Rekordkälte in Nordamerika Niagarafälle erstarren zum Eiskunstwerk

Der Winter hat in Nordamerika Kälterekorde aufgestellt - und sogar die Niagarafälle sind bei Temperaturen weit unter null teilweise eingefroren. Die Kaskaden schneebestäubten Eises bieten den Besuchern der spektakulären Wasserfälle einen ungewohnten Anblick.

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"Donnerndes Wasser", das bedeutet "Niagara" in der Sprache der Ureinwohner Nordamerikas. Zumindest zum Teil donnert an der Grenze zwischen den USA und Kanada nichts mehr - die bis zu 51 Meter hohen Wasserfälle sind teilweise eingefroren. Dicke Eisschichten überziehen Felsen und Brückengeländer, riesige Eiszapfen und -kaskaden scheinen in den Abgrund zu stürzen.

Schuld daran ist die extreme Kälte, die in Nordamerika an manchen Orten sogar Rekordtiefstwerte erreicht hat. Ein gigantischer arktischer Luftwirbel - auch Polar Vortex genannt - hat seit Wochenanfang eiskalte Polarluft bis tief in die Südstaaten der USA gedrückt. Sogar die Bewohner von Florida und Kalifornien erlebten Temperaturen unter null, 49 US-Städte meldeten einen Kälterekord für einen 7. Januar. Der kälteste Ort der USA war Embarrass im Bundesstaat Minnesota mit minus 37 Grad Celsius. Die gefühlten Temperaturen lagen wegen eisiger Winde weit darunter.

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Winter an den Niagarafällen: Kaskaden aus Eis
Bei den nördlichen Nachbarn sah es nicht besser aus: In Montréal, Toronto und Ottawa bibberten sogar die kälteerprobten Kanadier angesichts des ungewöhnlich heftigen Temperatursturzes, zu dem Stromausfälle hinzukamen.

An den Niagarafällen war es am Dienstag minus 18 Grad Celsius - gefühlte minus 29 Grad - kalt. Das eisige Naturkunstwerk kommt den Veranstaltern des Winter Festival of Lights gerade recht. Bis zum 31. Januar illuminieren sie die Wasserfälle in allen Farben und feiern dies mit großen Feuerwerken. Das Eiswunder zwischen Erie- und Ontariosee kann bald wieder vorbei sein: Der Wetterdienst prognostiziert für Nordamerika eine rasche Erwärmung. In den kommenden Tagen soll warme Luft aus der Karibik einströmen.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war von "schwarzem Eis" und gefrorenem Schlamm auf kanadischen Straßen die Rede. Übersetzt heißt "black ice" Glatteis. Wir haben den Text korrigiert.

abl/dpa



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johnnybongounddie5goblins 09.01.2014
1. Agw
Global Warming war noch nie so kalt!
krischibine 09.01.2014
2. schwarzes Eis?
schwarzes Eis ist ja wohl eine schlechte Übersetzung von black ice - oder wie soll ich mir das vorstellen
Poseri 09.01.2014
3.
Zitat von johnnybongounddie5goblinsGlobal Warming war noch nie so kalt!
Wenn ich mich recht erinnere war es noch im frühen 20. Jahrhundert normal das die Niagarafälle zufroren und die Bewohner der Region überquerten die Fälle regelmässig über den Eisweg um sich und Lasten ans andere Uer zu bringen - bis letzterer wegen einigen Unfällen, zu Recht, verboten wurde.
stasilaus 09.01.2014
4. In Buffalo sind es jetzt -6° C
Nach Jahrhundertwinter sieht das aber nicht aus. In New York sind es jetzt (nachts) -5°C. "http://www.webcam-newyork.de/". Der Time Square ist schneefrei. Die Kamera versorgt einen sogar mit original New Yorker Polizeisirenengeheul. Offenbar sind dieses Erzählungen wieder einmal so eine Geschichte wie bei Rudeljournalismus über "Xaver". Die heruntergekommene Journalistik erfindet ihre eigene Realität.
betoedte 09.01.2014
5. Niagarafälle eingefroren
"Gefühlte" Temperatur - damit kann der allergrösste Teil der Leute in Deutschland nichts anfangen. Hierzulande ist dieser Begriff nicht geläufig. Die reale Temperatur an den Niagarafällen entspricht ganz einfach einem knackig kalten Wintertag in Deutschland - alles andere mit der ganz tiefen "gefühlten" Temperatur ist sensationsheischender Humbug.
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