Montenegro: Unbekanntes Juwel der Adria

Grüne Pinienwälder, weiße Sandstände und gemütliche Gassen. Montenegro gilt als Geheimtipp unter den Adriaurlaubern. Die Hotels sind günstig und die Bewohner freuen sich über Gäste aus dem Ausland. Allerding fehlt es dem kleinen Balkanland nach Jahren des Krieges noch an Infrastruktur.

Sonnenuntergang an der Adria-Küste Montenegros
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Sonnenuntergang an der Adria-Küste Montenegros

Montenegro - Die Bewohner Montenegros bezeichnen ihre Heimat gerne als das Juwel der Adria. Unter Urlaubern gilt der kleine Balkanstaat als Geheimtipp - ein Ferienziel voller landschaftlicher Reize, wo zudem die Preise noch günstiger als das benachbarte Kroatien sind. Besucher sind vor allem vom unglaublichen Farbenspiel verzaubert, das ihnen in Montenegro begegnet: Das Aquamarin des Meeres, das Grün der Pinienwälder, das Blau des Himmels und das Weiß der Kieselstrände.

Die Schönheit der Natur mag dabei helfen, über die Schattenseiten hinwegzusehen, die dem Urlauber auch begegnen: Abfallhaufen entlang enger Straßen, alte und heruntergekommene Hotels und unvollendete Privathäuser in Zementgrau, die mitten in die herrliche Gegend gebaut werden und die Landschaft verschandeln.

Trotz dieser negativen Erscheinungen wächst inzwischen der Fremdenverkehr wieder, der in den neunziger Jahren wegen der Kriege auf dem Balkan fast völlig zum Erliegen gekommen war. Zwar kommen noch immer die meisten Touristen aus dem benachbarten Serbien, mit dem Montenegro einen Staatenbund bildet. Doch auch immer mehr Urlauber aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei finden ihren Weg hierher.

Mit Tisch und Stühlen im Wasser den Strandtag genießen
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Mit Tisch und Stühlen im Wasser den Strandtag genießen

Eine der Hauptattraktionen des Landes ist die kleine Halbinsel Sveti Stefan mit ihren von der Sonne gebleichten Kalksteinhäusern. Das einstige Fischerdörfchen wurde in den 60er Jahren zu einem luxuriösen Hotelkomplex ausgebaut. Die Steinmauern aus dem 15. Jahrhundert, die engen Straßen und die 1979 bei einem Erdbeben zerstörte Kirche wurden liebevoll saniert und wieder aufgebaut. Heute strahlen die roten Dachziegel der Häuser im Sonnenlicht um die Wette mit Oleander, Bougainvillea und Palmen.

Nebenan liegt Budva, der beliebteste Ferienort Montenegros. In der engen Altstadt locken unzählige Geschäfte und Restaurants. Mit seiner intakten Stadtmauer, den engen Gassen und seiner Uferpromenade wirkt Budva wie eine Miniaturausgabe des berühmteren Dubrovnik in Kroatien. Nördlich der Altstadt von Budva führt der Weg zum Felsstrand von Mogren, dem schönsten in der Gegend. Im Süden der Altstadt bestimmen unzählige Kleinhändler das Bild, die von Strandklamotten bis zu Souvenirs alles Mögliche feilbieten.

"Immer mehr Ausländer entdecken jetzt die Schönheiten Montenegros", freut sich Nikola Lazarevic, der Eigentümer des Restaurants "Grispolis" in dem malerischen Örtchen Bigovo, während er gegrillten Fisch zubereitet. Zu dem mit Knoblauch und Petersilie gewürzten Fisch wird der berühmte Vranac-Rotwein serviert.

Frischer Fisch ist in der Region sehr gefragt
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Frischer Fisch ist in der Region sehr gefragt

Nach offiziellen Angaben verzeichnete die montenegrinische Tourismusindustrie im vergangenen Jahr einen Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zu 2001. Die steigenden Besucherzahlen aus dem Ausland mögen zum Teil auch mit den günstigen Preisen in Montenegro zusammenhängen: So gibt es Doppelzimmer in Privatpensionen für etwa 13 Euro die Nacht - etwa halb so viel, wie eine vergleichbare Unterkunft im benachbarten Kroatien kostet.

Teurer steigt der Urlauber im schicken Sveti Stefan ab, wo man für ein durchschnittliches Zimmer mit Halbpension etwa 136 Euro pro Person und Nacht zahlen muss. Die Menschen in Montenegro freuen sich über die steigenden Tourismuszahlen. Denn deren Interesse verdeutlicht, dass die kleine Balkanrepublik auf dem besten Weg ist, auch vom internationalen Publikum als Juwel der Adria entdeckt zu werden.

Dusan Stojanovic, AP

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