Überfälle am Tafelberg Kapstadt fordert Millitäreinsatz

Eine Kette von Raubüberfällen auf Wanderer setzt die südafrikanische Regierung unter Druck. Simon Grindrod, Tourismusbeauftragter von Kapstadt, fordert nun den Einsatz des Militärs, um den Tafelberg wieder sicher zu machen.


15 Überfälle am Tafelberg in 14 Tagen. Das ist die traurige Bilanz, mit der sich die Behörden in Kapstadt aktuell konfrontiert sehen. Seit Ende letzten Jahres häufen sich die Überfälle auf Touristen. "Der Tafelberg wird angegriffen", so Simon Grindrod, Chef der Tourismusbehörde in Kapstadt zum britischen Nachrichtensender BBC, "und wenn der Berg angegriffen wird, werden wir alle angegriffen."

Idyllisch: Der Tafelberg, Kapstadts Wahrzeichen. Wanderer sollten ihn zurzeit besser meiden
DDP

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Obwohl 52 Ranger und 200 Freiwillige auf den Wanderwegen des Parks patrouillieren, sind Ausflüge in das Gebiet zurzeit nicht ratsam. Selbst eine vorübergehende Sperrung des Berges in den Abendstunden von Dezember bis Januar brachte keine Besserung. Die Täter bedrohen die Touristen meist mit Messern, entwenden Kameras, Geld und Handys.

"Der Tafelberg ist das zweitbeliebteste Wahrzeichen, nach Nelson Mandela", sagte Grindrod zur BBC, " es ist das Herz unserer Stadt.". Die Kriminellen wandten bereits "Guerilla-Taktiken an, indem sie sich auf dem Berg verstecken". Daher forderte er Unterstützung seitens des Militärs, da es für einen solchen Kampf ausgebildet und trainiert sei. Da das Areal von den Truppen für Übungen benutzt würde, könnten diese auch die Ranger unterstützen, sagte der Tourismusbeauftragte. Bereits vergangenen Monat warnte Grindrod, dass die hohe Kriminalität Touristen vom Besuch der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 abhalten könnte.

Die Parkbehörde hat für den 19. September eine Sitzung mit Vertretern der Stadt, der Polizei und der Provinz einberufen, um weitere Sicherheitsmaßnahmen zu diskutieren.

jbr



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