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Saba in der Karibik: Die Insel, die ein Berg ist

Der höchste Berg des Königreichs der Niederlande liegt mitten in der Karibik: auf Saba, einer winzigen Insel der Niederländischen Antillen. Der fast erloschene Vulkan Mount Scenery ist umgeben von kristallklarem Wasser, das die Tauchgründe rund um Saba mit zu den schönsten der Welt macht.

Meeresschildkröten ziehen ihre Runden: Saba ist vor allem für Taucher interessant
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Meeresschildkröten ziehen ihre Runden: Saba ist vor allem für Taucher interessant

Fort Bay - Die Karibik-Insel Saba ist etwas Besonderes: Sie besitzt wzar keinen Strand, lockt aber trotzdem Wassersportler an, sie verfügt über eine medizinische Fakultät und über den höchsten Berg und die einzigen drei Bergdörfer der Niederlande - zu denen Saba als Teil der Niederländischen Antillen gehört. Vor allem für Taucher ist das Eiland mit nur 1400 Einwohnern interessant.

Wichtigster Ort für Taucher auf Saba ist Fort Bay mit Pier und Ankerplätzen. Rund um die Insel gibt es mehr als 30, mit Bojen versehene Tauchplätze. Zehn Minuten braucht die "Big Blue", eines der Boote der insgesamt drei Tauchschulen, bis zur "Diamond Rock"-Boje. Das Wasser ist hier draußen kristallklar und ruhig, Fischfang und Ankern sind verboten.

Die Felswände unter Wasser sind übersät mit Korallen und Schwämmen, teilweise schillernd in Grün, Purpur und Gelb. Mit Kleinstlebewesen bewachsene Anemonen, Garnelen und Shrimps fühlen sich hier ebenfalls wohl. Meeresschildkröten ziehen träge ihre Runden. Nach der Einschätzung von Experten aus aller Welt zählen die Tauchgründe rund um Saba zu den attraktivsten der Welt - schon wegen der großen Sichtweiten, die das klare Wasser zulässt.

Rund 20.000 Touristen kommen jährlich auf die Karibik-Insel. Einer der Hauptgründe für einen Urlaub auf Saba war in der Vergangenheit, auf dem nur 16 Kilometer langen Straßennetz der Insel ohne Hektik die Führerscheinprüfung abzulegen und eine auch in Europa gültige Fahrerlaubnis zu erlangen. Ein Gericht in den Niederlanden hat dieser Praxis aber inzwischen einen Riegel vorgeschoben.

Das Wandern auf Saba ist dagegen weiterhin erlaubt. Eine Tour auf den 887 Meter hohen Mount Scenery führt vorbei an kleinen Terrassen mit Kochbananen und süßen Kartoffeln, riesigen Farngewächsen und Resten von Regenwald. Leguane huschen über Felsstufen. Vom Gipfel schweift der Blick über die Insel: Weiße Häuschen mit roten Dächern schmiegen sich an grüne Hügel, in der Ferne schaukelt ein Segelboot in der karibischen See.

Die Ureinwohner Sabas, indianische Kariben, hatten die Insel längst verlassen, als der grüne Berg 1493 von Christoph Kolumbus gesichtet wurde. Saba verfügte nie über Reichtümer, war aber trotzdem umkämpft in den Karibikschlachten der Eroberer aus Europa. 1816 gab es den letzten Flaggentausch. Seither ist die im fernen Den Haag residierende Königin der Niederlande das Staatsoberhaupt.

Aus zahlreichen Ländern stammt die neben den Touristen zweite Besuchergruppe Sabas: Studenten. Nachdem den Insulanern das Geschäft mit den Fahrschülern aus Europa untersagt worden war, bauten sie mit der Unterstützung US-amerikanischer Wissenschaftler eine kleine medizinische Fakultät auf. Heute absolvieren etwa 200 junge Leute einen Teil ihres Medizinstudiums auf Saba. Manche bleiben in den Semesterferien - und mischen sich dann beim Karneval, der im

Hochsommer gefeiert wird, unter die Touristen.

Von Bernd Kubisch, gms

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