Route 66 im Zeitraffer: Drei Minuten amerikanischer Traum

Von Chicago nach Santa Monica in drei Minuten: Ein Texaner fotografierte die komplette Route 66 und bastelte aus dem Material ein Zeitraffer-Video. Es nimmt Zuschauer mit auf eine Reise über eine verschwundene Straße, durch Wolkenkratzerschluchten, Wälder und Wüstensand.

DeFreesProductions

Sie ist ein fast 4000 Kilometer langes Symbol für Freiheit, Abenteuer und den amerikanischen Traum: die Route 66. Schriftsteller haben die einst wichtigste Verbindung von Chicago zur US-Westküste in Romanen verewigt, Hollywood-Regisseure haben Filme über sie gedreht, die Rolling Stones haben sie besungen und die McDonalds-Brüder an ihrem kalifornischen Ende ihr erstes Fast-Food-Restaurant eröffnet. Doch erst jetzt kann jeder auch in der Kaffeepause die "Hauptstraße Amerikas" entlangfahren - in nur drei Minuten. Dank eines YouTube-Videos, das mehr als 90.000 Menschen angeklickt haben.

Gemacht hat es der Texaner Brian DeFrees. Der 26 Jahre alte Blogger ist die komplette Route 66 mit dem Auto abgefahren. 22 Tage war er in diesem August unterwegs, von Chicago bis zum Strand von Santa Monica. An seiner Seite hatte er seine Freundin und eine Digitalkamera.

Für das Video hat DeFrees aber nicht gefilmt, sondern Fotos gemacht. Rund 3000 Stück, rein rechnerisch etwas mehr als jeden Kilometer eines. Diese hat er dann zu einem Zeitraffer-Video montiert - die dreiwöchige Reise schrumpfte so auf ein angenehmes Drei-Minuten-Daumenkino.

Das Kino war es auch, das DeFrees zu seiner "66"-Tour inspiriert hat: Kurz zuvor hatte er den Animationsfilm "Cars" von Pixar gesehen, ein lustiges Roadmovie mit sprechenden Autos und eine Hommage an den legendären Highway. Dabei gibt es die Strecke eigentlich nicht mehr. Jedenfalls offiziell.

1985 wurde die Route 66 aus dem Straßenregister gestrichen. Die meist einspurige und kurvige Straße war schon in den späten fünfziger Jahren dem großen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Präsident Dwight D. Eisenhower beschloss, die "Mutter aller Straßen" durch neue Interstate Highways zu ersetzen, der amerikanischen Variante der deutschen Autobahnen.

Wo sie nicht als Touristenattraktion gepflegt wurde, verfiel die Straße, an manchen Stellen verschwand sie ganz. Um die historische Strecke trotzdem zu finden, nutzte DeFrees eine besondere App, die ihn auf den richtigen Weg lotste. Manchmal musste er sich über Brachland und Schotterpisten quälen. In der Mojave-Wüste in Kalifornien blieb er sogar stecken. Ein Abschlepper zog ihn aus dem Sand.

Nächstes Mal will DeFrees doch lieber aufs Motorrad steigen - wie die "Easy Rider" im gleichnamigen Hollywood-Film. Auch weil er dann den Wind der Freiheit noch besser spürt, sagt er.

sam

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
Gustav Hendrikson 30.11.2012
Hallo, wie lautet der Titel des Songs der in der Mitte des Videos anfängt zu spielen?
2. @ Gustav Hendrikson
amanofmanysplendors 30.11.2012
Shazam sagt: »A New Society« von Starchaser.
3. optional
ofenaus 30.11.2012
sehr gut... das wollte ich auch wissen... bei mir hat ers nicht erkannt.
4. optional
thomas_dd 30.11.2012
Also, ich finde das Video ganz nett aber mehr auch nicht. Und leider wurde nicht nach jedem Kilometer ein Foto gemacht, sondern immer mal wieder ziemlich viele. Die Sprünge sind leider ziemlich groß.
5. In memoriam
arminius35 30.11.2012
Wir befuhren die 66 vom 6. bis 22. Juni 1985 von Chikago an. Die Route 66 wurde am 27. 6. 1985 entwidmet. Wir waren somit vielleicht die Allerletzten, die die Mother Road in ganzer Gänze durchfuhren. Anhand alter Karten versuchten wir damals, alle Spuren zu finden, fotografierten jedes 66-Schild auf der Strecke und brachten wunderbare und heute historisch wertvolle Fotos mit. Dieser Kurzdurchlauf bringt doch schöne Erinnerungen, blitzartig könnte man bei der Geschwindigkeit sagen. Klasse und Danke. Arminius35
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