Pferdehauptstadt Lexington: Vollblüter für Millionen

Von Denis Krick

In Lexington werden die besten Vollblüter der Welt gezüchtet. Hengste kosten hier Unsummen, die Kundschaft ist steinreich. Die Stadt in Kentucky ist vollkommen verrückt nach Pferd und zelebriert das Leben auf der Rennbahn.

Lexington: Verrückt nach Pferd Fotos
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Mindestens einmal im Jahr fliegt der Herrscher von Dubai mit seiner Entourage in Lexington ein. Sein riesiger Jumbojet ist viel zu groß für den beschaulichen Blue Grass Airport vor den Toren der Stadt. Angeblich dürfte Muhammad bin Raschid al-Maktum hier überhaupt nicht landen. Glaubt man den Einwohnern, dann kriegt der Scheich deshalb jedes Mal von den Behörden eine ordentliche Geldstrafe aufgebrummt - und zahlt ohne Murren.

In Lexington nimmt man das Verhalten des arabischen Monarchen mit einem Lächeln hin. Man freut sich immer auf die Besuche des Scheichs in Kentucky, denn al-Maktum bringt eine Menge Geld in die Stadt. Jeden September werden auf der Pferderennbahn Keeneland die vielversprechendsten Vollblüter der Welt versteigert - und Seine Hoheit gehört zu den besten Kunden.

Für zwei Wochen zeigen dann Kentuckys Züchter ihre Rennpferde. 2011 wurden knapp 2900 Pferde verkauft. Der Erlös: über 220 Millionen US-Dollar. Während der Auktion erreichen die angebotenen Einjährigen nicht selten Preise im siebenstelligen Bereich. Den Rekord hält Meydan City. Der junge Hengst wechselte 2006 für 11,7 Millionen US-Dollar den Besitzer.

"In Lexington werden die schnellsten und stärksten Rennpferde gezüchtet", sagt Jen Roytz von der Three Chimneys Farm. Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten Ranches der Region. "Unsere Weiden sind etwas ganz Besonderes." Aufgrund des kalkreichen Bodens sei das Gras extrem nahrhaft und fördere den Knochenbau der Tiere. Außerdem würden die sanften Hügel für ein natürliches Fitnesstraining sorgen.

Überall "Unsere kleine Farm"

Sanfte Hügel und sattgrüne Weiden gibt es wirklich zuhauf rund um die 300.000-Einwohner-Stadt Lexington. Und überall stehen schnuckelige weiße Landhäuser auf den Anhöhen. Wer durch diese ländliche Region Kentuckys fährt, der fühlt sich ständig an die TV-Serie "Unsere kleine Farm" erinnert und rechnet allerorten damit, dass einem die Kinder der Fernsehfamilie Ingalls glücklich entgegen springen. Stattdessen kommen allerdings unzählige Pferde an die Zäune getrabt.

Auf der Three Chimneys Farm können Touristen nach Anmeldung hinter die Kulissen einer Pferdezucht schauen. Insbesondere im Frühjahr lohnt sich hier der Besuch. "Dann kommen unsere Fohlen zur Welt", sagt Roytz und führt durch die Stallungen, in denen der wertvolle Nachwuchs aufgepäppelt wird.

Auf den Weiden stehen ehemalige Derby-Gewinner und wähnen sich im siebten Pferdehimmel. "Die Hengste werden täglich ausgeritten, erhalten nur das beste Futter und haben eigentlich nur eine Aufgabe", sagt Roytz und gibt einem der Tiere ein Leckerli. "Sie müssen Stuten decken." Und das hat seinen Preis.

Volksfest an der Rennstrecke

So kostet ein Fohlen vom ehemaligen Derbysieger Big Brown 35.000 US-Dollar, für die Dienste von Flower Alley werden 20.000 US-Dollar fällig. Mit im Preis inbegriffen ist die Aufzucht des Nachwuchses. Unzählige erfolgreiche Rennpferde sind bereits auf der Three Chimneys Farm aufgewachsen.

Die jungen Hengste trainieren fast jeden Morgen auf dem Keeneland Race Course. Pünktlich zur Dämmerung laufen sie hier bereits über die Bahn. Frühaufsteher können den Tieren dabei zuschauen. Kurz nach Sonnenaufgang sind die meisten Pferde allerdings schon wieder im Stall. Dann empfiehlt sich ein frühes Südstaaten-Frühstück in der günstigen Track Kitchen, wo die Jockeys, Pfleger und Züchter bei Eiern und Speck fachsimpeln.

Zweimal im Jahr herrscht in Keeneland Volksfeststimmung. Im Frühling und im Herbst werden jeweils für dreieinhalb Wochen Rennen ausgetragen. Dann ist fast ganz Lexington an der Rennstrecke und wettet auf Sieg und Platz. Der Spaß beginnt auch hier schon am frühen Morgen, wenn schon Stunden vor dem ersten Start die Zuschauer auf dem riesigen Parkplatz der Anlage kleine Partys feiern und vor ihren Autos grillen.

In den Logen der Rennbahn tummeln sich zu diesem Zeitpunkt die Superreichen und die bessere Gesellschaft von Lexington. Angeblich soll es Ärzte und Anwälte geben, die sich für diese Zeit extra Urlaub nehmen, um im VIP-Bereich zu kellnern. Diese verdienen dank immenser Trinkgelder in wenigen Wochen so viel Geld, dass sich für sie die Auszeit vom Beruf mehr als lohnt.

Stadt der Pferdeverrückten

Eine Besonderheit von Keeneland ist, dass die Besucher den Pferden sehr nahe kommen können. Die Stallgassen der Tiere sind keineswegs für die Öffentlichkeit gesperrt. Hier darf jeder Gast hindurch schlendern und ein wenig kiebitzen. Das gilt auch für die Rennwochen.

Nicht nur zu dieser Zeit ist ganz Lexington verrückt nach Rennpferden. Dem erfolgreichsten Hengst der Stadt wurde sogar ein Denkmal gewidmet. Im Kentucky Horse Park, einer der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt, steht eine Skulptur von Man o' War. Der berühmteste Vollblüter der Welt - der natürlich aus Lexington stammt - gewann während seiner Karriere nach dem Ersten Weltkrieg 20 seiner 21 Rennen.

Wie weit die Begeisterung für den Rennsport tatsächlich geht, kann man gut bei McCarthy's sehen. Selbst der beste Irish Pub der Stadt hat sich ganz den Rennpferden verschrieben. Statt der sonst handelsüblichen Fußballdeko finden sich hier an den Wänden unzählige Bilder von legendären Hengsten, Trikots von Jockeys, Zeitungsberichte und sogar die Büste eines Derbysiegers. Viele der Stammgäste arbeiten auf den Ranches der Umgebung.

Der Scheich von Dubai war hier allerdings noch nicht zu Gast. Auch wenn er in Lexington meist privat in Jeans und Hemd rumläuft, würde sich der Barkeeper an ihn bestimmt erinnern. Denn Muhammad bin Raschid al-Maktum ist auch in Kentucky für seine exorbitanten Trinkgelder berühmt. Ebenfalls ein Grund, warum er mit seinem dicken Jumbo jederzeit in Lexington landen darf.

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1. die besten Pferde der welt?
smerfs 15.05.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEIn Lexington werden die besten Vollblüter der Welt gezüchtet. Hengste kosten hier Unsummen, die Kundschaft ist steinreich. Die Stadt in Kentucky ist vollkommen verrückt nach Pferd - und zelebriert das Leben auf der Rennbahn. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/kentucky-pferdezucht-und-pferderennen-in-lexington-a-899773.html
wo war der autor, in usa oder in europa oder australien? der angesprochene meydan city gewann in zwei jahren zwei classe c rennen in newmarket england gegen mittelmäßige Pferde und gerade einmal 24.000 pfund. was richtig wäre die pferde aus kentucky sind die bestgedopten rennpferde in der welt, anabolika bei fohlen und jährlingen sind die regel und lasix bei älteren pferden an der tagesordnungl europa hat in den letzten jahren die besten pferde hervorgebracht und in der regel ungedopte vollblüter nur zwei möchte ich nennen frankel in 14 rennen ungeschlagen ca. 3.000.000 pfund und danedream ein 8000€ schnäppchen gewann u.a. die zwei wichtigsten rennen der welt den prix de l'Arc de triomphe als dreijährige und im darauffolgenden jahr die king george VI and queen elizabeth stakes in ascot und 3.300.000 pfund. australien züchtete black caviar eine in 25 rennen ungeschlagene stute mit 4.600.000 pfund gewinnsumme, nebenbei bemerkt ungeschlagen auf zwei kontinenten, australien und europa. kentucky vollblüter sind meistens nach einem jahr rennen kaputt, weiche knochen. nichtsdestotrotz werden auch in kentucky sieger gezüchtet die aber wenn sie in den usa trainiert werden gegen europäische konkurenz wenig chancen haben. kentucky ist aber immer eine reise wert und wenn man nur lernt das chemie ein schlechter ratgeber in der tierzucht im allgemeinen ist.
2. Pferdehauptstadt
lfin 15.05.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEIn Lexington werden die besten Vollblüter der Welt gezüchtet. Hengste kosten hier Unsummen, die Kundschaft ist steinreich. Die Stadt in Kentucky ist vollkommen verrückt nach Pferd - und zelebriert das Leben auf der Rennbahn. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/kentucky-pferdezucht-und-pferderennen-in-lexington-a-899773.html
Hallo Autor/Fotograf, nach der alten und auch der neuen deutschen Rechtschreibung dürfte ein Pferd ein Pferd sein, das Kind eines Pferdes ist aber ein Fohlen, auch wenn es von einem berühmten Deckhengst stammt. (s. Bild 11) smile
3.
Marakai 15.05.2013
Dem Kommentar von smerfs ist wenig hinzuzufuegen. Ueber das typische SPON Journalismus Niveau mit so eine pauschalen Aussage ueber angeblich "beste Vollblueter der Welt" kann ich nur lachen, Ich kann 10 Minuten zu Fuss gehen und bin im Gestuet wo Black Caviar herkam, wohl wirklich die beste Kurzstreckensprinter-Stute der Welt. Makybe Diva's Geburtsort ist auch nicht so weit weg, als Doppelsiegerin des brutalen (weil langen) Melbourne Cup's auch eine Klasse fuer sich.
4. http://lmgtfy.com/?q=Journalistenschule#
der_namenslose 15.05.2013
Sorry Leute, schöne Photos aus Kentucky. Und das Kentucky Derby ist in den USA wirklich ein Event, dass in der ganzen Nation zelebriert wird. Der Rest des Artikels ist leider noch nicht einmal auf BLÖD-Niveau...
5. Beste Pferde der Welt?
limerickboy 15.05.2013
Vielleicht sollte der Reporter mal nach Ballydoyle zu Collmore fahren, da stimmt diese Aussage wohl eher. Aber in Amerika wird ja der Rest der Welt ja oftmals ignoriert.
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