Packtipps von Reisebloggern Nicht ohne meinen Schal

Für die eine ist es die Yogamatte, für den anderen der E-Book-Reader: Wir haben Reiseblogger gefragt, ohne welches Utensil sie niemals aufbrechen. Hier verraten sie ihre Ausrüstungstipps.

Marianna Hillmer / weltenbummlermag.de

Wer viel reist, entwickelt mit der Zeit eine ganz eigentümliche Zuneigung zu Gegenständen. Zu Dingen, die sich in brenzligen Situationen bewährt haben, die im Reisealltag ein kleines bisschen Luxus bieten oder einfach extrem praktisch sind. Wir haben acht Reiseblogger gefragt, was in ihrem Rucksack nicht fehlen darf.


Was Ausrüstungsgegenstände anbelangt, bin ich minimalistisch. Andere würden es unpraktisch nennen. Denn Ausrüstung klingt in meinen Ohren nach sehr viel Schlepperei. Ich versuche, mein Gepäck so klein wie möglich zu halten, auch wenn das bedeutet, dass ich manchmal friere oder nass werde, weil ich nicht für alle Eventualitäten etwas dabeihabe.

Der einzige Gegenstand, der deshalb aber immer mit dabei sein muss, ist ein riesiger Schal. Ich habe mich in Indien mit mehreren solcher übergroßen Tücher aus Baumwolle eingedeckt. Die Teile sind universell nutzbar: Als provisorischer Regenschutz, gegen Kälte, als Decke, als Kopfbedeckung, selbst als Handtuch und als Lichtschutz im Flieger für den Langstreckenflug.

Marianna Hillmer, weltenbummlermag.de


Ein unverzichtbares Reiseutensil ist für mich mein Smartphone. Weil es Telefon, Kamera, Computer, Notizblock, Kalender, Navigationssystem, Dolmetscher und so vieles mehr in einem ist. Es passt in jede Hosentasche und man hat es immer schnell parat, ob nun für den schnellen Schnappschuss, den Online-Check-in von unterwegs oder den einfachsten Weg zum Hotel. Ich hab damit schon in Indien Hotels gebucht, einen Moped-Unfall in Thailand dokumentiert und mir den schnellsten Weg durch die israelische Pampa gesucht. Das Smartphone ist das Schweizer Messer der Neuzeit. Nur schneiden kann man damit leider noch nicht.

Clemens Sehi, Anekdotique.de


Ohne mein rotes Regencape gehe ich auf keine Reise. Es hat mich und meinen Rucksack schon beim Birdwatching im Nebelwald von Ecuador und beim Wandern auf den Färöer-Inseln unterstützt und den Dauerregen abprallen lassen. Es ist luftig und zeltartig, also schwitzt man nicht darunter. Nur leider kommt es mit Windböen nicht klar, dann fliegt es hektisch herum. Egal. Nach dem Gebrauch zum Trocknen ins Bad gehängt, ist das Cape am nächsten Tag wieder voll einsatzbereit. Außerdem ist es federleicht und nimmt kaum Platz weg.

Elke Weiler, meerblog.de


Blogger Hänisch in Patagonien: Stille muss auch mal sein
Steve-Hänisch / back-packer.org

Blogger Hänisch in Patagonien: Stille muss auch mal sein

Winzig klein, kostengünstig und oft Gold wert sind gute Ohrstöpsel. Zwar brauchte es einige Zeit, bis ich die ideale Variante gefunden hatte (die Lamellenversion), doch es zahlt sich immer wieder aus, wenn ich entspannt reisen möchte. Ob im Billigflieger, um den Gewinnspiel-Ansagen zu entgehen, im Hostel, um das Schnarchen des Nachbarn nicht mitzukriegen oder auf gut gefüllten Campingplätzen - mir haben die kleinen Dinger oft geholfen, die nötige Portion Schlaf zu bekommen und damit ausgeruhter unterwegs zu sein.

Steve Hänisch, back-packer.org


Ich reise nie ohne meinen Laptop. Als Blogger und Online-Unternehmer ist das mein kleines mobiles Büro, das ich immer bei mir habe. Ich unterscheide kaum zwischen Arbeit und Reisen, in meinem Leben geht beides einher. Zudem habe ich immer mindestens eine Kamera dabei, um meine Erlebnisse festzuhalten und meine (fast) täglichen YouTube-Videos zu drehen. Ohne Laptop und Kamera geht es bei mir einfach nicht, obwohl ich immer versuche, so leicht zu packen, dass ich nur mit Handgepäck reise.

Natürlich habe ich auch immer mein Handy dabei, das zur Not für spontane und kurze Trips ebenfalls reicht. Hauptsache ich kann auf meine E-Mails zugreifen, meine Blogs und Webseiten managen, gute Bilder schießen, sowie Facebook, Instagram und Co. bedienen.

Sebastian Canaves, off-the-path.com


Bloggerin Hargarten: Seit zehn Jahren reist sie als Backpacker
Felicia Hargarten / travelicia.de

Bloggerin Hargarten: Seit zehn Jahren reist sie als Backpacker

Ich würde niemals auf mein "Buff" verzichten. Das ist ein Schlauchtuch, das man als Mütze, Schal, Maske, Sturmhaube oder Stirnband benutzen kann. Auf den Philippinen bin ich einmal 20 Stunden auf einem kleinen Boot von El Nido in Palawan auf die Insel Coron gefahren. Auf dem Deck brannte die Sonne. Ohne mein Buff hätte ich mir wahrscheinlich einen fetten Sonnenstich eingefangen. In einem Bus von Guatemala nach Honduras hat es mich vor Halsschmerzen gerettet - dort war es wegen der Klimaanlage so kalt, dass ich mich wie in einem Gefrierfach fühlte.

Felicia Hargarten, travelicia.de


Ich lese gern Bücher, möchte aber auf längeren Reisen nicht kiloweise Papier mit mir herumtragen. Daher verreise ich nie ohne meinen E-Book-Reader. Das Gerät ist leicht und handlich, sodass ich jederzeit unzählige Bücher in meiner Jackentasche verstauen kann. Das ist praktisch, denn beim Reisen habe ich mangels Verpflichtungen viel Zeit zum Lesen. Ich nutze das Gerät im Flugzeug, bei Busfahrten, am Strand oder wenn ich allein essen gehe. Besonders bei meiner Weltreise war der E-Reader nützlich, da ich bei Bedarf jede Woche ein neues E-Book herunterladen konnte.

Patrick Hundt, 101places.de


Meine Merinosocken. Ich packe tendenziell immer zu viel in mein Handgepäck, es könnte ja überraschend sehr heiß oder kalt werden. Im Flugzeug oder auf langen Busfahrten habe ich deswegen - neben einem großen Tuch zum Einwickeln - auch immer richtig warme Socken dabei. Früher waren es immer die Flugzeugsocken, die man auf Nachtflügen bekommt, inzwischen habe ich aufgerüstet auf richtig gute Merinosocken. Auch in Hotelzimmern mit Steinböden oder auf langen Wanderungen gibt es nichts feineres, außerdem trocknen sie schnell und stinken nicht. Na gut, zumindest nicht ganz so schnell.

Lea Hajner, escape-town.com


Ohne meine Yogamatte fahre ich nirgendwo hin. Wo auch immer ich sie ausrolle, da bin ich zu Hause. Außerdem habe ich so keine Ausreden, nicht zu praktizieren unterwegs!

Damit habe ich schon an den schönsten Orten meine Sonnengrüße gemacht und darauf meditiert. Besonders gern übe ich draußen in der Natur, sei es im Dschungel, in den Bergen oder am Strand. Aber auch Hotelzimmer müssen oft als mein persönliches Yogastudio herhalten.

Conni Biesalski, planetbackpack.de

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
troy_mcclure 18.08.2015
1.
Viel interessanter als die Packtipps fand ich die Seiten der einzelnen Blogger, da kommt schon Fernweh auf...
chewbakka 18.08.2015
2.
Nicht zu vergessen das nach Douglas Adams wichtigste Reiseuntensil: das Badehandtuch, gerne auch komplettiert durch einen Bademantel - mehr braucht der Reisende nun wirklich nicht! Natürlich auch noch den 'Hitchhikers Guide'! 42!
fraber 18.08.2015
3. Mein Tipp: Krokoklemmen statt Adapter Stecker
Was machen, wenn in den USA das Ladegerät vom Smartphone nicht in die Steckdose passt? Krokoklemmen (bei Google diesen Begriff eingeben...) ergeben einen wirklich universellen Adapter und wiegen weniger als ein Adapter und sind kleiner.
margei 18.08.2015
4.
Das einzig wirklich nötige Gegenstand der immer dabei sein muss ist das Handtuch! Jeder Vielereisender in der Galaxie weiß das. Alternativ steht sehr viel wissenwertes zu dem Thema Handtuch in der Enzyklopädie Galactica bzw. auch noch zusätzlich viele Alltagtipps im Per Anhalter durch die Galaxis.
jumbo 18.08.2015
5. Reisepass, Kreditkarte
und Smartphone u.U. - das ist das Wichtigste! Seit mehr als 8,5 Jahren bin ich unterwegs...Süd-/ Zentralamerika, Südostasien, Australien, Indien, Nepal, Verinigte arabische Emirate. Ist es so besonders? Nein! Viel eher sind es Menschen die mit Fahrrad, Boot, Fluggerät oder sonstigem die Welt bereisen. 2007 traf ich mitten im Amazonas-Gebiet ein junges Paar aus Österreich, mit dem Fahrrad unterwegs von Alaska bis nach Feuerland - Respekt!
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