Lamu-Inselgruppe: Kenias Küsten-Kleinod

Zu abgelegen für einen schnellen Besuch, zu klein für Massentourismus: Die autofreie Inselgruppe Lamu in Kenia konnte sich lange Zeit ihren ursprünglichen Charme bewahren. Doch nun wird hier fleißig renoviert und modernisiert - sehr zum Missfallen der Einwohner.

Lamu in Kenia: Die Insel der Esel Fotos
TMN

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Lamu - Der Tag beginnt auf Lamu mit dem Ruf des Muezzin und dem Protestgeschrei von Eseln, die zur Arbeit getrieben werden. Im Morgenlicht leuchten die weißen Häuser aus Korallenfels und der Sand der Dünen. Die Inselgruppe im Indischen Ozean gehört - noch - zu den letzten Geheimnissen Kenias, zu klein für den Massentourismus, zu abgelegen für einen schnellen Besuch. In Lamu, einer der ältesten Siedlungen entlang der ostafrikanischen Küste und Herz der Swahili-Kultur, vermischen sich arabische und afrikanische Einflüsse.

Noch ist der Flughafen auf der Insel Manda eine Holzkonstruktion mit Strohdach. Aber ein Neubau aus Beton ist bereits in Arbeit. Lamu ist im Umbruch, nicht immer zur Freude der Bewohner. Die einen fürchten die Einflüsse der Modernisierung für die traditionelle, streng muslimische Kultur der Inseln, die anderen eine Kommerzialisierung, an der die Einwohner kaum einen Anteil haben werden. Und auch die Teilzeit-Insulaner - meist wohlhabende Europäer, die mehrere Wochen oder Monate im Jahr in ihren renovierten Villen und traditionellen Häusern verbringen - fürchten, der spezielle Zauber Lamus könnte verfliegen, wenn die Moderne Einzug hält.

Wer Lamu besucht, sollte nicht in Eile sein. Der Flug von Nairobi oder Mombasa dauert etwa eineinhalb Stunden, manchmal noch mit einem Zwischenstopp in Malindi. Dann geht es mit dem Boot weiter zur endgültigen Unterkunft. Denn Autos gibt es auf Lamu nicht, einmal abgesehen von dem eigentlich unsinnigen Dienstwagen des Chefs der Bezirksverwaltung oder dem klapprigen Bus auf der Insel Pate.

Esel als Verkehrsmittel

Statt der hupenden und drängelnden Matatu-Minibusse, die überall sonst in Kenia zu den Schrecken der Straße gehören, sind auf Lamu wie seit Jahrhunderten Esel und Boote die wichtigsten Verkehrsmittel. Es gibt sogar ein Altersheim samt Ambulanz für Esel.

Die Dhows, traditionelle Segelboote und meist aus dem Holz der Mangrovenwälder der Inseln gefertigt, haben heutzutage einen Motor und trotzen auch anhaltender Flaute. Aber die Fischer, die am Hafen ihre Netze und Segel flicken, setzen noch immer auf die gleiche Segeltechnik, wie sie seit Jahrhunderten entlang der Küste üblich ist.

Ein Spaziergang durch die Städte und Dörfer der Inseln ist noch immer wie eine Reise in eine andere Zeit mit einem gemächlichen Tempo. Verschleierte Frauen und Mädchen in schwarzen Gewändern prägen das Bild auf den engen, gewundenen Gassen, und viele Männer unterbrechen ihre Unterhaltungen und Alltagsgeschäfte, um dem Ruf des Muezzin in die Moschee zu folgen. In vielen Restaurants oder Hotels gibt es keinen Alkohol.

Auch im Stopover, einer Pension mit Restaurant gleich neben dem Fischerhafen des Dorfes Shela, gibt es nur Wasser, Fruchtsäfte, Kaffee oder Tee. Dafür lässt sich in Gesprächen mit Fischern oder Dhow-Kapitänen der Alltag der Inselbewohner besser kennenlernen. Bootsbesitzer Osman etwa klagt über die Pläne zum Ausbau eines modernen Hafens, und sein Freund Mohammed sorgt sich um den Sittenverfall der Dorfjugend, die auf das schnelle Geld mit Touristen hofft. Einen schweren Schlag für den Fremdenverkehr bedeutete im Jahr 2011 die Entführung einer Französin durch Piraten, doch inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt.

Der soziale Dreh- und Angelpunkt der Touristen und weißen Villenbesitzer befindet sich ein paar hundert Meter entfernt im Peponi, dem wohl bekanntesten Hotel der Insel. Seit Jahren kommen Bewohner und Besucher auf der weiten, weißen Terrasse zusammen, um hier den Sundowner zu genießen. Sehen und gesehen werden, das spielt zumindest hier auch schon auf Lamu eine Rolle.

Eva Krafczyk/dpa/sto

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insgesamt 5 Beiträge
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1. wenn kein Alkohol möglich ist,
Butenkieler 06.01.2013
werden auch keine westlichen Touris hier einfallen. Ohne Schampus keine Feier. Und wer will schon unter den Blicken tiefverschleierter Frauen (?) sich nackt unter der afrikanischen Sonne räkeln?
2.
nairo 06.01.2013
Zitat von Butenkielerwerden auch keine westlichen Touris hier einfallen. Ohne Schampus keine Feier. Und wer will schon unter den Blicken tiefverschleierter Frauen (?) sich nackt unter der afrikanischen Sonne räkeln?
Ich bin jedes jahr 3 mal in Kenia, und war auch in Lamu: keine Sorge, es gibt dort genug Bier und Alkohol, in Kenia sind nur 20% Muslime, und an der Küste 60%, auch in Lamu sind nicht alle Muslime, und die Menschen sind sehr freundlich und tolerant.
3. Fehler, Fehler, Fehler
sai_sai 07.01.2013
Hmm, also ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Korrigieren anfangen soll, der Beitrag strotzt nur so vor Fehlern: 1. Der neue Flughafen ist seit Monaten fertig. 2. Der Tourismus liegt seit zwei, nicht einem Entführungsfall völlig am Boden - nichts ist in Ordnung! 3. Das Peponi liegt nicht mehrere Hundert Meter, sondern mindestens 40 Hundert Meter, also ca. 40 min, von Lamu Town entfernt. 4. Mir wäre neu, dass die Bewohner Lamus Investitionen und Tourismus kritisieren. Die übergroße Mehrheit freut sich darüber und leidet eben unter der Tourismusflaute (s. 2.) 5. Die Anreise aus Nairobi dauert tatsächlich knapp 1,5 h per Flugzeug - aber das ist nicht umständlich oder "abgelegen", sondern extrem unkompliziert und schnell. Alternative: 15 Stunden Fahrt mit dem Klapperbus 30 min Bootsfahrt. 6. Esel sind keine Verkehrsmittel, sondern allenfalls Transportmittel für Baumaterial etc.. Eigentlich sind sie aber nur journalistische Folklore, für den Inselalltag sind sie schöne Kulisse - sonst von keinerlei praktischer Relevanz. Außer dass man in jedem Beitrag von dem Esels-Hospital schreiben kann. Alles in allem, frage ich mich, unter welchen Umständen und vor allem wann dieser Artikel geschrieben worden ist? In jedem Fall empfehle ich aber Lamu! Es ist fantastisch dort und tatsächlich noch ein Geheimtip, zumindest in Deutschland.
4.
Dyke 07.01.2013
Artikel nochmal lesen! Das Peponi ist ein paar 100m vom Stopover entfernt, und genau das steht im Artikel: "Auch im Stopover, einer Pension mit Restaurant gleich neben dem Fischerhafen des Dorfes Shela [...]Der soziale Dreh- und Angelpunkt der Touristen und weißen Villenbesitzer befindet sich ein paar hundert Meter entfernt im Peponi, dem wohl bekanntesten Hotel der Insel. "
5.
sai_sai 07.01.2013
Ok, ein Fehler weniger. Irgendetwas muss ja an dem dpa-Beitrag auch stimmen. Aber in Lamu Town gibt es eben auch ein Stop Over Hotel.
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