Kurioses aus dem Cockpit "Ihr Ankunft-Gate ist auch Ihr Absturz-Gate"

3. Teil: Turbulenter Start: "Sie dürfen wenigstens Alkohol trinken"


Turbulenter Start: "Sie dürfen wenigstens Alkohol trinken"
Corbis

Turbulenter Start: "Sie dürfen wenigstens Alkohol trinken"

Auf einem sehr schwach besetzten Flug von Nürnberg nach Hamburg mit einer kleinen Propellermaschine wurden vor dem Start einige Personen gebeten, sich auf einen anderen Platz zu setzen. Als Passagier dachte man in dem Moment, das wäre ein besonderer Service aufgrund der vielen freien Plätze.

Auf dem Weg zu Startbahn sagte dann aber der Pilot durch: "Guten Morgen, wir bitten Sie zu entschuldigen, dass sich einige von Ihnen umsetzen mussten. Doch da Sie fast kein Gepäck aufgegeben haben, mussten wir dafür sorgen, dass sich der Schwerpunkt des Flugzeugs an der richtigen Stelle befindet. Ob wir das auch richtig gemacht haben, werden wir in wenigen Minuten wissen."

Jonas Kühle

Auf einem Flug in die USA hat ein Freund von mir vor ein paar Jahren Folgendes erlebt: Der Pilot machte die gewöhnliche Ansage nach dem Start - und vergaß dann, das Mikrofon auszuschalten. In die Kabine hallte es: "Jetzt einen starken schwarzen Kaffee und eine Stewardess, die mir einen bläst!" Woraufhin eine Stewardess zum Cockpit stürzte und ein Passagier ihr nachrief: "Hey Süße, vergiss den Kaffee nicht!"

Angelo Schneider, Karlsruhe
Bemerkung der Redaktion: Vielleicht hat der Freund von Herrn Schneider auch dieses Erlebnis genossen. Bekannt ist es schon durch das US-Filmdrama "Good Will Hunting" (1997), in dem es zitiert wird.

Anfang der achtziger Jahre war ich in der DDR auf dem Flughafen Dresden als Bodenpersonal der Transportfliegerstaffel der Luftstreitkräfte stationiert. Eventuelle Passagiere der Transportflugzeuge mussten in der absoluten Holzklasse fliegen: klappbare Sitzbretter entlang des Rumpfes, ein Transport- und Verzurrband, Ladekran und absenkbare Heckrampe zum Auffahren von Fahrzeugen. Und ein Plumpsklo.

Einmal tauchten um 3 Uhr früh ein paar Mannschafts-Lkw auf mit Jungs von den Raketentruppen. Die meisten hatten Schiss, weil sie noch nie geflogen waren. Da drängelte sich ein Major die Rampe hoch und verkündete, dass die Überlebenschance bei einem Absturz am Heck unter dem Leitwerk am größten sei - dort, wo er gerade Platz für sich "befohlen" hatte. Der Mann hatte meinen Chef und mich kurz zuvor wegen unseres angeblich nicht-militärischen Verhaltens angemacht - da bot sich die Chance einer Revanche.

Mein Vorgesetzter sagte laut zu mir: "Liebscher, das klappert!" und rüttelte eindrucksvoll an dem Gestänge der Rampe. "Mach den Krempel richtig fest, nicht dass wir wieder die Laderampe beim Flug verlieren!" Blitzartig verschwand der Major Richtung Flugzeugspitze, wo er es sich dann neben dem Plumpsklo gemütlich machte.

Wir klärten natürlich die "einfachen" Dienstgrade auf, dass sie den sichersten Platz im ganzen Flugzeug hätten und die Rampe auf keinen Fall verloren ginge.

Ingo Liebscher, Bobritzsch

Auf einem Flug von Manila nach Singapur gab es bereits beim Steigflug Turbulenzen. Ich fragte bei dem Steward nach, wie lange das noch andauern würde: "Weiß ich nicht, aber Sie dürfen wenigstens Alkohol trinken."

Claudia Hauenstein, Singapur

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