Filmschauplätze in Neuseeland Rummel um Mittelerde

Ende für Bilbo Beutlin: Im Dezember kommt der letzte Teil der Hobbit-Trilogie in die Kinos. Ein guter Anlass für ein Bier in der Original-Filmkulisse in Matamata - dem Dorf, in dem die Halblinge in putzigen Häuschen leben.

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"Metallene Kettenhemden, wie sie im Mittelalter getragen wurden, wären für die Schauspieler viel zu schwer", erklärt Daisy Jane. "Deswegen fertigt Weta eigene Entwürfe aus Plastik an." Die Expertin für Rüstungen führt Besucher durch die Werkstatt für Spezial-Effekte in Wellington. Ein Teilnehmer schnappt überrascht nach Luft, als er erfährt, dass das Flechten der Plastikringe mühsame Handarbeit ist.

"Diese kniffelige Arbeit erfordert Geduld und ist nicht jedermanns Sache", räumt Jane ein. "Nach langen Arbeitstagen hat mich die Flechtarbeit sogar in meinen Träumen verfolgt", sagt sie. Für die Techniker sei es aber eine Frage der Ehre, dass jedes Requisit, jede Maske und jeder Helm die Werkstatt in perfektem Zustand verlasse, selbst wenn das Teil später nur im Hintergrund zu sehen sei.

Der Tolkien-Tourismus ist in Neuseeland ein großes Geschäft: Seit 2001 der erste "Herr der Ringe"-Streifen in die Kinos kam, strömen ständig Besucher zu den Filmschauplätzen. Für viele Urlauber ist die Fantasyreihe der Grund ihrer Reise. Kreuz und quer liegen die Schauplätze der Hobbit-Filme über den ganzen Inselstaat verstreut, zu den bekanntesten zählt die Stadt Matamata auf der Nordinsel.

Wenn Shayne Forrest Besucher durchs Hobbit-Filmset führt, erlebt er regelmäßig die ganze Bandbreite der Emotionen. "Einige Fans vergießen bei uns sogar Freudentränen. Solange haben sie darauf gewartet, nach Mittelerde zu kommen", schmunzelt Forrest. Er ist Marketingmanager der Hobbiton-Anlage in Neuseeland. "Manch eingefleischter Hobbit-Anhänger reist sogar in Verkleidung an - das ist immer ein Spaß", sagt Forrest.

Auch im letzten Teil der Hobbit-Serie, der unter dem Titel "Die Schlacht der Fünf Heere" im Dezember in den Kinos anläuft, waren die üppigen grünen Hügel vor der Stadt Matamata Schauplatz für Tolkiens Hobbit-Dorf. Mittlerweile zählt das auf der Nordinsel gelegene Filmset zu den beliebtesten Reisezielen des Landes. In dem dauerhaft nachgebauten Fantasy-Dorf können Besucher auch dem Hobbit-Pub Zum Grünen Drachen einen Besuch abstatten. Wie im Film schenkt der Wirt dort speziell gebrautes Hobbit-Bier aus. Die Szenerie zieht nicht nur Tolkien-Fans an. "40 Prozent unserer Gäste kennen weder die Filme noch die Bücher", sagt Forrest. Dieses Jahr rechnet man nach seinen Worten mit rund 300.000 Besuchern.

Nach 13 Jahren Hobbit-Hype sind Touristen noch immer gleichermaßen von "Mittelerde" fasziniert. Auch wenn einige Neuseeländer vom Rummel um die Fantasyserie genug haben - der Begeisterung der Besucher dürfte das keinen Abbruch tun

Cheryl Norrie /dpa/beh



insgesamt 10 Beiträge
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territrades 26.11.2014
1. Keine Sorge ...
... da kommen bald noch mehr Filme. Bei den teuren CGI heutzutage kann sich die Filmindustrie keine Experimente mehr erlauben, also kommt Harry Potter 9, Star Wars 7, Batman Rererereboot (oder so) und sicherlich liegen die Pläne für Herr der Ringe 7 schon in irgendeiner Schublade. Tolkien hat schließlich eine ganze Mythologie verfasst und kann sich selbst nicht mehr wehren.
dreamdancer2 26.11.2014
2. *seufz*
Wenn es nur nicht so teuer wäre... die Tour sprengt leider meinen Geldbeutel oder ich hätte schon gebucht.
newline 27.11.2014
3. Genau,
die Kuh wird so lange gemolken, bis sie zusammenbricht. Dann wird sie reanimiert und es geht weiter.
zila 27.11.2014
4. Man lernt dazu
Am Ende vom Herr der Ringe hatten sie die Kulissen noch abgebaut, da war in dem Ort rein gar nix zu bestaunen ausser ein rundes Loch in der Erde. Ich glaube 30$ war der Preis, haben wir uns dann erspart. War aber ein Spass, mit GPS die Locations wiederzufinden auf beiden Inseln, das war die wahre Herausforderung.
eisfuchs 27.11.2014
5.
Wenn dann wird eher das Silmarillion in Stücken verfilmt: da ist genug Stoff wie "Beren und Luthien" oder die Tragödie um Turin und Nienor, wo ein Regiesseur sogar viele Freiheiten hätte.
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