Mount Everest Nepal plant Leiter am Hillary Step

Kommt als nächstes ein Fahrstuhl? Am Mount Everest gibt es Pläne für eine Leiter am Hillary Step. Die berüchtigte Felsstufe soll damit einfacher zu bewältigen sein. Einheimische Sherpas begrüßen die Idee. Widerspruch kommt von ausländischen Alpinisten.

Mount Everest: Der größte Berg der Welt soll sicherer gemacht werden
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Mount Everest: Der größte Berg der Welt soll sicherer gemacht werden


Kathmandu - Eine Leiter für die Schlüsselstelle am Mount Everest: Über diesen Plan denkt gerade die Vereinigung der Expeditionsveranstalter in Nepal nach. Der Hillary Step, die für Kletterer schwierigste Passage am höchsten Berg der Welt, soll so entschärft werden. Die Idee werde "kontrovers" diskutiert, sagte Organisationsmitglied Dawa Steven Sherpa der englischen Zeitung "The Guardian".

Am Hillary Step staut sich der Bergsteigerverkehr häufig bei gutem Wetter. Die knapp zwölf Meter hohe und über 70 Grad steile Felsstufe ist das letzte ernsthafte Hindernis vor dem Gipfel auf der Südroute des Achttausenders. Da immer nur ein Kletterer an dieser schwierigen Stelle den Aufstieg und Abstieg wagen kann, kommt es hier häufig zu mehrstündigen Wartezeiten in eisiger Kälte und dünner Höhenluft. Die Warterei würde zu Lasten der Sicherheit gehen, sagt Sherpa. Bei den Leiter-Plänen ginge es keinesfalls darum, das Klettern zu vereinfachen.

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Unterstützung für den Plan gibt es von der International Mountaineering and Climbing Federation (UIAA). Deren Präsident Frits Vrijlandt erklärte, dass die Leiter die Lösung für das Problem der steigenden Zahl der Kletterer am Mount Everest sein könnte. "Wenn sie nur für den Abstieg genutzt wird, verändert das auch nicht den Charakter der Besteigung", sagte Vrijlandt.

Reichlich Konfliktpotential

In diesem Jahr erreichten bereits 520 Alpinisten den Gipfel des Mount Everest. Darunter der 80-jährige Japaner Yuichiro Miura. Allein am 19. Mai versuchten sich 150 Menschen gleichzeitig an der Besteigung.

"Die Route verändert sich, es gibt mehr Felsen und weniger Eis und Schnee", sagt der 65-jährige Nepalese Pertemba Sherpa. "Es ist sehr gefährlich." Die Sicherheit der Bergführer sollte Priorität bei allen Überlegungen haben. Auch Apa Sherpa, der den Berg 21-mal bezwang, ist der Meinung, dass die Leiter von Vorteil wäre.

Der britische Bergsteiger Stephen Venables befürchtet allerdings, dass der Mount Everest durch solche Erleichterungen immer mehr ein Allerweltsgut werde, dessen Besteigung man sich einfach kaufen könne.

Zuletzt hatte ein anderer Konflikt zwischen ausländischen Alpinisten und Sherpas am Mount Everest für Schlagzeilen gesorgt. Der Schweizer Ueli Steck, der Italiener Simone Moro und der Brite Jonathan Griffith gerieten auf dem Weg in einen Streit mit einheimischen Bergsteigern, die die Strecke für die Frühjahrssaison präparierten. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten und Steinwürfen, wobei die drei Ausländer verletzt wurden.

dkr



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