Ab nach Kanada

Kanada wird im nächsten Jahr 150 Jahre alt. Zum Jubiläum lädt das Land die Welt in seine Nationalparks ein - und spendiert freien Eintritt. Hier sind die acht schönsten Stopps.

Parks Canada/ L. Neu/ srt

Smaragdgrüne Seen, endlose Wälder, schneebedeckte Berge: Kanada ist ein Sehnsuchtsziel für Outdoorfans. Sollten Wildnis, Weite und wilde Tiere im kommenden Jahr auf Ihrer Reisewunschliste stehen, dann ist Kanada eine gute Wahl. Denn in den Nationalparks des nordamerikanischen Landes wird der Eintritt das ganze Jahr über kostenlos sein. Anlass ist der 150. Geburtstag Kanadas, der im Sommer mit zahlreichen Festivitäten zelebriert werden soll.

Bei der Gratisaktion machen alle 47 Nationalparks und 168 historischen Ausflugsziele von Parks Canada mit. Zusätzlich bekommt jeder Gast auf Wunsch noch ein Urlaubserlebnis geschenkt, für das er normalerweise zahlen muss. Darunter sind zum Beispiel ein Bad in den Hot Springs der kanadischen Rockies oder eine Schokoladenverkostung in der Festung von Louisbourg.

Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Hier stellten wir acht Nationalparks vor, die unbedingt auf Ihrer Route liegen sollten. Finden übrigens auch die Spezialisten von "Lonely Planet": Die haben Kanada soeben zum Trendziel 2017 gekürt.

Zwischen Bergen und Meer: Cape-Breton-Highlands-Nationalpark

Cape-Breton-Highlands-Nationalpark
Nova Scotia Tourism/ srt

Cape-Breton-Highlands-Nationalpark

Die Panoramastraße Cabot Trail führt durch das Hochland der Insel Cape Breton im Norden Nova Scotias - und nach jeder Kurve will man anhalten, weil diese Welt hier einfach zu schön ist: die grünen Wälder bis hinunter zum Atlantik, die menschenleeren Buchten und die Brandung an den Felsklippen. Adler kreisen über den Wellen, ganze Rudel von Walen schießen ihre Fontänen in die Luft.

Der Cabot Trail ist als Rundkurs angelegt und verläuft auf 300 Kilometern zwischen Ingonish und Cheticamp. Der Star unter den 26 Wanderwegen des Cape-Breton-Highlands-Nationalparks ist der Skyline Trail. Diese leichte Route führt etwa zwei Stunden über Bergwiesen hinauf auf ein Kliff mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom.

Blick in die Erdgeschichte: Gros-Morne-Nationalpark

Gros-Morne-Nationalpark
Newfoundland and Labrador Tourism/ srt

Gros-Morne-Nationalpark

Mysterium der Geologie: Im Gros-Morne-Nationalpark im Westen von Neufundland wurde Erdgeschichte geschrieben. Dort stießen vor Millionen von Jahren zwei Kontinente aufeinander, und es entstand eine einzigartige Landschaft: die kargen Tablelands - Teile des Erdmantels, die bei dem gigantischen Zusammenstoß nach oben verschoben wurden. Im Discovery Centre von Gros Morne wird das Phänomen interaktiv verständlich gemacht. Der Park beheimatet dramatische Bergformationen und von Gletschern geformte Fjorde.

Das Vogelwunder: Forillon-Nationalpark

Forillon-Nationalpark
Maria Azzurra Mugnai/ srt

Forillon-Nationalpark

Fast senkrecht ragen die Klippen über dem Sankt-Lorenz-Golf bis in 200 Meter Höhe. Mit dem Forillon-Nationalpark an ihrer östlichen Spitze endet die Gaspé-Halbinsel in Quebec, der französischsprachigen Provinz in Kanadas Osten. Wild, majestätisch, rau ist die Landschaft aus Meer, Steilküste, schnell fließenden Flüssen und Wasserfällen. Besucher werden immer wieder von atemberaubenden Aussichtspunkten überrascht.

Vogelliebhaber kommen besonders auf ihre Kosten: 225 Landvogelarten und jede Menge Seevögel - Kormorane, Seeschwalben und Papageientaucher zum Beispiel - leben und nisten hier. Von Juli bis September sind durchreisende Wale die große Attraktion, allen voran der mächtige Blauwal.

Zwischen wilden Büffeln: Prinz-Albert-Nationalpark

Prinz-Albert-Nationalpark
imago/ All Canada Photos

Prinz-Albert-Nationalpark

Stiller geht es im Prinz-Albert-Nationalpark in Saskatchewan zu. 200 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Saskatoon sagen sich Kojote, Otter, Dachs, Luchs und Fuchs gute Nacht. Besonderheit in der Prärielandschaft des Parks sind allerdings die Büffel. Prinz Albert schützt als einziges kanadisches Schutzgebiet eine wildlebende Bisonherde.

Hunderte von Teichen, Seen und Wasserläufen laden zu gemächlichen Tages- oder Mehrtagestouren per Kanu ein. Elche, Weißkopfadler, Fischadler und der hier nistende, seltene weiße Pelikan begegnen Paddlern unterwegs. Einzige Verkehrsregel: Biberdämme vorsichtig umschiffen oder das Kanu tragen.

Bären und kalbende Gletscher: Banff-Nationalpark

Banff-Nationalpark
Travel Alberta/ srt

Banff-Nationalpark

Bären! Die beiden schwarzen Flecke im Grün bewegen sich kaum. Gelassen sitzen sie am Straßenrand, pflücken Beeren und würdigen die aufgeregten Autoinsassen keines Blickes. In Albertas bekanntestem Schutzgebiet, dem Banff-Nationalpark, sind Begegnungen dieser Art an der Tagesordnung.

Ungezähmte Flüsse, kalbende Gletscher, schroffe Bergriesen und türkisfarbene Seejuwelen sind das Markenzeichen dieses Parks in den Rocky Mountains. Banff, quirliger Hauptort im Park, und der smaragdfarbene Lake Louise sind im Sommer Besuchermagnete.

Hirsche und heiße Quellen: Jasper-Nationalpark

Travel Alberta/ srt

Schon die Anreise ist spektakulär: Der Icefield Parkway gilt zu Recht als Amerikas schönste Panoramastraße. Über 230 Kilometer führt die Fahrt von Lake Louise nach Jasper durch eine majestätische Bergwelt, deren blau schimmernde Gletscher zum Teil bis an den Straßenrand reichen.

Im Park selbst gibt es Großhornschafe und Hirsche vom Auto aus zu bewundern, mit etwas Glück auch Bergziegen und Schwarzbären. Top-Attraktion des Parks sind geführte Touren in die bizarre Eiswelt des Columbia Icefields. Danach lohnt sich eine Bootsfahrt auf dem Maligne Lake zur postkartenschönen Insel Spirit Island und am Abend natürlich ein Bad in den heißen Quellen von Miette.

Sandstrand und Urwald: Pacific-Rim-Nationalpark

Pacific-Rim-Nationalpark
Aaron Carlson/ srt

Pacific-Rim-Nationalpark

600 Jahre alte Baumriesen recken sich in die Luft, hüfthohe Farnbüsche und mit Moos bewachsene Wurzelgiganten wuchern zu ihren Füßen. Bis direkt an den langen, hellen Sandstrand streckt der Urwald seine grünen Finger im Pacific-Rim-Nationalpark an der Westküste von Vancouver Island in Britisch-Kolumbien. Ausgebleichtes Treibholz übersät den Strand, bei Ebbe zeigen sich Muscheln, Seesterne und Seeanemonen in den Prielen.

Eiskalte Magie: Kluane-Nationalpark

Kluane-Nationalpark
Canadian Tourism/ srt

Kluane-Nationalpark

Gletscher, Gipfel und Grizzlys: Der Kluane-Nationalpark an der Grenze zu Alaska ist halb so groß wie die Schweiz und dabei völlig unbewohnt. Gemächlich fließt einer der größten nicht arktischen Gletscher der Welt, das bis zu tausend Meter mächtige Kluane Icefield, langsam auf den Pazifik zu. Aus dem zu 80 Prozent von Eis bedeckten Nationalpark ragt fast 6000 Meter hoch Kanadas höchster Berg, der Mount Logan.

Im Sommer schwanken die Temperaturen in der Region innerhalb eines Tages um 30 Grad. 30 Zentimeter Neuschnee sind auch im Juli keine Seltenheit. Im Winter kommen dann ohnehin Jahr für Jahr um 15 Meter Neuschnee dazu. Die kalte Magie der bis ins Unendliche reichenden Eisfelder samt Amerikas vielfältigster Braunbärenpopulation lässt sich am besten auf einem der zahlreichen Wanderwege bewundern - oder mit einem Buschflugzeug über die beeindruckende Gletscherwelt.


Weitere Informationen: Alle Details über das Gratis-Angebot hat Parks Canada auf der Webseite zusammengetragen.

Hans-Werner Rodrian, srt

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insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
1989er 17.11.2016
1. oh Canada
Super Aktion. Z.B. Atlantic Canada ist wirklich schön und abwechslungsreich. Für die Provinz Quebec empfiehlt sich aber Französisch-Kenntnisse dabei zu haben. Hier haben wir auf unserer Tour die nettesten, aber auch die am abweisendsten Leute kennengelernt. Sie mögen das Englisch nicht. Die Nationalparks Gros Mourne (Neufundland) und Forillon aber waren super. Und auch die Provincal Parks sind einsame Spitze. Zum Beispiel der Algonqin Park und mit dem Kanu einen der vielen Seen (Opeongo z.B.) zu entdecken, kleine Inseln anfahren, einfach die Freiheit spüren...
Delfinder 17.11.2016
2. Geheimtipp - psst... nicht verraten!
Die Tipps von Spiegel Online sind gut (Osten Kanadas kenne ich [noch] nicht). Für den Westen habe ich den Geheimtipp: Waterton Lakes National Park. Das ist Kanada wie man es sich vorstellt; nur unter der Lupe. Der beste Ort, an dem die Prärie auf die Rocky Mountains trifft, die größte Vielfalt an Wildblumen und Wildtieren. Im Frühjahr kommen die Schwarzbären mit ihren Jungen aus dem Winterschlaf. Im Sommer sind Maultierhirsche und Dickhornschafe im Ort und im Herbst Wapitihirsche zur Brunft und die Schwarzbären zum Beerenschlemmen. Bisons leben hier auch (allerdings in einem Gehege). Woher ich das weiß? Westkanada bereist (siehe www.delfinder.ca) und im Waterton Lakes National Park gelebt (virtuellle Tour von mir unter www.watert360.ca). Viel Spaß! Aber besser nicht 2017 kommen - wird überfüllt sein. Grüße aus Kanada!
kinngrimm 17.11.2016
3. Ölsand?
Darf man davon ausgehen das diese Schutzgebiete kein Ölsand lagern? http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/oelsand-in-kanada-segen-oder-fluch/4679592.html
Sumerer 17.11.2016
4.
Ich hatte das Glück vor einigen Jahren zweimal schon im Osten Kanadas (Ontario und Quebec) gewesen sein zu können. Es ging mit dem PKW von Montreal über Kingston, Toronto (Toronno - indianisch/Platz der Versammlung) bis hin zu den Niagara-Fällen (indianisch - Donnerndes Wasser). Und von Montreal aus den Saint Lawrence Richtung Mündung. Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Kingston zu den Thousand Islands, nach Peterborough, Ottawa, Simcoe. Zum Schluss war dann Wakefield und der Gatineau-Nationalpark dran. Zwischendurch gab es noch viele andere Kleinstädte und Dörfen zu bewundern. Beispielsweise das "Upper Canada Village". Sie haben recht. Mit dem Großwild in Kanada sollte vorsichtig umgegangen werden. Dazu orientiert man sich am Besten an den Empfehlungen der Nationalparkverwaltung. Eindrucksvoll war an dieser Reise auch, dass ich alle Fortbewegungsmittel (Schiff, Zug, Metro, PKW) in Kanada ausprobieren konnte.
fresch 17.11.2016
5. Nächstes Jahr besser nicht ;)
Kanada ist immer eine Reise wert, die Natur dort ist unvergleichlich. Man ist oftmals selbst an den Hot Spots nach kurzer Zeit allein und hat die Natur ganz für sich. Gerade deswegen würde ich vielleicht bei einer geplanten Reise aber nicht 2017 sondern 2018 anpeilen. Das Jubiläum inkl. kostenlosem Eintritt, "Trendziel" bei Lonely Planet... das könnte viele Touristen anziehen und an einigen Stellen sicherlich für etwas mehr Trubel sorgen als gewöhnlich. Natürlich nicht vergleichbar mit anderen Touristen-Zielen dieser Welt, aber für den Kanada-Entdecker vermutlich schon zu viel ;) Für den Erstreisenden kann ich übrigens Vancouver Island wunderbar empfehlen. Traumstrände, Küstenregenwälder, bis zu rund 2.000 m hohe Berge und auf der andere Seite der Strait of Georgia mit Vancouver eine der schönsten Städte der Welt. Dort kann man wirklich auf relativ kleinem Raum viele Facetten Kanadas erleben, ohne abertausende Kilometer abreißen zu müssen. Wenn man das ganze dann noch z.B. mit einem Pick-Up-Camper oder mit Jeep und Zelt macht, stehen einem auch unbefestigte Wege (private Gravelroads) und teils fast unberührte Natur völlig ohne Touristenströme offen!
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