Müllproblem China schließt nördliches Basislager am Mount Everest

Müll, Exkremente und Leichen: Der Aufstieg zum Gipfel des Mount Everest hat nicht nur schöne Seiten. China greift nun durch und schließt das nördliche Basislager in Tibet für "gewöhnliche Touristen".

Der Mount Everest
REUTERS

Der Mount Everest


Nicht nur das südliche Basislager in Nepal hat ein Müllproblem, auch das nördliche versifft. Deshalb hat China das in Tibet liegende Basislager am Mount Everest nun für Touristen geschlossen.

Das Verbot gelte für "gewöhnliche Touristen", nicht für solche mit einer Erlaubnis zum Besteigen des höchsten Berges der Erde, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Für die Touristen werde ein neues Lager rund zwei Kilometer entfernt errichtet.

Eingeschränkt werden soll dem Bericht zufolge der Zugang für die Gebiete oberhalb des in 5000 Meter Höhe gelegenen tibetischen Klosters Rongpo. Als Grund nannte Tang Wu von der Tourismusbehörde in Tingri laut der South China Morning Post den "Schutz der Umwelt". Dieser "Kernbereich" werde "für eine unbestimmte Zeit für Touristen gesperrt".

Zahl der Bergsteiger auf Rekordhoch

Damit reagieren die chinesischen Behörden auf die deutliche Zunahme von Touristen am 8848 Meter hohen Mount Everest. Laut der chinesischen Bergsteigervereinigung CMA sind in den letzten acht Jahren mehr als 20.000 Menschen aus über 40 Ländern von der tibetischen Seite aus zum Gipfel aufgebrochen. Das Basislager an sich sei auch für Menschen, die nicht weiter aufsteigen möchten, ein beliebtes Ziel. Um die 40.000 Menschen waren dort im Jahr 2015 unterwegs.

Die Zahl der Bergsteiger, die sowohl von chinesischer als auch tibetischer Seite den Everest-Gipfel erklommen, stieg 2018 auf ein Rekordhoch von 807.

Wegen dieser Entwicklung liegen auf dem Mount Everest immer mehr Abfälle - aber auch die sterblichen Überreste von gescheiterten Bergsteigern. 2018 organisierten die chinesischen Behörden daher drei große Reinigungsaktionen auf einer Höhe von mehr als 5200 Metern.

Dabei seien "mehr als acht Tonnen Haushaltsabfälle, Exkremente von Menschen und Hinterlassenschaften von Bergsteigern" weggeräumt worden, schrieb Xinhua. China plant überdies, die Leichen von Bergsteigern auf einer Höhe von über 8000 Metern zu bergen.

Laut der "South China Morning Post" wurde die Zahl der Genehmigungen für die Besteigung des höchsten Berges der Welt von der tibetischen Seite aus auf 300 begrenzt.

sth/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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k.a. Thüringen 15.02.2019
1. Sperrt die Gipfel
Es muss der Welt eine mögliche Besteigung nicht mehr bewiesen werden !!! Macht den Berg endlich zu, und schützt was noch zu schützen möglich ist ....
Onkel Drops 15.02.2019
2. richtig so dort gibt es nix neues zu erkunden...
aufräumen und gut ist. Tourismus ganz weit weg vom Gipfel betrachten lassen. 300 Aufstiege sollten wissentschaftliche bevorzugt (nutzen begründet!!!der erste unter 18 mit rotem Haar Guinness Buch Eintrag Anwärter sollte dann rausfallen! ) verteilt werden. notfalls WarnTafeln mit Herrn Messner aufstellen (über 3000 Meter brütet ja der gemeine Yeti) just joking ( nur bezgl Messner )
ge1234 15.02.2019
3. Bei den ...
... Gebühren, die sowohl Nepalesen als auch Chinesen für eine Everest-Besteigung verlangen, sollte auch das Geld drin sein, um den Müll zu beseitigen und nach unten zu transportieren. Schafft Arbeitsplätze und Einkommen in einer der ärmsten Regionen der Welt. Ggf. kann man ja auch die Gebühren um eine Abfall-/Müllsteuer erhöhen, den Ansturm auf den Everest wird das bestimmt nicht schmälern.
spontanne 17.02.2019
4. Everest Base Camp
Ich war im November auf der nepalesischen Seite im Everest-Gebiet wandern. Durch wirklich gute Beratung unseres kleinen Reiseveranstalters (wir waren nur zu zweit unterwegs) haben wir die Wander-“Autobahn“ zum Everest-Basecamp vermieden und nach Namche Bazar über die Pässe vom Touristenstrom weitgehend unbehelligt eine fantastische Tour genossen. Die Basecamper, die wir getroffen haben, waren zu einem großen Teil enttäuscht. Wir hatten eine tolle Zeit. Man muss nicht immer dahin, wo alle hinwollen...
joerg.polzer 19.02.2019
5. Unbegreiflich
Das Khumbu-Gebiet hat unglaublich vielen schöne Ecken und Aussichtsgipfel zu bieten. Warum die Touri-Ströme ins Basis-Lager ziehen, ist einfach nur unbegreiflich.
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