Risiko Tauchsafari Wenn sich das Fünf-Sterne-Schiff als Seelenverkäufer entpuppt

An Deck im Jacuzzi entspannen, im Roten Meer Haie beobachten - für Taucher ist eine Safari an Bord eines Luxuskreuzers der perfekte Urlaub. Was viele Touristen nicht wissen: Häufig schlampen Bootsbesitzer in Ägypten und Asien mit der Sicherheit.

Von Linus Geschke


Das Geschäft mit mehrtägigen Tauchkreuzfahrten boomt: Angelockt durch traumhafte Tauchgänge an unberührten Riffen verbringen immer mehr Taucher ihren Urlaub an Bord eines der zahlreichen "Liveaboards", die häufig den Komfort eines Fünf-Sterne-Hotels aufweisen. Dass ein Großteil der Luxuskreuzer in Ägypten oder Asien gravierende Sicherheitsmängel aufweist, bleibt den Urlaubern meist verborgen - bis etwas passiert. Dann erst zeigt sich, dass von den Besitzern oft an den elementarsten Dingen gespart wird: angefangen bei der Schulung der Besatzung über die Wartung von Kompressoren bis hin zu einem funktionierenden Rettungssystem.

Eine ernüchternde Bilanz seines Urlaubs musste Tauchausbilder Werner Scheyer ziehen. Sein im Sommer 2007 in Hurghada gechartertes Tauchsafarischiff stellte sich als Seelenverkäufer heraus - dabei war es erst wenige Monate in Betrieb: "Bei genauerem Hinsehen zeigten sich erschreckende Mängel", berichtet der "Technikpapst" des Verbands Deutscher Sporttaucher (VDST). "Das Schiff leckte an mehreren Stellen, und die Lenzpumpen liefen rund um die Uhr. Das verdreckte Dusch- und Waschwasser verursachte bei mehreren Gästen Hautreizungen." Schlimm war für ihn, dass alle Rettungsinseln an Bord so befestigt waren, dass sie im Falle eines Unterganges komplett wirkungslos gewesen wären.

Dabei war Scheyer ein Fünf-Sterne-Schiff vermietet worden. Solche Luxuskreuzfahrtschiffe werden am Roten Meer und in asiatischen Tauchzielen mit einer Ausstattung angeboten, die aus den Abenteuertouren vergangener Tage einen Wellness-Trip machen sollen: Die Kabinen sind fast so groß wie Hotelzimmer und ausgestattet mit Klimaanlage und Flachbildfernseher. Auf dem Sonnendeck warten bequeme Teakholzmöbel und ein sprudelnder Whirlpool, dazu die gut bestückte Bar. Verbaut wird auf den Schiffen der neuesten Generation alles, was im Hochglanzkatalog imponierend auf eine taucherisch immer unerfahrenere Kundschaft wirkt.

Tod durch Vergiftung

Dramatischer jedoch als die Zustände an Bord stellte sich auf Scheyers Schiff die schlechte Wartung der Tauchgeräte heraus. Die Atemluft in den Tauchflaschen hatte einen öligen Geschmack, die bei den Tauchern Übelkeit und Kopfschmerzen hervorrief. Scheyer vermutet Rückstände in den Flaschen und dass die Wechselintervalle beim Kompressorfilter nicht eingehalten wurden. Ausreichende medizinische Notfallversorgung sei an Bord nicht vorhanden gewesen. Die Besatzung habe sich nicht imstande gesehen, die diversen technischen Probleme zu beheben, berichtet der Ausbilder. Scheyers Erfahrung ist kein Einzelfall: Medizinisch und technisch ausgebildetes Personal fehlt auf den meisten Schiffen.

"Da liegt einiges im Argen", bestätigt Marco Röschmann. Der ärztliche Leiter des Tauchernotrufes aqua-med sieht das größte Problem bei Tauchsafaris darin, dass man im Unglücksfall "von medizinischer Hilfe so weit entfernt ist wie beim Trekking in der Wildnis". Umso wichtiger sei es laut dem Mediziner, dass die Besatzung für Notfälle ausgebildet ist und sich an Bord Sicherheitseinrichtungen befinden, die sowohl helfen, Unfälle zu verhindern, wie auch die Zeit bis zum Erreichen des Landes mit lebensrettenden Maßnahmen zu überbrücken.

Auf den Malediven endete die falsche Bedienung eines Tauchkompressors sogar mit dem Tod eines Tauchers. Nach einem Tauchgang am 22. Mai 2008 mussten neun weitere Teilnehmer an Bord der "Baani Adventure" mit zum Teil schweren Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden: Die Tauchflaschen waren mit Luft direkt aus dem Abgasstrom der Kompressoren sowie des Schiffsdiesels gefüllt worden. Fotos, die nach dem Unfall aufgenommen wurden, zeigen, dass der Ansaugschlauch des Kompressors defekt und falsch montiert war. Zudem hatte der Schiffsbetreiber einen falschen Filter montiert.

Der größte Hersteller für Tauchkompressoren, die deutsche Firma Bauer Kompressoren, gibt sich in einer Stellungnahme entsetzt: Der Unfall auf den Malediven zeige, wie "durch schlampigen und rein profitorientierten Anlagenbetrieb in Verbindung mit schlechter Ausbildung des Basenpersonals unter Außerachtlassung aller denkbaren Sicherheitsvorkehrungen" der Tod eines Tauchers in Kauf genommen wird.

Für die Bootseigner blieb der Tod des Kunden bisher ohne schwerwiegende Folgen: Ein 21-jähriger "Kompressorboy" wurde zunächst als Schuldiger ausgemacht und verhaftet, das Tauchschiff "Baani Adventure" kreuzt dagegen weiterhin durch den Indischen Ozean. Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE war man beim Vermieter des Schiffs, "Touring Maldives", zu keinem Kommentar zum Unglück bereit, außer dass jetzt wieder alles "phantastisch und gut" sei. Den deutschen Veranstaltern ist dies diesmal nicht genug: Sie strichen die "Baani Adventure" ausnahmslos aus ihrem Programm.

"Oft verschwinden Taucher ganz"

Die große Nachfrage hat die Zahl der Tauchkreuzfahrtschiffe im Roten Meer von einem knappen Dutzend vor zehn Jahren auf über hundert hochschnellen lassen. Auch die Klientel hat sich verändert: "Früher waren die Taucher an Bord meist erfahren und hatten schon mehrere hundert Tauchgänge absolviert", erzählt Tauchlehrerin Monika Hofbauer. "Heute finden sich dagegen immer mehr reine Urlaubstaucher auf den Schiffen, die gerade ihre Anfängerausbildung absolviert haben." Mit lediglich 20 bis 50 absolvierten Tauchgängen wagten sie sich an die küstenfernen Riffe - und seien dann häufig von den starken Strömungen im offenen Meer überfordert.

Schlecht ausgebildete Tauchlehrer und Bootsbesatzungen, überforderte Gäste und mangelnde Technik - dass Unfälle passieren, ist fast zwangläufig, wie Hofbauer beobachtet. Sie arbeitet seit zehn Jahren am Roten Meer und hat schon Hunderte von Tauchkreuzfahrten begleitet. "Unter der Hand hörst du in Ägypten fast wöchentlich Geschichten von abgetriebenen Tauchern. Mal wird eine Gruppe von zwölf Leuten im offenen Meer erst nach 30 Stunden wieder gefunden, mal verschwinden Taucher auch ganz." Ägyptische Behörden sprechen offiziell von immerhin schon rund 70 tödlichen Tauchunfällen im Jahr 2007; die Dunkelziffer aber dürfte noch weitaus höher liegen.

Hofbauer arbeitet auf der "Seven7Seas". Das Tauchkreuzfahrtschiff ist das bislang einzige im Roten Meer, welches ein Rettungssystem für abgetriebene Taucher anbietet. Das Elektronische Notruf- und Ortungssystem Enos des Rösrather Unternehmens Seareq ist bereits seit 2004 auf dem Markt. Die Taucher erhalten einen bis 100 Meter Wassertiefe dichten Sender, den sie im Notfall an der Wasseroberfläche aktivieren können und der ihre GPS-Position an die Empfängerstation des Tauchkreuzfahrtschiffes sendet. So können verlorengegangene Sportler binnen kürzester Zeit lokalisiert und aufgefunden werden.

Mit der Ortungsausrüstung wäre fünf Europäern im Juni 2008 ein Horrortrip erspart geblieben: Sie trieben über zehn Stunden hilflos im Meer inmitten des indonesischen Komodo-Nationalparks, bevor sie an eine unbewohnte Insel gespült wurden. Von dort konnten sie erst nach weiteren 36 Stunden ohne Wasser gerettet werden.

Wann wird ein Rettungssystems zum Wettbewerbsvorteil?

Trotz erheblicher Sicherheitsverbesserung ist Enos bisher nicht erfolgreich. In der Branche stößt Seareq fast nur auf Ablehnung, berichtet Inhaber Karl Hansmann: "Der deutsche Besitzer eines in Ägypten eingesetzten Luxusschiffs mit vier Whirlpools und Massageservice an Deck hat uns beispielsweise ganz offen geschrieben, dass er durch den Einsatz eines Rettungssystems keinen Wettbewerbsvorteil erkennen kann, sondern schlicht nur einen Sicherheitsvorteil", sagt Hansmann.

Die Anschaffung sei für den Bootseigner sinnlos, "da die Auswahlkriterien der Gäste woanders liegen". Ähnlich begründete Aussagen füllen bei Seareq mittlerweile ganze Ordner - ein Ortungssystem scheint im Katalog nicht so spektakulär zu wirken wie das Soundsystem von Bang & Olufsen.

Auch große deutsche Tauchreiseveranstalter mauern bei dem Thema. Dort begrüßt man generell zwar Investitionen in mehr Sicherheit, doch Druck auf die Veranstalter vor Ort etwa in Form von Sicherheitsbedingungen wollen sie nicht ausüben. Die von SPIEGEL ONLINE befragten Anbieter von Tauchkreuzfahrten erklären fast einstimmig, dass man den Bootseignern ja nicht vorschreiben könne, was diese anzuschaffen haben.

Solange die Buchungszahlen für Tauchkreuzfahrten von Jahr zu Jahr steigen, wird sich die Branche freiwillig wohl kaum bewegen. Begeisterten Tauchanfängern kann nur geraten werden, sich bei erfahrenen Tauchsportlern oder in einschlägigen Internet-Foren zu informieren - und hartnäckig bei Veranstaltern nach den Sicherheitsmaßnahmen an Bord nachzufragen. Solange, bis Sicherheit tatsächlich einen Wettbewerbsvorteil verschafft, - und damit aus einem lang ersehnten Luxusurlaub kein tödlicher Trip wird.

SPIEGEL ONLINE gibt Tipps für einen sicheren Urlaub auf einem Tauchkreuzfahrtschiff:

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Forum - Tauchsafaris - was sind Ihre Erfahrungen?
insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
Tupolev 16.10.2008
1.
Übereinstimmend mit den sonstigen Erfahrungen. So wie in manchen Ländern fast alles gemacht wird, sollte man zumindest sehr vorsichtig sein.
indosolar 16.10.2008
2. es ist wie ueberall, der Profit zaehlt
als ehemaliger Resortmanager mit fast 10.OOO Tauchgaengen moechte ich darin erinnern, dass PADI eine amerikanische, profitorientierte Tauchschule ist, die zwar nach aussen viel hermacht, aber Tauchlehrer am Fliessband produziert, was erstens zu einem Ueberangebot fuehrt und zur Lohndrueckerei, weil gerne frisch ausgebildete Tauchlehrer genommen werden, die aber in Stress- und Kriesensituationen schnell versagen. Zusaetzlich sorgen nationale Bestimmungen dafuer, dass Besitzer von Resorts, Tauchschulen und Cruising Schiffen, gezwungen werden, lokale Tauchguides einzustellen, die zwar vom taucherischen Koennen und mariner Kenntnis zum Teil excellent sind, aber bei dem noetigen Briefing schnell an sprachliche Grenzen stossen sowie, es sei Ihnen zwar ehrenhaft anzurechnen, aber die Disziplin aus uebertriebener Hoeflichkeit vor den zahlenden Gaesten kaum einfordern. Zusaetzlich kreiert eine Tauchindustrie ein Gefuehl, dass die neueste Technik Erfahrung ersetzt, physische Schwaeche von gut situiertem Mittelstand ersetzt, der dann oft aus Gier auch noch non-limit bucht(der Name sagt es schon, man betreibt einen Sport am Limit)dies tut ein Uebriges. Dazu kommt natuerlich meist Unkenntnis von Technik, oft werden Booten von anonymen Eignern betrieben, die erfahrene und hinweisende Cruise Direktoren schnell rauswerfen, wenn reklamiert oder auf Gefahren hingewiesen wird. Das Beste ist immer, wenn der Eigner einer Tauchunternehmung oder Schiffes vor Ort ist, oder erfahrenes Personal an Bord. Komischerweise hat mich in all meinen Jahren im Geschaeft noch nie einer nach meiner Erfahrung gefragt, die Gaeste vertrauen blind, das kann schnell schief gehen. Auch Gaeste sparen gern, billig kann aber nicht gut sein und wer 2000 Euro fuer eine Ausruestung, 1000 fuer einen Flug ausgibt, aber 10 Tage Betreuung von Profis fuer 500 erwartet, der kennt das Geschaeft nicht. Dazu kommt eine blinde Touristikindustrie, nur einige namenhafte Tauchreisebueros checken wirklich, was Sie vermitteln, der Rest ist blanke Augenwischerei. Ausser den Namhafte kenne ich wenige grosse Reiseanbieter, die einen ernsthaften Pruefer, der auch dass Geschaeft kennt, auf Boote und Tauchschulen schicken, um einen Report zu fertigen, es wird einfach jeder Schrott angeboten. In Hotels wird zwar jede Kakerlake gezaehlt um die beruehmten Sterne zu erhalten, aber ernsthafte Kontrollen auf Booten und in Tauchschulen von allgemeinen Reiseanbietern sind selten. Ehrlich gesagt, die Tauchindustrie kann sich gluecklich schaetzen, dass nicht mehr passiert. Und als Schlussbemerkung fuer alle gefrustetn und ausgebeuteten Kollegen, es lohnt auch nicht manche Touristen zu retten, von 3en die ohne mich schon lange Fischfutter waeren, hat sich nicht einer bedankt, einer sogar bei meinem Chef noch eine unverschaemte Nachforderung eingereicht, weil wir ihn in die Druckkammer der indonesischen Marine gebracht haben. Die 250 Dollar, die ihm die Miltaers fuer die Lebensrettung in Rechnung gestellt haben, waren diesem Typ zuviel.
RogerT 16.10.2008
3. 100% Zustimmung
Als langjähriger Taucher und namhafter Unterwasser-Fotograf kann ich @indosolar nur 100% zustimmen. Aber auch wenn den normalen Urlaubstauchern vieles bekannt wäre, würden die trotzdem nicht verzichten; manche Menschen müssen halt erst gegen eine Wand laufen, um zu lernen, das die härter als der eigene Schädel ist... Blindes Vertrauen in völlig überforderte Guides, die oft in Crashkursen innerhalb eines halben Jahres bis zum "Divemaster" aufgestiegen sind, ist oft schon normal. Ich hatte mal einen Guide, der hatte gerade 45 Tauchgänge "Erfahrung" und führte eine Gruppe von 8 unerfahrenen Urlaubstauchern bei sehr starker Strömung... nach 40 Minuten musste er glücklicherweise den Tauchgang beenden, seine Flasche war leer... die meisten erfahrenen Mittaucher hatten noch 50% drin. Wenn da ein Notfall eingetreten wäre, hätte der niemandem helfen können, der ist noch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Aber wie sagte ein Mittaucher, als ich Kritik anmeldete "der ist doch Guide, der hat das doch gelernt, da kann nichts passieren". Und das war die allgemeine Meinung der Urlaubstaucher in der Gruppe. Diese Naivität ist schon erschreckend und zeigt doch die "Schein"Gläubigkeit vieler Leute - hast du einen Führerschein, kannst du automatisch auch Autofahren - hast du einen Divemaster-Schein, bist du der absolut erfahrene Führer... Übrigens: Taxifahrer darf man erst mit 21 Jahren werden, aber Urlauber absaufen lassen, klappt schon viel früher.
gelegenheitsposter, 16.10.2008
4. das Problem sind die Taucher
Hallo, was den Gast interessiert wird ihm auch geboten .... schon in Deutschland kann man sein blaues Wunder erleben, die Taucher sind in der überwiegenden Zahl unqualifiziert, ungeübt und uneinsichtig, wer die angesprochenen Sicherheits- und Signaleinrichtungen mit sich führt wird gleich als nervöses Weichei eingstuft. Die grossen Veranstalter bieten keine Tauchsafaris an, die wissen worauf sie sich einlassen - auf den puren Wahnsinn - der schnell zur Haftung führen kann. PADI ist eine Witznummer, quasi Kuscheltauchen für zahlende Gäste, und auch der angegebene Verband Deutscher Sporttaucher hat keinen Einfluss auf seine komerziellen Tauchlehrer. Alle sind in verschiedenen Verbänden organisiert und es ist ihnen egal ob sie das VDST(CMAS)-Schild von der Tür nehmen müssen. Solange die Gäste nicht mehr Sicherheit bezahlen, stattdessen aber lieber in 5-Sterne-Unterkünfte investieren, wird sich überhaupt nichts ändern. Grüsse an Werner Scheyer, schön dass Du Dich nicht verbiegen lässt !
RogerT 16.10.2008
5. Der Wille fehlt...
---Zitat--- Die grossen Veranstalter bieten keine Tauchsafaris an, die wissen worauf sie sich einlassen - auf den puren Wahnsinn - der schnell zur Haftung führen kann. ---Zitatende--- Die, die Safaries anbieten, vermitteln die auch nur und treten nicht als Veranstalter auf - so bleiben die im Fall der Fälle unantastbar, der betroffene Gast muss dann in Ägypten, Indonesien oder sonstwo gegen einen einheimische Firma klagen, die es gleich nach dem Unfall eh nicht mehr gibt... da macht dann ein Familienmitglied sofort eine neue Firma mit den alten Leuten auf - und die haben manchmal richtig große Familien... Abgesehen davon: z.B. in Ägypten beträgt die Halbwertzeit der meisten Safarieschiffe ca. 5 Jahre, danach sind die Schrott. Die werden größtenteils aus billigem Weichholz zusammen genagelt! Farbe drüber und gut ist. Nach spätestens drei Jahren müssen die aufwendig renoviert werden, also neu gestrichen und ein paar Kabel mit Kabelbindern neu befestigen, der Kompressor bekommt bei der Gelegenheit auch eine neue Luftfilterpatrone (die ist sonst bei der Belastung so ca. alle 4 Wochen fällig)... und der Kahn wird wieder für vielleicht 2 Jahre auf die Taucher losgelassen. Danach verschwinden die meisten dieser Pötte von der Bildfläche oder saufen versicherungstechnisch recht interessant einfach ab... inzwischen werden schon die nächsten zusammen genagelt (die werden übrigens tatsächlich mit tausenden Nägeln zusammen gebaut). Nur einige sehr teure Schiffe, oft in europäischer Hand, sind technisch etwas besser - sicher sind die aber deswegen fast alle nicht. Nur ein einzigens Schiff im ganzen Roten Meer hat dieses im Artikel beschriebene Rettungssystem ENOS. Dabei wäre es so einfach: die allzeit bereite ägyptische Verwaltung, die keinen Felsen im Wasser auslässt, um nicht sofort eine Marineparkgebühr zu kassieren, könnte hier eine Pflicht für dieses System aussprechen - wer es nicht hat, darf nicht raus. Die Kontrollen sind schon da, jeden Tag werden die ausfahrenden Schiffe von der Hafenbehörde auf ihre (kostenpflichtige) Lizenz kontrolliert, was fehlt, ist die Einsicht und der Wille.
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