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Sehenswürdigkeit Gulag: Sibirien will Todeslager für Touristen öffnen

Die Gulags wurden bis in die fünfziger Jahre betrieben, Tausende starben in den russischen Arbeitslagern. Jetzt will Jakutien die leerstehenden Baracken renovieren - und sie so Touristen zugänglich machen.

Moskau - In Sibirien sollen ehemalige sowjetische Todeslager für Touristen zugänglich gemacht werden. Um Besuchern das berüchtigte Gulag-System aus der Zeit von Stalin näherzubringen, will die Verwaltung der Teilrepublik Jakutien die seit mehr als 50 Jahren leerstehenden Baracken in dem Gebiet rund 5000 Kilometer östlich von Moskau renovieren. Das sagte die örtliche Entwicklungsministerin Jekaterina Kormilizyna.

Russische Menschenrechtler kritisierten den Plan: Ein ehemaliges Gulag für Touristen zu öffnen sei unangemessen. Allein in den Lagern in Jakutien sollen zwischen 1932 und 1954 mehr als 120.000 Gefangene gestorben sein.

Der Plan ist jedoch nicht so ungewöhnlich: Solche ehemaligen Orte des Schreckens können in vielen Ländern besichtigt werden und lehren etwas über die Vergangenheit. Etwa Gedenkstätten in den früheren Konzentrationslagern Deutschlands oder das Tuol-Sleng-Genozid-Museum in Kambodscha.

abl/dpa

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