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Surfspots im Duell: Hawaii gegen München

Von Stephan Orth

Bis zu 15 Meter hohe Monsterwellen, todesmutige Surfer: Die Banzai Pipeline auf Hawaii ist der wohl berühmteste Surfspot der Welt. Natürlich wirkt dagegen der Eisbach in München vergleichsweise mickrig - doch auch hier kommen selbst Profis aus dem Gleichgewicht.

REUTERS; DPA

Banzai Pipeline Eisbach
Was?

Berüchtigte Tube, die selbst den weltbesten Surfern alles abverlangt.
Was?

Ein-Meter-Wasserwalze, die selbst Profis ins Straucheln bringt - weil die stehende Welle ungewohnte Balanceakte erfordert.
Wo?

Auf Oahu, Hawaii.
Wo?

Auf dem Eisbach an der Himmelreichbrücke in der Münchener Innenstadt.
Zieht Touristen an, weil ...

... sie im Winter bei den Weltmeisterschaften die Höllenritte von Stars wie Kelly Slater oder Andy Irons bewundern können. Dabei sind die Zuschauer ganz nah dran am Geschehen, denn es gibt kaum einen Surfspot, an dem die Riesenwellen so nah am Strand brechen.
Zieht Touristen an, weil ...

... die Surfer in ihren Neoprenanzügen mitten in der Stadt ein einmaliger Anblick sind und die Ufer des Baches zur Brotzeit einladen.
Risiken und Nebenwirkungen?

Schon mancher hat hier seine Fähigkeiten überschätzt. Im Schnitt fordert die "Pipe" (Spitznamen: Zementmixer, Fleischwolf oder Menschenfresser) jedes Jahr ein Todesopfer - auch weil sich direkt unter der Wasseroberfläche messerscharfes Lavagestein verbirgt.
Risiken und Nebenwirkungen?

Im manchmal nur 40 Zentimeter tiefen Wasser lauern mehrere Reihen von Steinblöcken, die bei Stürzen zu Prellungen und Knochenbrüchen führen können.
Wen treffen Sie hier?

Jede Menge durchtrainierte Shortsträger, die mit Surfbrett über den Strand stolzieren und Dinge sagen wie: "Ganz nett, aber gestern waren die Wellen größer".
Wen treffen Sie hier?

Zum Beispiel den deutschen Surf-Jugendmeister Paul Günther, der hier häufig trainiert.
Warum jetzt hinfahren?

Weil im Sommer auch Surf-Amateure eine Überlebenschance haben - nur im November und Dezember erreichen die Wellen Rekordhöhen von mehr als zehn Metern.
Warum jetzt hinfahren?

Weil die Zukunft des Welle-Vergnügens in München immer noch nicht geklärt ist - das bayerische Finanzministerium will Bußgelder für Surfer verhängen, weil Baden im Eisbach offiziell verboten ist.
Hätten Sie's gewusst?

Bei einem schweren Unfall in der Pipeline verlor Jack Johnson im Jahr 1992 mehrere Vorderzähne und musste mit 150 Stichen genäht werden - er beschloss darauf hin, mit dem professionellen Surfen aufzuhören und wurde Popstar.
Hätten Sie's gewusst?

Pro Sekunde schießen im Durchschnitt 22.000 Liter Wasser unter der Himmelreichbrücke hervor - das entspricht der Masse von 22 Kleinwagen.
Bleiben Sie bloß zu Hause, wenn ...

... Sie bei dem Begriff "Surfen" an Browser und WLAN denken und nicht an Adrenalinkicks auf dem Wasser.
Bleiben Sie bloß zu Hause, wenn ...

... jahrelange Treue zur TV-Sendung "Baywatch" dazu geführt hat, dass Sie den Anblick von Surfern im Presswurst-Neoprenanzug nicht ertragen können.

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