Bestseller-Autorin Patricia Schultz Fünf Orte, die Sie sehen müssen, bevor Sie sterben

Patricia Schultz jettet seit Jahren um die Welt, um magische Orte für ihre Reisebibel "1000 Places to See Before You Die" zu entdecken. Hier erklärt sie, warum Reisen trotzdem viel mehr bedeutet als das Abhaken von Listen - und wählt aus all ihren Tipps die fünf besten aus.

PR NEWSWIRE

Von Stephan Orth


Die Reisebuch-Autorin freut sich gerade sehr auf ihren Urlaub, es ist ihr erster seit Jahren. Drei Wochen Spanien, "mit dem Zug durch Kantabrien, dann nach Barcelona und Madrid", berichtet Patricia Schultz mit leuchtenden Augen. Man kann nicht behaupten, dass sie sonst wenig herumkommt. Schultz hat das Buch "1000 Places to See Before You Die" geschrieben, ihre Gesamtauflage liegt weltweit bei mehr als drei Millionen Exemplaren.

Es gab Zeiten, da absolvierte sie für die Recherche 22 internationale Flüge in acht Wochen. Etwa drei Viertel der Orte, die in dem Buch vorkommen, hat die 59-Jährige selbst besucht. Als Extremreisende, die keine kulturelle Grenzerfahrung auslässt, sieht sie sich trotzdem nicht. "Currywurst, das ist in etwa das Abenteuerlichste, was ich ausprobiere", sagt sie und deutet auf ihr typisch deutsches Mittagessen, das soeben in einem Hamburger Hotel serviert wurde.

Natürlich ist das eine kokette Untertreibung: In Peru hat sie Meerschweinchen probiert und in Vietnam Schlange, mariniert in Reiswein. "Das war in der Nähe von Hanoi, der Gastgeber war ganz stolz, mir seine edelste Delikatesse aufzutischen." Ablehnen ging aus Höflichkeit nicht. "Das hat wie Benzin geschmeckt und ist quasi im Mund explodiert." Aber irgendwie habe sie es bis zur Verabschiedung geschafft, sich nicht anmerken zu lassen, was für Qualen sie durchmachte.

"Was eine Reise unvergesslich macht, sind die Menschen"

Auch wenn manchmal solche harten Prüfungen für Nerven und Gaumen dabei sind - die Begegnungen mit Einheimischen in fernen Ländern sind für sie viel wichtiger, als nur stur Sehenswürdigkeiten abzuhaken. "Meine 1000 Tipps sind nur Vorschläge. Was eine Reise wirklich unvergesslich macht, sind die Menschen, die man unterwegs trifft", sagt Schultz. "Und: Man muss sich auch mal verlaufen."

Ihr mit 1200 Seiten wenig rucksacktauglicher Wälzer ist nun in einer Neuausgabe erschienen, 200 Ziele kamen dazu, dafür wurden andere herausgenommen oder zusammengefasst. Mehr Ziele in Afrika und Südamerika sind nun dabei, weniger in den USA - beim ersten Band war das Heimatland der Autorin noch überproportional stark vertreten.

Seit die New Yorkerin Schultz mit 15 Jahren in die Dominikanische Republik flog, um eine Schulfreundin zu besuchen, ist sie vom Reisevirus infiziert. Ihre Eltern ermutigten sie zu weiteren Touren, obwohl sie selbst nie viel gereist waren. Als Belohnung bekamen sie bald ständig Postkarten von Orten, von denen sie noch nie gehört hatten.

Geweint vor Glück

"Es wäre schön, wenn mehr Leute in Länder wie Bhutan oder Papua-Neuguinea reisen würden", sagt Schultz heute. Denn beim Kennenlernen besonders exotischer Lebenswelten lerne man auch immer viel über sich selbst und seine eigene Kultur.

Doch birgt ihre "1000 Places"-Bibel nicht die Gefahr, dass bislang idyllische Orte durch steigende Besucherzahlen ihren Zauber verlieren? "Manche sind so abgelegen, dass Reisen dorthin sehr teuer sind. Die werden nie von einem Übermaß an Touristen verdorben werden", ist sie überzeugt. Gleichzeitig weiß sie, wie groß der Einfluss ihrer Tipps ist. "Es kann sein, dass ein Hostel-Betreiber sein ganzes Leben lang hart geschuftet und extrem bescheiden gelebt hat. Dann landet er in dem Buch - und plötzlich kommen die 15 Gäste pro Monat, die er braucht, um gut über die Runden zu kommen." So habe ein kubanischer "Casa Particular"-Anbieter fast geweint vor Glück, als Schultz ihm erzählte, dass sie sein Gästezimmer in das Buch aufnehmen würde.

Einen Ort, dessen Besuch für die Vielreisende Schultz immer wieder ein besonderer Genuss ist, erwähnt sie in dem Buch (aus nachvollziehbaren Gründen) übrigens nicht: ihre eigene Wohnung in New York. "Nach einer Reise kommst du nach Hause mit einer neuen Wertschätzung für das, was du hast", sagt die Weltenbummlerin.


"Five Places to See Before You Die" - für die Reisekarte von SPIEGEL ONLINE hat Patricia Schultz fünf unschlagbare Tipps zusammengestellt:

Schönster Strand:

Es gibt Hunderte Karibikinseln - Anguilla hat die besten Strände von allen. Der nächste ist immer noch schöner als der vorherige. Eigentlich bin ich nicht so der Strand-Typ, aber diese Insel ist wirklich einmalig.

Beste kulinarische Erfahrung:

Der berühmte Koch Paul Bocuse hat mal gesagt, es gebe nur drei Küchen auf der Welt: die französische, die chinesische und die marokkanische. Ich bin überzeugt, dass das die falsche Reihenfolge ist und Marokko ganz vorne stehen sollte. Der Souk in Fes zum Beispiel ist ein Fest an Gerüchen und Eindrücken - am besten einfach den Einheimischen zu den besten Ständen folgen!

Bestes Festival:

Man mag mir vorwerfen, dass ich als Amerikanerin voreingenommen bin, aber das Jazz-Festival in New Orleans ist eine der spektakulärsten Musikveranstaltungen weltweit - und bestens organisiert. Inzwischen treten hier nicht nur die führenden Jazz-Musiker der Welt auf, sondern auch HipHop- und Rhythm'n'Blues-Künstler. Das Essen ist auch hervorragend!

Schönster Nationalpark:

Torres del Paine in Patagonien ist für mich das schönste Naturgebiet der Welt. Die Landschaft könnte direkt aus Tolkiens Mittelerde stammen, man könnte sein ganzes Leben hier verbringen und immer Neues entdecken. Außerdem ist die Lage interessant - weiter südlich ist ein guter Startpunkt für Schiffsreisen in die Antarktis.

Schönste Tempelanlage:

Amritsar im indischen Bundesstaat Punjab: Am heiligsten Ort der Sikh ist jeder willkommen, egal, welcher Religion er angehört. Abends wird ein großes Gratismahl für Pilger und Touristen serviert - eine kleine Spende sollte einem das aber schon wert sein.



insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
mischamai 21.05.2012
1. albern
Klingt es nicht etwas albern oder kindisch wenn man vom Schönsten,Besten,Größten urteilt? Die Welt ist so facettenreich,schön,wundervoll und unendlich weit.Hier etwas künstlich auf wenige Orte zu reduzieren zeigt auf wie einfach es sich manche Menschen gerne machen.Niemals und das ist auch gut so wird es die 1000 schönsten Orte auf Erden geben,manchmal sind Orte nur für Momente wundervoll und aus welchen Blickwinkel bleibt oft nur dem Betrachter ermöglicht.
Woody.Woodpecker 21.05.2012
2. Geschmack
Ist die Autorin eventuell auf die Idee gekommen, dass auch in puncto Reiseziele die Geschmäcker verschieden sind? Ich persönlich möchte in Indien nicht mal tot überm Zaun hängen - deshalb finde ich "Orte, die Sie sehen MÜSSEN" etwas merkwürdig.
rst2010 21.05.2012
3. ein dicker fetter
Zitat von sysopPR NEWSWIREPatricia Schultz jettet seit Jahren um die Welt, um magische Orte für ihre Reisebibel "1000 Places to see before you die" zu entdecken. Hier erklärt sie, warum Reisen trotzdem viel mehr bedeutet als das Abhaken von Listen - und wählt aus all ihren Tipps die fünf besten aus. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,833550,00.html
unübersehbarer co2 fingerabdruck. und kein schlechtes gewissen dabei;-)) so muss man in zeiten des klimawandels leben.
spiegelzelt 21.05.2012
4. optional
Wer so viele Orte besucht hat tat des Gegenteil desse, was angeblich so wichtig sei: Menschen seien wichtiger als das Abhaken von Zielen. Zudem sägen solche Tips meist am Ast, an dem die schönen Orte hängen - die Touristenflut sorgt dafür. Schon bei Strandtip könnte ich vehement widersprechen, da es viel schönere gibt. Aber ich kann es mir verkneifen, diese zu nennen.
rst2010 21.05.2012
5. schöne orte
Zitat von sysopPR NEWSWIREPatricia Schultz jettet seit Jahren um die Welt, um magische Orte für ihre Reisebibel "1000 Places to see before you die" zu entdecken. Hier erklärt sie, warum Reisen trotzdem viel mehr bedeutet als das Abhaken von Listen - und wählt aus all ihren Tipps die fünf besten aus. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,833550,00.html
verlieren viel von ihrer schönheit, wenn sie erstmal vom tourismus überrannt werden. meistens bleibt nicht mehr viel über von den orten.
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