Überschwemmungen in Australien: Brisbane fürchtet massive Tourismus-Einbußen

Teile der Stadt sind verwüstet, die Aufräumarbeiten dauern an: Im australischen Brisbane haben die verheerenden Überschwemmungen schwere Schäden hinterlassen. Jetzt bleiben auch noch die Touristen weg - viele Australien-Besucher haben ihre Route geändert.

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Touristenziel Queensland: Weiße Strände und Tauchparadiese
Brisbane - Die australische Stadt Brisbane in Queensland ist ein Verkehrsknotenpunkt für Touristen aus aller Welt und das Tor zu Traumstränden, wildem Hinterland, tropischen Regenwäldern und dem Great Barrier Reef. Aber das Hochwasser, das die Stadt vergangene Woche heimsuchte, hat Tonnen von übelriechendem Schlamm und Unrat hinterlassen, Hotels beschädigt, Cafés zum Schließen gezwungen und Brisbanes Kunstbezirk außer Betrieb gesetzt.

"Wir sind auf Rucksacktouristen angewiesen, aber die haben derzeit Angst", sagt Lindsey Frazer vom Spezialanbieter Wicked Travel. "Sie wollen nicht nach Fraser Island oder zu den Whitsunday-Inseln oder zur Gold Coast, weil sie befürchten, unterwegs stecken zu bleiben."

Im Cloud-9-Hotel ist die Zahl der Gäste deutlich gesunken. "Als das mit dem Hochwasser losging, war unser Haus ausgebucht, aber jetzt haben wir keinen Strom, und die Leute sind verängstigt", sagt Andrew Josey, der am Empfang arbeitet.

In Brisbanes Transit Centre sind Läden und Reiseschalter geschlossen. Urlauber drängeln sich, versuchen aktuelle Informationen über Zustand von Straßen und Verkehrsverbindungen zu bekommen. Balazs Czimmmermann aus Ungarn musste zu seinem Bedauern die von ihm geplante Fahrt zur idyllischen Fraser-Insel streichen. Auch sein ursprüngliches Quartier musste er wegen der schlimmen Flut verlassen.

Oprah sollte für Queensland werben

Gerade erst hatte die US-Talkshow-Diva Oprah Winfrey Episoden ihrer populären Show in Australien aufgenommen. Die australische Regierung zahlte dafür Millionen in der Hoffnung, die berühmte Talkerin werde Werbung für den fünften Kontinent machen und massenweise Touristen anlocken. Doch die verheerenden Überschwemmungen machten dem einen Strich durch die Rechnung.

Auch der starke australische Dollar wirkt sich negativ aus, wie John Lee, Geschäftsführer vom Tourism & Transport Forum, bemerkt. Viele einheimische Touristen animiere das zusätzlich, ins Ausland zu reisen statt ins überschwemmte Queensland. Daniel Gschwind, Chef von Queenslands Tourismusindustrierat, rechnet damit, dass das Hochwasser den Fremdenverkehr weit über 100 Millionen australische Dollar (75 Millionen Euro) kosten wird. Die massive Medienberichterstattung über die Flutkatastrophe werde Besucher abschrecken.

Die Überschwemmungen seien zwar dramatisch gewesen, gerade auch in Brisbane, aber nicht der gesamte Bundesstaat Queensland sei betroffen. Die Tourismusattraktionen Gold Coast, Whitsundays und Cairns zum Beispiel hätten die Katastrophe unbeschadet überstanden.

Die Tourismusindustrie verschafft dem sogenannten Sunshine State jährlich Einnahmen von etwa zehn Milliarden australischen Dollar. Sie beschäftigt 200.000 Menschen und ist die zweitgrößte Exportindustrie nach dem Kohlebergbau. Dass die Branche sich wieder erholt, ist deshalb lebenswichtig für die gesamte Region.

Der britische Außenminister William Hague zeigte sich bei einem Besuch von Brisbane erschüttert über die Zerstörungen in der Metropole, wo 30.000 Häuser überschwemmt wurden. "Es ist schwer, sich die Menge an Wasser vorzustellen, die aus diesem friedlich aussehenden Fluss dort drüben gekommen ist", sagte Hague bei einem Grillessen mit Flutopfern.

Für die massiven Regenfälle in Australien wird in erster Linie das Klimaphänomen "La Niña" verantwortlich gemacht, das in bestimmten Regionen der Erde für eine natürliche Erwärmung und extreme Niederschläge sorgt.

Eric Bernaudeau, AFP

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1. qld
Layer_8 19.01.2011
Zitat von sysopTeile der Stadt sind verwüstet, die Aufräumarbeiten dauern an: Im australischen Brisbane haben die verheerenden Überschwemmungen schwere Schäden hinterlassen. Jetzt bleiben auch noch die Touristen weg - viele Australien-Besucher haben ihre Route geändert. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,740392,00.html
Wenn man den gesamten Staat Queensland betrachtet wären die Touris wirklich blöd ihren Plan zu ändern. Aber viele sind das ja. Nun, was konkret Brisbane betrifft (was ich gut kenne, gottseidank sind meine Freunde da einigermaßen "gut" davongekommen), was haben Touristen da momentan zu suchen? Blöd rumstehen?
2. Brisbane steht noch, Brisbane tickt noch!
Bilby 19.01.2011
Zitat von sysopTeile der Stadt sind verwüstet, die Aufräumarbeiten dauern an: Im australischen Brisbane haben die verheerenden Überschwemmungen schwere Schäden hinterlassen. Jetzt bleiben auch noch die Touristen weg - viele Australien-Besucher haben ihre Route geändert. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,740392,00.html
Ich lebe in Brisbane. Es ist wahr, dass einiges verwuestet ist, aber nicht annaehernd so schlimm, wie es dargestellt wird. Die Aufraeumarbeiten waren so schnell und effektiv, dass man in vielen betroffenen Gegenden nur noch wahrnimmt, dass Laeden geschlossen sind und neu ausgestattet werden. Die Innenstadt habe ich noch nicht gesehen, aber die meisten Gebaeude scheinen wieder geoeffnet zu sein. Southbank ist allerdings nicht geoeffnet, und das ist einer der groessten Freizeitbezirke hier. Die schlimmsten Schaeden sind in Vorstaedten und Gebieten wo Leute wohnen. Da gehen die meisten Touristen eh nicht hin. Es ist richtig, dass Whitsundays, Cairns und Gold Coast nicht betroffen sind. Touristen halten sich in Brisbane sowieso normalerweise nicht fuer Wochen auf. Die Infrastruktur in Brisbane funktioniert wieder (mit Ersatzbuslinien, wo Zuglinien betroffen sind etc), also keine Ursache mehr, die Reise umzuplanen. Das Wetter ist im Moment typischer Queensland Sommer. Wer starke Regenfaelle, Gewitter und starke Stuerme nicht mag, bleibt nachmittags besser im Hotel. Nun ist das Wetter in Queensland um diese Jahreszeit eh nicht sehr tourismusfreundlich. Wer noch am Planen ist und noch nicht gebucht hat: Meine Empfehlung ist April / Mai oder September / Oktober. Aber sich Queensland komplett entgehen zu lassen, waere ein Fehler. Es ist wunderschoen.
3. Day light robbery
Dette 21.01.2011
Ueberschwemmungen wuenscht man niemandem. Egal wo. Die Tourismus-Duerre ist allerdings durch die mittlerweile unverschaemten Preise hausgemacht. Abgesehen vom Tauschkurs. Vielleicht kommen die Aussies wieder zur Besinnung. Ansonsten gehen sie den gleichen Weg wie die Araber: Habe Oel (in OZ Minerale und Sonne) und brauche nichts mehr zu tun ausser den Sack aufhalten. Geld kommt aus China. Das boese Erwachen kommt noch. Ich sage dies aus Sorge als jemand, der Australien nicht durch den Tourismus kennt.
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  • Mittwoch, 19.01.2011 – 15:44 Uhr
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