Outdoor-Paradies Afrika Highway to Hell im Schlauchboot

Rafting auf dem Sambesi-Fluss, Kraxeln auf Vulkanen, Safaris per Elefantentaxi: Wer echte Abenteuer sucht, wird in Afrikas Natur fündig. Wir stellen zehn Ausflüge vor, die Sie garantiert nie vergessen werden.

Von

Astrid Därr

Ob zu Wasser, auf Bergen oder in der Steppe - der afrikanische Kontinent ist ein wahrer Abenteuerspielplatz für Outdoor-Fans. Wenn man weiß, welche Touren sich wirklich lohnen. Wir empfehlen diese hier:

1. Mit Tuareg durch die Sahara - Kamelreiten in Algerien

Wie eine Kuppel spannt sich der Sternenhimmel über die Wüste. Bizarre Felspilze und -nadeln werfen Schatten in den feinen Sahara-Sand. Am Lagerfeuer sitzen verhüllte Gestalten, die Wasserkanistern wilde Rhythmen entlocken.

Bei einer Kameltour durch die algerische Sahara lernen Touristen nicht nur alle Facetten der Wüste kennen, sondern auch viel über das Nomadenvolk der Tuareg. Und neben einer Lektion im Kamelreiten erfährt man auch, an welcher Stelle sich das Tier am liebsten kraulen lässt.

2. Auf dem Dach Afrikas - Besteigung des Kilimandscharo

Die Luft ist dünn, die Füße kalt und der Magen flau. Beim nächtlichen Aufstieg zum 5895 Meter hohen Kilimandscharo fühlt sich niemand mehr richtig wohl. Der Lohn für die Mühen wartet am Kraterrand: ein tiefroter Sonnenaufgang über der Savanne, dazu Ausblicke auf die Gletscher und die zackige Silhouette des Nebengipfels Mawenzi.

Das sechstägige Trekking auf den höchsten Berg Afrikas in Tansania führt durch Regenwald mit Bartflechten und Lianen, Heideland mit urtümlichen Riesensenezien und zuletzt durch alpine Steinwüste. Je nach Route übernachten die Wanderer in Zelten oder - auf der meistbegangenen Marangu-Route - in einfachen Hütten.

3. Safari auf dem Wasser - Kanutour auf dem Sambesi

"Haltet Abstand von den Hippos, verschließt nachts euer Zelt und achtet beim Wasserholen auf die Krokodile!" warnt der Guide. Das sind die wichtigsten Regeln bei einer Kanufahrt auf dem Sambesi.

Bei einer viertägigen Paddeltour vom Grenzort Chirundu bis zum Mana-Pools-Nationalpark in Simbabwe lernen die Mitfahrer, wie man um die Flusspferde herum manövriert, wie nah man an eine Elefantenherde heranpaddeln darf und wo man die schönste Sandbank für die Nacht findet. Das Bild eines schwimmenden Elefanten, der seinen Rüssel als Schnorchel benutzt, bleibt sicher ewig im Gedächtnis.

4. Heiliger Berg der Massai - Besteigung des Vulkans Ol Doinyo Lengai

Eine weiße Haube krönt den heiligen Berg der Massai im äußersten Norden von Tansania. Der 2878 Meter hohe Ol Doinyo Lengai überragt die Savanne zwischen dem grünen Ngorongoro-Hochland und den weißen Salzschollen des Lake Natron. Doch auf seinen steilen Flanken liegt kein Schnee, sondern Lava, die zu weißem Staub zerfällt.

Eine Besteigung des Götterbergs startet wegen der glühenden Hitze mitten in der Nacht. Nach etwa sechs Stunden erreicht man den Kraterrand und spaziert durch eine außerirdisch wirkende Landschaft aus rauchenden Schloten und weißer Asche.

5. Auf der Pirsch - Jagen mit den Hadzabe

Lautlos schleicht der drahtige Buschmann barfuß durchs dichte Unterholz. Blitzschnell spannt er seinen Bogen und schießt. Ein Galago fällt leblos vom Baum. Der Hadzabe-Mann klemmt sich das Äffchen unter den Ledergürtel und stiehlt wenige Schritte weiter Eier aus einem Nest.

Die Hadzabe leben ausschließlich vom Jagen und Sammeln. Abenteuerlustige können das Buschmannvolk in ihren Grashütten am Ufer des Eyasi-Sees in Tansania besuchen und ihre ursprüngliche Lebensweise kennenlernen.

6. Wilde Schlauchbootfahrt - White Water Rafting auf dem Sambesi

"Boiling Pot" - so nennt man den Strudel in der Schlucht am Fuße der Victoria-Fälle in Simbabwe. Hier fallen die schäumenden Wassermassen des Sambesi 110 Meter in die Tiefe. Und hier beginnt die vielleicht gefährlichste kommerzielle Raftingtour der Welt durch 23 Stromschnellen.

Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung paddeln die Insassen des Schlauchboots um ihr Leben. In den gewaltigen Wasserwalzen mit furchteinflößenden Namen wie "Devil's Toilet" und "Highway to Hell" kippen die Boote regelmäßig um. Die Todesängste vor und die Glücksgefühle nach jeder durchpaddelten Stromschnelle garantieren ein unvergessliches Erlebnis.

7. Auge in Auge mit den Big Five - Buschwanderung im Krüger-Park

Hinter jedem Busch könnte ein Löwe im Schatten liegen. Deshalb tragen die Ranger ihr Gewehr stets mit beiden Händen vor dem Körper und die Touristen marschieren stumm hinterher.

Auf dem Lonely Bull Trail im Krüger-Nationalpark in Südafrika wandert man vier Tage kreuz und quer durch den Busch - ohne festen Wegverlauf, ohne ausgewiesene Zeltplätze oder schützende Elektrozäune. Jeder Tourist trägt sein Gepäck wie Zelt, Gaskocher und Fertignahrung selbst.

Unterwegs lernt man Losungen und Spuren zu deuten und begegnet mit etwas Glück einem Büffel auf Augenhöhe. "Hier kann alles passieren", sagt der Ranger. "Du kannst mit einem Leoparden zusammenstoßen oder aus Versehen auf eine Schlange treten." Falls das nicht passiert, sitzen abends alle wohlbehalten zusammen am Lagerfeuer und lauschen den Geräuschen im Busch.

8. Jagd nach dem dicksten Fisch - Tiger Fishing auf dem Sambesi

Sie wiegen bis zu 45 Kilogramm, haben messerscharfe Zähne und ziemlich viel Kraft. Es kostet einiges an Ausdauer, einen Tigerfisch aus dem Fluss zu ziehen, und viel Geschick, ihn vom Haken zu befreien, ohne mit den Zähnen in Berührung zu kommen.

Das Angeln auf dem Sambesi hat sich unter Südafrikanern zum Volkssport entwickelt. Zur Saison im Oktober und November reisen sie nach Sambia in den Lower Zambezi Nationalpark. Hier gilt "Catch and release" - die Tigerfische werden nach dem Fang gewogen und dann wieder in die Freiheit entlassen.

9. Giganten der Meere - Schnorcheln mit Walhaien in Mosambik

"Whale sharks! Jump in!" Innerhalb von einer Minute sind Schnorchel und Taucherbrille in Position gebraucht, und die Touristen springen hektisch in die Wellen des Indischen Ozeans. Einen Wimpernschlag später klafft das gigantische Maul eines Walhais direkt vor den Schnorchlern auf.

Zum Glück ist der größte Fisch der Welt nur an Plankton interessiert und zieht lautlos vorbei. Während der Saison von November bis März bieten Tauchschulen in Ponto do Ouro, Tofo und Vilanculos an der Küste von Mosambik Bootstouren zu den Giganten der Meere an.

10. Mit Dickhäutern unterwegs - Elefantensafari im Mosi-Oa-Tunya Nationalpark

Auf dem Rücken eines Elefanten erlebt man die Tierwelt aus einer ganz anderen Perspektive - von oben und ohne das Motorengeräusch eines Safarifahrzeugs. Ruhig und gelassen schreitet der Dickhäuter durch den lockeren Busch am Ufer des Sambesi im Mosi-Oa-Tunya-Nationalpark in Sambia.

Hin und wieder schiebt er sich ein Büschel Gras ins Maul oder nimmt einen Schluck aus dem Fluss. Nach dem einstündigen Ausflug dürfen die Touristen den grauen Riesen ausgiebig den faltigen Rüssel kraulen.



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